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Segeberg Ärger um fremde Post in Briefkästen
Lokales Segeberg Ärger um fremde Post in Briefkästen
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00:10 01.12.2016
Knuthilde de Graaf mit der „Ausbeute“ der verganenen Tage. Mehrere nicht an sie adressierte Briefe steckten in ihrem Postkasten. FOTO: WULF
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Schwissel

Der Briefkasten ist voller fremder Post. An sie selbst adressierte Schreiben kommen dagegen nicht an. Pakete werden trotz Abstellgenehmigung nicht abgestellt. Knuthilde de Graaf aus Schwissel ist auf der Palme. Sie beschwert sich über schwerwiegende Probleme mit der Zustellung durch die Deutsche Post in ihrem Dorf. „Das sind keine Einzelfälle. Anfang des Jahres begannen die Probleme, seit Oktober ist der Zustand aber unerträglich“, macht de Graaf ihrem Ärger Luft.

Der Feuerwehrball in Bad Segeberg vor einem Jahr stand unter keinem guten Stern. Der Grund: Wegen massiver Zustellprobleme der Post im Raum Bad Segeberg erreichten die Gäste die Einladungen nicht. Die Post führte damals einen hohen Krankenstand bei den Zustellern an.

Vor einem Jahr

„Wir arbeiten an einer stabilen Besetzung.“

Martin Grundler, Post-Sprecher

Problem Nummer eins: de Graaf muss nach eigenen Angaben mehrmals in der Woche selbst den Briefträger spielen, weil Post der Nachbarn bei ihr landet. Im Fasanenweg in Schwissel stehen sechs Häuser.

Doch die Post von allen Haushalten lande unter anderem auch bei ihr. Darunter Briefe mit sensiblen Daten. Sie habe bereits fremde Schreiben von Rechtsanwälten, dem Einwohnermeldeamt und anderen Behörden bei sich im Briefkasten gehabt, sagt sie. Auch andersherum läuft das so: Regelmäßig landeten Briefe, die an de Graaf adressiert sind, bei den Nachbarn.„Nur wenn ich die Zustellerin am nächsten Tag antreffe, drücke ich ihr die Post wieder in die Hand“, sagt de Graaf.

Problem Nummer zwei: Zahlreiche Schreiben von Behörden oder Geschäftspartnern erreichten die Schwisselerin, die seit rund 20 Jahren in dem Dorf wohnt, gar nicht erst. Wie bekommt sie das mit? „Vor allem durch Mahnungen“, erklärt de Graaf, die gemeinsam mit ihrem Mann einen Online-Handel für Hundebedarf betreibt. „Da werden Rechnungen angemahnt, die wir aber nie erhalten haben“, sagt sie. Vor allem mit Schweden betreibe die Familie viel Handel. Und die Skandinavier seien nicht kleinlich, wenn nicht pünktlich gezahlt werde. „Da werden bis zu 28 Prozent Zinsen für säumige Zahlungen aufgeschlagen“, sagt de Graaf. Bei Rechnungen von mehreren Tausend Euro seien die Mahngebühren also immens. „Das ist regelrecht geschäftsschädigend – vor allem weil wir nicht einmal etwas dafür können“, so de Graaf. Der finanzielle Schaden sei dabei das eine, die Reputation eine andere. „Dadurch verlieren wir natürlich an Vertrauen bei unseren Geschäftspartnern“, schimpft de Graaf.

Problem Nummer drei: Die Post halte sich nicht mehr an eine erteilte Abstellgenehmigung. „Die haben wir vor Jahren beantragt, weil wir oft nicht zu Hause sind, wenn Ware ankommt. Immer hat das funktioniert“, sagt de Graaf. Vor allem sei sie extrem wichtig für das Unternehmen, weil sie über den Postweg auch verderbliche Waren wie Hundefutter bekommen. „Es ist mehrfach vorgekommen, dass wir einen Zettel im Briefkasten hatten, das wir das Paket in Bad Segeberg abholen können. Es ist nur doppelt ärgerlich, wenn die Verteilstelle dann bereits zu hat, wenn wir die Karte lesen – und das Paket dann das Wochenende über dort ungekühlt steht“, beschreibt de Graaf das Problem. Die logische Folge: Die Lebensmittel, die dringend hätten gekühlt werden müssen, seien verdorben gewesen.

Kurios: Nach Angaben der Post liegt für den Fasanenweg kein sogenannter „Garagenvertrag“ vor.

Auf den Kosten für Mahngebühren und verdorbene Lebensmittel sind de Graafs bisher sitzen geblieben. Auf mehrere Hundert Euro beziffern sie den Schaden. Bei den Zustellern habe sie sich bereits beschwert, und auch im Bad Segeberger Ginsterweg bei der Betriebsleiter der zuständigen Post-Verteilstelle sei sie vorstellig geworden. Gebracht hätten die Beschwerden bislang nichts.

Die Deutsche Post gibt die Zustellprobleme in Schwissel auf Nachfrage zu und gelobt Besserung. „Der Stammzusteller für diesen Bereich ist erkrankt, deswegen sind verschiedene Zusteller eingesprungen.

Dabei kann es zu Unregelmäßigkeiten gekommen sein“, sagt Post-Sprecher Martin Grundler. „Wir entschuldigen uns dafür und arbeiten an einer stabilen Besetzung, dass es nicht wieder vorkommt.“

 Jan Wulf

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