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Segeberg Als tollkühne Piloten in Segeberg landeten
Lokales Segeberg Als tollkühne Piloten in Segeberg landeten
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00:00 17.10.2012
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Segeberg

Der Bad Segeberger Stadthistoriker Hans-Werner Baurycza hat dazu sensationelle Lichtbilder ausfindig gemacht. In der Hauptstelle der Sparkasse Südholstein, Oldesloer Straße, zeigt er in einer kleinen Ausstellung diesen denkwürdigen nationalen Flug-Zirkus, der auch in Segeberg landete, um für die Fliegerei zu werben. Schon am 16. Juni waren die Flugwochen unter der Schirmherrschaft von Prinz Heinrich von Preußen in Kiel gestartet worden, gesponsert von der Marine und zahlreichen nationalbewussten Deutschen. 203 000 Mark waren dafür zusammengekommen. In einem „Zuverlässigkeitsflug“ in vier Tagesetappen mit insgesamt 456 Flugkilometern sollte auch die „militärische Brauchbarkeit“ der Flugmaschinen demonstriert werden. „Damit möglichst viele Orte mit dem Flugwesen bekannt gemacht werden, waren eine ganze Reihe von Zwischenlandungen geplant“, heißt es in der damaligen Ausgabe der „Luftfahrerzeitschrift“. Viele Landungen auf Koppeln – da wurden aus Flugzeugführern Bruchpiloten. Im nebligen Rendsburg war einer der Tollkühnen gegen den Karren einer fliegenden Händlerin gerast. Es gab Verletzte. Notgelandet wurde in Knicks, in Baumkronen sogar auf den Wipfeln eines Nadelwäldchen. Meist ging es mit Knochenbrüchen und Prellungen ab. Einer wurde kopfüber aus seinem „Apparat“ auf einen Kartoffelacker geschleudert.Auf der Etappe von Heide bis Altona wurde der Pilot König mit seinem Eindecker vom Wind heruntergedrückt und gegen seinen Steuerknüppel geschleudert. Der 27-Jährige erlitt mehrere Rippenbrüche und „eine Leberzerreißung, die noch in der Nacht seinen Tod herbeiführte“. Es ging trotzdem weiter. Von zehn waren jetzt nur noch drei Flieger übrig, die nach Neumünster über Segeberg starteten. Horn, Baierlein und Stoeffler hatten alle mit Gewitter zu kämpfen. Der erste Start wurde gegen 9 Uhr mit einem Kanonenschuss vom Segeberger Kalkberg aus angekündigt. Eine kleine Völkerwanderung mit Kutschwagen und Fahrrädern auf der Kieler Straße, der heutigen Kurhaus- und Eutiner Straße, setzte ein. Bauryzca schätzt, das mindestens 3000 Zuschauer kamen. Eine Stunde später folgte der zweite Kanonenschuss. Vom Kalkberg aus konnte man das erste Flugzeug sehen. Punkt 10.07 Uhr setzte der erste Flieger auf der Sportkoppel auf. Am späten Nachmittag kamen die anderen zwei Flugzeuge. Besonderes Pech hatte der Pilot Baierlein. Er musste vor Segeberg noch bei Hasenmoor und Bockhorn auf freiem Feld zwischenlanden. Trotzdem war Segeberg ein gutes Pflaster für die drei letzten Flieger. Alle kamen heil in Neumünster an.

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