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Segeberg Als Autos fast noch Kutschen waren
Lokales Segeberg Als Autos fast noch Kutschen waren
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20:10 26.06.2017
Bad Segeberg/Leezen

Die Oldtimertour durch Segeberg sei ein Muss, sagt Bernd Matschke, klettet in seinen feuerroten TR6 und knattert davon. Knattern ist dabei vielleicht nicht ganz der richtige Ausdruck, Röhren und Blubbern trifft es bei dem britischen Flitzer aus den 1970er Jahren eher. Es ging um Punkte bei der 37. Oldtimerfahrt des Automobil- und Motorclub Bad Segeberg (AMSC) am Wochenende. Aber es ging auch darum, die schmucken Karossen durch die Gegend zu kutschieren. Die Fahrer genossen es jedenfalls sichtlich, dass sich in so mancher Gemeinde, etwa in Groß Niendorf und in Strukdorf, an der Strecke die Passanten am Fahrbahnrand postiert hatten.

Applaus und Bewunderung für die alte Technik auf zwei oder vier Rädern gab es im Ziel auf dem Marktplatz von Bad Segeberg, aber auch schon ein paar Stunden zuvor beim großen Mittagsstopp auf dem Dorfplatz in Leezen. Das besonders Interesse der Gucker und Stauner galt dem alten Oakland Torpedo Roadster, Baujahr 1911, gesteuert von Thomas Degenhardt und dem Ford Tin Lizzy aus dem Jahr 1912.

Beiden ist ihre Abstammung von der Kutsche anzusehen: Messinglampen, Bügel-Federung, ledernes Faltdach. Aber auch Fans formschön geschwungener Flitzer aus den 1960er Jahren – mit rund 20 Startern die größte Teilnehmerklasse – bekamen feines Blech zum sattsehen.

So mancher Fahrer von weiter her hatte sein Schätzchen auf dem Anhänger zum Startpunkt, dem Autohaus Senger in Bad Segeberg, gefahren. Aber es gab auch diejenigen, die „auf eigener Achse“ angereist waren und demzufolge mehr als die 115 Oldtimerfahrt-Kilometer hinter sich gebracht hatten.

Fazit von Fahrleiter Arno Wichmann vom AMSC zur Veranstaltung: „Wir sind von A bis Z zu frieden mit dem Ablauf und den Ergebnissen.“ Zwar seien es letztendlich nicht 106, sondern nur 99 Starter gewesen, aber das habe weder mit dem Wetter noch mit der Veranstaltung zu tun gehabt. Das dennoch große Teilnehmerfeld sei in der Altersstruktur der Fahrzeuge gut gemischt gewesen, Motorräder und Automobile hätten sich die Waage gehalten. Und es habe keine größeren Störungen gegeben, betont er. „Nur ein Trabi mit Anhänger ist liegengeblieben“, fasst Wichmann zusammen und kommt noch einmal auf die beiden über 100-jährigen Autos zu sprechen: „Der Oakland und der Tin Lizzy haben keinerlei technische Probleme gehabt. Daran kann sich so manches heutiges Fahrzeug ’ne Scheibe abschneiden.“

Heike Hiltrop

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