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Segeberg Ärger um die Ostseeküstenleitung
Lokales Segeberg Ärger um die Ostseeküstenleitung
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21:03 02.09.2016
Tennet plant derzeit die Ostseeküstenleitung. Quelle: hfr

Notwendig seien auch Geländekartierungen teilt Tennet mit. Die Daten würden zur Erstellung der Planfeststellungsunterlagen benötigt.

 Die Messungen betreffen dabei auch Flächen außerhalb öffentlicher Straßen und Wege, teilt die Firma mit. Aber aufgrund der Größe des Plangebiets und der Vielzahl der Flächeneigentümer sei es nicht möglich, jeden Eigentümer vorab über das Betreten seiner Flächen zu informieren. Tennet werde lediglich Eigentümer, deren Flächen für Baugrunderkundungen vorgesehen sind, zwei Wochen vor Beginn der Untersuchungen schriftlich informieren.

„Es wird darauf hingewiesen, dass diese Arbeiten gemäß Paragraph 44 des Energiewendegesetz als Vorarbeiten für die Planung und Bauausführung zu dulden sind“, teil die Firma mit. Und weiter: „Sollte es trotz aller Vorsicht der beauftragten Unternehmen zu Flurschäden kommen, bitten wir um Dokumentation selbiger und um Kontaktaufnahme.“Ansprechpartnerin ist Katharina Henning, die unter Telefon 0176/102809 09 oder per Mail an katharina.henning@tennet.eu zu erreichen ist. In seiner Bekanntmachung bittet Tennet um Verständnis.

Der Naturschutzbund Schleswig-Holstein (Nabu) kritisiert unterdessen die Ostküstenleitung. Sie werde vor allem im Abschnitt zwischen Göhl (Kreis Ostholstein) und Lübeck etliche im Hinblick auf den Vogelschutz besonders sensible Bereiche wie Brutplätze berühren, beklagt Ingo Ludwichowski, Geschäftsführer des Nabu Schleswig-Holstein. Planungsträger und Behörden seien sich der ökologischen Sensibilität kaum bewusst, das hätten Gespräche gezeigt. „Außerdem verläuft die Trasse auf langer Strecke quer zur Vogelzugrichtung“, sagt Ludwichowski. Es seien ornithologische Untersuchungen anberaumt worden, um einen möglichst artenschutzverträglichen Trassenverlauf zu finden. Der sei aber bereits festgelegt worden und die Ergebnisse der Gutachten somit nur Makulatur.

Es sei zudem wenig nachvollziehbar, dass die bereits vorhandene 110 KV-Leitung nicht an die neue 380 KV-Leitung angehängt werden soll. „Anscheinend werden sich die beiden Netzbetreiber Tennet (380 kV) und Eon ( 110 kV) darüber nicht einig“, sagt Ludwichowski. „So steht zu befürchten, dass weite Strecken an der Lübecker Bucht doppelt verdrahtet sein werden – nach Auffassung des Nabu ein absolutes Unding.“ Der Umwelt- und Energiewendeminister seien gefordert, ein klares Wort an die Betreiber zu richten.

Der Nabu habe die Kritikpunkte mehrfach vorgebracht, beachten worden seien sie nicht. Außerdem verhielten sich die Planer gegenüber den Naturschutzverbänden nicht besonders mitteilungsfreudig.

Positiv sei nur eins: Die Planung, das EU-Vogelschutzgebiet Oldenburger Graben nicht mit der gigantischen Freileitung zu überspannen, sondern dort ein Erdkabel zu verlegen.

 km

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