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Segeberg Alptraum statt Traumhaus: Baufirma lässt Kunden hängen
Lokales Segeberg Alptraum statt Traumhaus: Baufirma lässt Kunden hängen
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00:00 18.10.2012
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Segeberg

Neubausiedlung Burgfelde: Ein Häuschen am Schauenburger Weg böte prima Platz für eine junge Familie. Vom Wohnzimmer aus hätte man einen herrlichen weiten Blick in die Feldmark. Im hellen Dachgeschoss könnte der Nachwuchs spielen. Wenn denn die Wände verputzt, die Fenster und Türen eingebaut wären, es eine richtige Treppe gäbe. Doch stattdessen pfeift der kalte Wind durch den Rohbau.Es sollte das Traumhäuschen von Olivia und Philip Rieken und ihrer Tochter Marlene (2) werden. Nach gründlicher Suche hatten sich die Segeberger Mitte 2011 für ein Eigenheim der Firma IBGHaus aus Büdelsdorf entschieden. Voraussichtlicher Einzug: Sommer 2012. Aber seit Monaten passiert auf der Baustelle nichts. „Seit der Dachdecker im Mai abgezogen ist“, sagt Philip Rieken. Die Sorge, dass es zu Schimmelpilz oder anderen Schäden kommen könnte, ist mindestens genau so groß wie die, dass es nicht weiter geht.„Wir haben schon auf eigene Kosten verklinkern lassen, aber vor dem Winter müssten unbedingt die Fenster rein“, so der 35-Jährige. Allerdings verlange die Herstellerfirma dafür 17 000 Euro von der Familie. „Eigenleistung kostet zusätzlich viel Geld, dabei ist die Hütte schon 50 000 Euro überzahlt“, rechnet Olivia Rieken vor. Und noch eine Hiobsbotschaft erreichte das Paar: Die Baufertigstellungsbürgschaft, die bei Leistungsausfall die Mehrkosten übernimmt, wurde von IBG offenbar nie abgeschlossen, teilte die R & V-Versicherung den Riekens auf Nachfrage mit.In Büdelsdorf geht man in der Führungsetage derweil auf Tauchstation. „Die reagieren auf nichts. Nicht einmal auf unseren Rechtsanwalt“ , so die junge Mutter. Auf etlichen Baustellen die gleichen Szene, der gleiche Ärger: Gerüstbauer packen ein, Handwerker lassen sich aus über nicht bezahlte Rechnungen und Bauherren, die schon eine Menge Geld bezahlt haben, stellen fest, dass auf ihren Grundstücken nichts passiert.In den einschlägigen Internetforen ist die Rede von hunderten von IBG-Häuslebauern in Deutschland. Sie tauschen sich aus, machen einander gegenseitig Mut oder ihrem Ärger Luft, spekulieren über eine mögliche Insolvenz. Sie hoffen, bangen und zahlen bereits Kredite für Häuser ab, die sie noch gar nicht bewohnen können. „Zum Glück haben wir unsere Wohnung noch nicht gekündigt“, eine kleine Sorge weniger für die Riekens. Doch gleichzeitig müssen sie seit Dezember mit der finanziellen Doppelbelastung leben. Anfang September gab es Post von IBG-Geschäftsführer Marc Pohlke an alle Betroffenen, dass man „so schnell wie möglich“ fertigstellen wolle. Aber statt der Handwerker kam am Montag nur eine Firma zur Baustelle, die ihre Mobiltoiletten abholte. „Wir bekommen viele Anrufe von besorgten Bauherren“, bestätigt ein IBG-Mitarbeiter, der nicht genannt werden will. Er selber habe erst im August von den Schwierigkeiten im Unternehmen erfahren und bekomme genau so wenig Informationen wie die Kunden. „Es besteht kein Grund zur Annahme, dass IBGHaus einen Antrag auf Insolvenz stellt“, dementierte Pressesprecher Michael Krause Gerüchte. Derzeit gebe es Verhandlungen, das Unternehmen wieder in ruhiges Fahrwasser zu steuern, so die knappe Antwort auf eine LN-Anfrage.Olivia Rieken ist wütend: „Man steht machtlos daneben.“ Die Situation bedrücke sie, so die 33-Jährige weiter. „Ich will nur, dass es irgendwie weiter geht“, ergänzt ihr Mann. Die Riekens haben Strafanzeige gegen die IBG erstattet.

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