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Segeberg Agility: Wenn Hund und Mensch durch den Parcours rasen
Lokales Segeberg Agility: Wenn Hund und Mensch durch den Parcours rasen
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21:30 06.09.2016
Drei Tage im tierischen Geschwindigkeitsrausch mit Hindernissen auf dem Landesturnierplatz: Nicht einmal 30 Sekunden brauchen die schnellsten Teams im Parcours, den der Hund meistern muss. Beim sogenannten „Jumping“ besteht er aus vielen Hürden, Tunnel und einem Slalom.
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Bad Segeberg

Wer auf den Hund gekommen ist, der kann ein ganz schön bewegtes Leben führen. So wie Beate Wiechmann aus Solingen, die fast jedes Wochenende unterwegs ist und am jetzt vergangenen zum ersten Mal in Bad Segeberg zu Gast war. Grund: ihre Border-Collie „Josy“, der Hundesport Agility und die erste Deutsche Paragility-Meisterschaft des Deutschen Verbands der Gebrauchshundsportvereine (DVG).

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Rennkoppel war Schauplatz der Bundessiegerprüfung mit Deutschlands erster Paragility-Meisterschaft – Veranstalter mit dem Verlauf hochzufrieden.

„Das war eine sehr angenehme Zusammenarbeit, die geradezu nach einer Wiederholung schreit.“ Matthias Rupp, Agility-Landesobmann

Manche werfen Stöckchen, der Hund lernt zu apportieren, andere schulen die Nase ihres Vierbeiners für die Fährtensuche oder bringen ihm Kunststückchen bei. Die weit über 200 Teilnehmer, die am vergangenen Wochenende aus dem ganzen Bundesgebiet auf den Landesturnierplatz gekommen waren, sind Agility-Sportler. Fans jenes rasanten Wettlaufs über einen Hindernisparcours, den Hund überwinden muss, während Mensch parallel mitrennt und die Kommandos gibt.

Die 30 Teilnehmer der ersten Austragung in der Para-Klasse haben jedoch Bewegungseinschränkung. So wie Beate Wiechmann, die seit 1977 querschnittgelähmt und auf einen Rolli angewiesen ist. Seit 2010 betreibt die Erzieherin, die beruflich mit geistig behinderten Menschen arbeitet, den Sport: „Wenn man einmal dabei ist, wird das fast wie eine Sucht. Es macht unglaublich viel Spaß.“ Dieser und intensives Training mehrmals die Woche haben sie und ihre Hündin aufs Siegertreppchen gebracht. Das Team ist Deutschlands erster DVG-Paragility-Meister, Gruppe L für „Large“ – was sich neben S (Smal) und M (Medium) am Hundemaß orientiert.

Nach Bad Segeberg geholt hatte das Tuirnier der Hundesportverein Fahrenkrug in Kooperation mit dem Gebrauchshundesportverein Flensburg. „Das war eine sehr angenehme Zusammenarbeit, die geradezu nach eine Wiederholung schreit“, lobt Matthias Rupp aus dem Club, zudem Agility-Landesbeauftragter im DVG. Der übergeordnete Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) habe diese Klasse bisher noch nie ausgerichtet. „Darum haben wir den Weg geebnet“, so Rupp. Denn einen Para-World-Cup, den gibt es bereits. Er wird stets im Ausland ausgetragen. So wie vor gut einer Woche in Tschechien. „Ja, und da bin ich auch Weltmeisterin geworden“, sagt Beate Wiechmann lachend.

 Heike Hiltrop

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