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Segeberg Nichts passiert auf Bad Segebergs „Schweinemarkt“
Lokales Segeberg Nichts passiert auf Bad Segebergs „Schweinemarkt“
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19:14 14.09.2018
Der Schweinemarkt, mitten in der Stadt gelegen, sollte längst bebaut worden sein. Quelle: GLOMBIK
Bad Segeberg

Der „Schweinemarkt“ macht auch im Jahre 2018 seinem Namen alle Ehre. Seit bald 40 Jahren als immer unansehnlicher werdende Privat-Parkfläche genutzt, sollte das Grundstück Kurhausstraße/Ecke Kanaltwiete längst bebaut sein. Doch die hochfliegenden Pläne des Investors Torsten Ahlert sind immer noch nicht verwirklicht. Er habe nun Jahre Zeit gehabt, nichts sei passiert, erfuhren die LN von Unmut in der Stadtpolitik. Auch Bad Segebergs Bürgermeister Dieter Schönfeld (SPD) hofft, dass für das Grundstück bald eine „gute städtebauliche Lösung“ gefunden werde, bekannte er auf LN-Nachfrage.

Nun wird seitens der genervten Politiker erwogen, das Wiederkaufsrecht auszuüben. Denn die Stadt hatte Ahlert vor etwa drei Jahren ein zusätzliches Grundstück der Fußgängerzone zur Verwirklichung seiner Pläne verkauft. Passiert damit nichts, kann die Stadt die Fläche vom Käufer zurückfordern. Im Bauausschuss soll es dem Vernehmen nach für so ein Verfahren schon ein positives Votum gegeben haben. Am Dienstag wird man das Thema sicher auch im nichtöffentlichen Teil der Stadtvertretung beraten. Doch Ahlert betont in einem Schreiben an die Politiker, dass das erworbene, kleine Grundstück für die Realisierung seiner Pläne „weiterhin existenziell notwendig“ sei.

Vor vier Jahren noch konnte es dem Investor gar nicht schnell genug gehen mit dem Bebauungsplan, um schon im Frühjahr 2015 mit dem Bau loslegen zu können, wie er damals ankündigte. Konkretes zeigen wollte er nur ungern. Erst auf langes Drängen der Politiker hin, die ungern „die Katze im Sack kaufen“, hatte Ahlerts Architektin Jana Schmidt grobe Skizzen vorgelegt, die auch eine Verlängerung der Sichtachse in Richtung Große Seestraße veranschaulichten. Die Planung wurde abgesegnet, indes, die Bagger kamen bisher nicht.

Ahlert war trotz mehrfacher Versuche nicht für die LN zu sprechen. Nach Informationen dieser Zeitung plant er für sein dreigeschossiges Gebäude mit Dachgeschossausbau inzwischen auch eine Tiefgarage. Die hatte er vor vier Jahren noch vehement abgelehnt. Der Investor gibt nun gegenüber der Stadt an, dass einer Bebauung nichts im Wege stehe. Auch alle Sondierungen hinsichtlich Finanzierung und Vertrieb seien abgeschlossen, verspricht er den Politikern. Im Erdgeschoss soll Einzelhandel mit Schaufensterflächen angesiedelt werden, während die anderen Flächen in den Obergeschossen für Wohnungen genutzt werden sollen.

Solange Torsten Ahlert die festgesetzte Planung nicht umsetzt, bleibt der Parkscheinautomat auf dem Schweinemarkt eine gute Einnahmequelle. Quelle: GLOMBIK

Torsten Ahlert hatte schon einige Pläne präsentiert – aus denen dann aber nichts wurde: Schon im Februar 2003 hatte er angekündigt, an der Kurhausstraße „ein Portal“ zur Innenstadt mit Läden, Büros, Praxen und Wohnungen bauen zu wollen. Daraus wurde nichts, Ahlert kassierte weiter nur Parkgebühren. 2008 kündigte der Besitzer an, auf dem Schweinemarkt ein großes Alten- und Pflegeheim zu bauen. Fehlanzeige, es wurden weiter Park-Euro per Automat gesammelt. Und im Oktober 2011 wollte der Kieswerk-Unternehmer auf dem Schweinemarkt-Gelände gleich ein fünfstöckiges Geschäftshaus mit Supermarkt samt Tiefgarage bauen – wieder nichts. Das Geld klimperte weiter für ihn im Parkscheinautomat.

Nun möchte er erst im ersten Quartal 2019 mit der konkreten Planung beginnen und den Bauantrag im Spätsommer 2019 fertigstellen. Das begründet er gegenüber der Stadt mit dem herrschenden Bauboom und der deshalb beschränkten Kapazitäten der Planung und Bauausführung. Der Baubeginn solle, so sein neuestes Versprechen gegenüber der Politik, im März 2020 erfolgen. Bis dahin dürfte auch Ahlerts Parkautomat in die Jahre gekommen sein. . .

Wolfgang Glombik

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