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Als das Sprüttenhus eine Arrestzelle hatte

Wakendorf I Als das Sprüttenhus eine Arrestzelle hatte

In liebevoller Detailarbeit haben die Wakendorfer ihr altes Feuerwehr- gebäude wieder in seinen Urzustand versetzt. Es soll nun auch als kleines Museum dienen.

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Gaben eine Kostprobe ihres schauspielerischen Talents: Kurt Böttger und Jürgen Colberg (r.) landeten in der Ausnüchterungszelle.

Quelle: Fotos: Dreu

Wakendorf I. Mit einer schauspielerischen Einlage leiteten die Wakendorfer am Freitag einen Feiertag für die Gemeinde und ihre Feuerwehr ein. Gefeiert wurden gleich drei Ereignisse: die Einweihung des restaurierten Sprüttenhuses, die Ankunft des neuen Feuerwehrautos und die neue Einsatzkleidung der Feuerwehr, die ebenfalls bereits auf dem Weg nach Wakendorf ist.

LN-Bild

In liebevoller Detailarbeit haben die Wakendorfer ihr altes Feuerwehr- gebäude wieder in seinen Urzustand versetzt. Es soll nun auch als kleines Museum dienen.

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Viele Dorfbewohner waren am Freitag zum alten Sprüttenhus gekommen, an dem Bürgermeister Kurt Böttger und Jürgen Colberg die Gäste in eine Zeit zurückversetzten, als das alte Feuerwehrhaus tatsächlich noch eine Arrestzelle hatte, die der Wachtmeister oft mit volltrunkenem Leben füllte. Als „Dreschmonarchen“, wie Anfang des vergangenen Jahrhunderts die Tagelöhner in der Landwirtschaft genannt wurden, hatten die beiden Akteure zu tief ins Glas geschaut. Wachtmeister Jan Broers sah eine Weile zu, dann aber fackelte er nicht lange und verfrachtete die beiden Trunkenbolde hinter Gitter.

In viel Kleinarbeit hatten die Wakendorfer ihr altes Sprüttenhus in seinen Urzustand versetzt. Das begradigte Tor wurde durch einen Rundbogen ersetzt und die einst abgetrennte Arrestzelle wieder eingerichtet. Dabei allerdings wurde auf eine feste Wand verzichtet. Stattdessen hatte Heiko Jaacks einen Sockel gemauert, in den Gitterstäbe eingelassen worden waren. Auch eine neue Fassade, die der alten nachempfunden war, hat das kleine Gebäude bekommen. Die Rundbogentür hatte Jan Broers für die Gemeinde angefertigt.

4200 Euro hat sich die Gemeinde den Umbau kosten lassen. Dienen soll das alte Sprüttenhus zukünftig als kleines Heimatmuseum, in dem nicht nur historische Feuerwehrgeräte, sondern auch Utensilien aus vergangener Zeit ausgestellt werden sollen. Feste Öffnungszeiten wird das Dorfmuseum nicht haben. Wer es besichtigen möchte, kann sich bei Kurt Böttger, Jürgen Meynerts oder Gerd Böttger melden, die passende Schlüssel für das 1911 erbaute Sprüttenhus haben.

Auch einen Feuerwehreinsatz aus damaliger Zeit hatten die Wakendorfer nachgestellt. Kaum wurde die Sirene ausgelöst, brauste Gerd Böttger in der damals üblichen Einsatzkleidung mit seinem Oldie-Schlepper heran, der als Zugmaschine für den Feuerwehr-Anhänger diente, der im Gegensatz zu den heutigen Feuerwehrautos noch moderate Ausmaße hatte. Auch das bis Freitag noch im Dienst stehende Feuerwehrauto kam zum Einsatz, seinem letzten für die Wehr Wakendorf I. Die nämlich präsentierte wenige Minuten später ihre Neuanschaffung: einen guten Gebrauchten der befreundeten Feuerwehr Glashütte.

Nicht nur Feuerwehrautos aus drei Generationen konnte Wehrführer Sven Lange präsentieren, sondern auch die zur jeweiligen Zeit passende Einsatzkleidung hatten die Brandschützer angezogen. Anfangs waren es lediglich orangefarbene kurze Jacken, die anschließend blauen langen und schweren Einsatzjacken mit passenden Hosen gewichen waren. Die neue Schutzkleidung dagegen besteht aus leichteren und kürzeren Jacken und längeren Hosen. Sehr zur Freude der Kameraden.

Zur Feier des Tages hatte die Gemeinde reichlich Gulaschsuppe aus dem „Utspann“ spendiert und auch ein Fass Bier springen lassen. Ausreichend Platz für einen gelungenen Abend gab es in der Halle vom Bürgermeister – die sich bereits mehrere Schwalbenpaare als Domizil auserkoren hatten.

Käufer gesucht

40 Jahre ist der Mercedes- Rundhauber mit der Bezeichnung TLF 16/ 25 alt. Trotz seines betagten Alters hat er einen fast jungfräulichen Kilometerstand, denn das Fahrzeug ist lediglich 22000 Kilometer gelaufen. Es verfügt über einen 2400 Liter fassenden Wassertank und bietet Platz für sechs Personen. Es ist elf Tonnen schwer, 130 PS stark und hat gerade erst die Tüv-Plakette bekommen. Wie auch das neue Feuerwehrauto der Gemeinde hat es zuvor im Dienst der Feuerwehr Glashütte gestanden. Wer sich für das Feuerwehrauto interessiert, wird gebeten, sich bei Kurt Böttger unter ☎ 04550/ 341 zu melden. pd

Petra Dreu

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