Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Segeberg Alte und neue Drogen auf dem Vormarsch
Lokales Segeberg Alte und neue Drogen auf dem Vormarsch
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:46 07.06.2016
Hans-Jürgen Tecklenburg und Beatrix Fay von der ATS-Suchtberatungsstelle in der Bad Segeberger Gartenstraße. Quelle: O. Vogt

 60 Prozent aller Beratungsanfragen, die 2015 bei der ATS in der Bad Segeberger Gartenstraße aufgelaufen sind, hingen damit zusammen. Das geht aus dem gestern vorgestellten Jahresbericht der zum Landesverein für Innere Mission gehörenden ATS hervor.

Absolut hatten sich im vergangenen Jahr 605 Personen hilfesuchend an die ATS gewandt. Neben Alkohol spielten dabei zu 17 Prozent Glücksspiel oder exzessive Mediennutzung eine Rolle, 15 Prozent der Ratsuchenden hätten wegen Konsum oder Abhängigkeit von illegalen Drogen angefragt, teilte die ATS gestern mit.

Ein für die Suchtberater relativ neues Phänomen, das aber stark zunehme, sei die andauernde Nutzung von Smartphones, vor allem durch Kinder- und Jugendliche. „Wobei wir es dort mit einem großen Graubereich zu tun haben“, sagt Diplom-Psychologin und Teamleiterin Beatrix Fay. Die Grenze zwischen Missbrauch und Sucht sei insbesondere beim Medienkonsum schwer zu ziehen. „Entscheidend ist nicht unbedingt die Dauer des Konsums. Von einer Sucht sprechen wir dann, wenn alle anderen Dinge des täglichen Lebens dahinter zurücktreten müssen“, stellt Fay klar. Gleichzeitig warnt die Suchtberaterin aber davor, mit dem Finger auf die Jugendlichen zu zeigen. „Auch ihre Mütter und Väter schauen ständig auf ihr Smartphone, es handelt sich daher auch um erlerntes Verhalten.“ Aber nicht nur das Smartphone, auch Online-Spiele, die weltweit mit anderen Nutzern über das Internet gespielt werden können, machen weiter einen erheblichen Teil des Beratunsgbedarfs aus.

Dabei nehme auch die Nachfrage von Schulen und anderen Einrichtungen in der Region nach Präventionsveranstaltungen weiterhin deutlich zu, sagt ATS-Leiter Dr. Hans-Jürgen Tecklenburg. „Der Bedarf ist dabei deutlich größer, als wir mit unseren Mitteln abdecken können.“ Insgesamt seien im vergangen Jahr 32 dieser Veranstaltungen an weiterführenden Schulen angeboten worden. Ziel sei aber weniger, die Jugendlichen zu belehren, sondern mit ihnen über ihren Konsum ins Gespräch zu kommen, sei es nun Alkohol, Cannabis oder das Smartphone.

Zwar zeige sich, dass unter den Jugendlichen Alkohol und Cannabis weiter verbreitet seien. Es gebe aber auch erfreuliche Tendenzen. „Nikotin ist deutlich auf dem Rückzug“, sagt Tecklenburg. Nur noch zehn bis 15 Prozent der unter 18-Jährigen griffen zur Zigarette. Vor einigen Jahren habe die Quote noch bei 30 Prozent gelegen.  ov

ATS: Telefon: 04551/84358 84, E-Mail: sucht.se@ats-sh.de

LN

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die neue Blitzersäule am Bahnhof von Bad Segeberg steht erst seit rund einem Monat. Jetzt ist er bereits Opfer von Vandalismus geworden. Die Anlage galt als "Goldesel" des Kreises.

07.06.2016

Dem Schulverband Bad Segeberg laufen dramatisch die Kosten davon. Jetzt muss in den teuren  Offenen Ganztagsschulen kräftig gespart werden.

07.06.2016

„Ganz in Weiß“, das ist nicht nur ein alter Schlager von Roy Black,  das ist auch Motto des „White Dinners“, nun auch in Leezen. 150 Menschen haben sich am Sonnabend ganz in weiß an weiß gedeckte Tische auf dem Leezener Dorfplatz gesetzt, um gemeinsam zu essen, zu trinken und zu klönen.

07.06.2016
Anzeige