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Segeberg Als die Dunkelkammer zum „Lightroom“ wurde
Lokales Segeberg Als die Dunkelkammer zum „Lightroom“ wurde
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20:36 15.09.2017
Detlef Bosse stellt in der Villa Flath aus – diese Spiegelungen entstanden am Berliner Wannsee. Quelle: Foto: Kullack
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Bad Segeberg

Der erste Raum: „Wannsee 1“ oder „Wannsee 2“ heißen die Bilder – Spiegelungen im Wasser, die allein durch die Fotooptik zu Kunstformen werden. Wie bei vielen der Arbeiten von Detlef Bosse entsteht sofort der Eindruck: „Das muss er bearbeitet haben“. Hat er auch – wie jeder Fotograf, der eine künstlerischen Anspruch hat. „Aber ich bearbeite das Bild als Bild, verwende keine Effekte, um Verfremdungen zu erreichen“, sagt der 57-Jährige. Bestätigt wird das in Raum zwei, dem früheren Flath-Gedächtniszimmer: „From a Railway Carriage“ heißt die Serie: Eilige, flüchtige Bilder – durch das Zugfenster auf einem Bahnhof fotografiert. Auch hier wurden keine „Wischer“ oder Striche hinzugefügt. Der Eindruck des Schwindenen, Hastigen entsteht allein durch die Kunst der Fotografie, hier durch längere Belichtungszeiten. Für Fotofreunde: Je nach Tempo des bremsenden oder anfahrenden Zuges sind es eine 20stel oder gar 15stel Sekunde. „Das Foto aus dem Zugfenster zeigt also, was wir eigentlich sehen – nur dass wir nicht in der Lage sind, diesen Zeitraffer-Moment so wahrzunehmen“, erläutert Bosse. Von Bremen nach Hamburg, mit 180 Sachen.

Raum drei, der „Gang“ zwischen zwei Ausstellungsräumen: Holz, dessen Maserungen und Schattierungen sind das Thema – für Bosse heute eher ungewöhnliche Schwarzweiß-Fotos, ähnlich wie die blau-monochromen Krähen in Raum fünf. Fotos, die man besser Bilder nennt, um den Bezug zur Kunst nicht zu verlieren; denn das sind diese Fotografien in allen Räumen: Kunst.

Mit Schwarz-Weiß und einer billigen „Pentax KX“ hatte der 1960 in Essen geborene und auch im Ruhrgebiet aufgewachsene Detlef Bosse als junger Mensch begonnen. Er machte „Street Photography“, als man in Deutschland den Begriff noch nicht kannte: Rauchgeschwärzte Häuser, rußgeschwärzte Menschen . . . von „Persönlichkeitsrechten“ sprach noch niemand. „Viele Stunden verbrachte ich in der Dunkelkammer, um das oft mühsam Eingefangene ans Licht zu bringen“, erinnert sich der heutige Waldorf-Lehrer, der in Bönebüttel bei Neumünster lebt.

Zur Studienzeit unternahm er ausgedehnte Radtouren durch Irland und Schottland, die Landschaftsfotografie bestimmte seine Interessen, die Farbe kam ins Bild. Dann der Zeitenwandel: Digitalfotografie machte die alten, teuren Analogkameras und Optiken erschwinglich. Nachdem Bosse sich daran abgearbeitet hatte, stieg er selbst aufs Digitale um. Die Dunkelkammer heißt nun „Lightroom“, und verglichen mit jener Pentax, mit der er einst begann, ist seine heutige Lieblingskamera ein Raumschiff: eine Canon Vollformat. Meisterhaft eingesetzt in Raum vier: Strand und Wattszenen aus St.Peter: Wegen des 300-Millimeter-Objektivs und der langen Verschlusszeiten sind sogar Luftbewegungen sichtbar. Aus Sandkörnern werden Felsbrocken, aus Strandspaziergängern irre Wesen von ganz weit weg.

Detlef Bosse, „Fotografien“: Bis zum 8. Oktober donnerstags bis sonnabends 15 bis 18 Uhr, sonntags 11 bis 18 Uhr in der Villa Flath, Bismarckallee 5. Vernissage am Sonntag, 11.30 Uhr.

Von Lothar Hermann Kullack

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