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Segeberg Aktion gegen Einbrecher: Hunderte Fahrer kontrolliert
Lokales Segeberg Aktion gegen Einbrecher: Hunderte Fahrer kontrolliert
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22:07 19.01.2017
Die aus Richtung Norderstedt auf der B 432 nach Bad Segeberg hineinfahrenden Autos wurden sechs Stunden lang kontrolliert. Quelle: Fotos: Kullack

Ohne Ansehen der Person: „Nun guck’, jetzt kontrolliert er sogar einen Dienstwagen des Levo-Parks“, sagt Hauptkommissar Klaus Tiemann, stellvertretender Leiter des Polizeireviers Bad Segeberg. „Doch der junge Beamte kommt aus Kiel, das kann er nicht wissen.“ Überraschungen wie diese ereilten gestern Hunderte von Autofahrern im Raum Bad Segeberg/Wahlstedt: Anhalte- und Sichtkontrollen wegen der zurzeit wieder steigenden Zahl von Haus- und Wohnungseinbrüche waren angesagt.

Mit ausgedehnten Anhalte- und Sichtkontrollen reagiert die Polizei auf die zunehmenden Einbrüche in Bad Segeberg und Wahlstedt.

Die Kontrollen

Anhalte- und Sichtkontrollen sind eine präventive Maßnahme, mit der „Erkenntnisse zu Verdächtigen generiert oder verdichtet werden“ sollen. Die Polizei darf in den jeweils einzeln anzuordnenden Geltungsbereichen (in Segeberg/Wahlstedt vorerst bis zum 8. Februar) Fahrzeuge samt Kofferraum kontrollieren. Mehr dazu unter www.polizei.schleswig-holstein.de

Seit Weihnachten herum gab es allein in den beiden Mittelzentrums-Städten 55 Einbrüche. „Mit Neujahr war es wie abgeschnitten und in den letzten Tagen steigt die Zahl wieder an“, sagt Tiemann. Das will und kann die Polizei sich nicht gefallen lassen. Deshalb hat Polizeidirektor Andreas Görs für Bad Segeberg und Wahlstedt Anhalte- und Sichtkontrollen angeordnet – solche, wie es sie zum Beispiel im Raum Kaltenkirchen und Bad Bramstedt bereits in der aktuellen „Einbruchssaison“ gegeben hat. Dass bei solchen Kontrollen tatsächlich Einbrecher nach frischer Tat der Polizei ins Netz gehen, ist jedoch äußerst selten. Und auch gestern führten die sechsstündigen Kontrollen zu keiner direkten Festnahme. Im Pinneberger Raum – der ebenfalls zum Bereich der Polizeidirektion Segeberg gehört – gab es vor zwei Tagen in Rellingen bei einer Polizeikontrolle zwei Fahrzeuge, für die sich seitdem die Kripo sehr interessiert. „Was dabei herauskommen wird, wissen wir noch nicht“, sagt Tiemann. Nach Worten des Hauptkommissars verfolgen dieKontrollen im Kern andere Ziele: Zum einen sollen besorgte Bürger die Präsenz spüren, zum anderen sollen potenzielle Einbrecher abgeschreckt und im Idealfall verdrängt im Sinne von vertrieben werden – frei nach dem Motto „Aus Wahlstedt halten wir uns jetzt ’raus – da wimmelt’s ja von Bullen.“

Der Auftrieb war gestern in der Tat gewaltig: 54 Beamte beteiligten sich an den Kontrollen auf dem Trave-Parkplatz an der B 432 in Bad Segeberg sowie am Wahlstedter Bahnhof.

Außerdem fuhren Streifenwagen durch das ganze große Revier – das von Trappenkamp bis Seedorf, von Rickling bis Groß Niendorf reicht – und stoppten ihnen verdächtig vorkommende Fahrzeuge aus dem laufenden Verkehr heraus. „Davon versprechen wir uns als Abschreckung eine Menge“, sagt Klaus Tiemann. „Und wenn wir tatsächlich auf flüchtende Einbrecher stoßen, können an einem solchen Tag die Polizeikräfte schnell zusammengezogen werden.“

Von den 54 Beamten kamen 32 von der Einsatzhundertschaft Eutin, die übrigen aus den Bezirks- und Autobahnrevieren Bad Segeberg und Pinneberg. Ohne Ansehen der Person? Natürlich doch, denn das ist ja Sinn der Kontrollen: So genannte Sprinter, Kombis mit Hamburger oder Kurzzeit-Kennzeichen wurden besonders herausgewunken, auch Fahrer – ohne dass die Polizei das so deutlich sagt – mit süd- oder osteuropäischem Erscheinungsbild. Blickt man in die Statistik, sind es vor allem Menschen dieser Herkunft, die hierzulande auf Diebeszug gehen.

 Lothar Hermann Kullack

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