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Segeberg Am Wochenende wieder zu Otto Flath
Lokales Segeberg Am Wochenende wieder zu Otto Flath
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20:24 29.03.2016
Bad Segeberg

Fast tanzen sie einen Reigen, die Skulpturen von Otto Flath. Sagengestalten neben religiösen Figuren oder Skulpturen, die von Flucht und Vertreibung erzählen — sie bilden einen Kreis im Vorraum und zeigen doch nur eine kleine Auswahl aus dem Werk des Bad Segeberger Bildhauers. Noch ist Winterpause in der Kunsthalle, doch am Wochenende öffnen sich wieder die Türen, die neue Saison beginnt.

Die Otto-Flath-Halle öffnet wieder: Ursula Michalak vom Otto-Flath-Stiftungsbeirat lädt ein. Einige Ideen haben sich die Mitglieder zum 110. Geburtstag Otto Flaths bereits einfallen lassen. Quelle: Fotos: Silvie Domann
„Musik“ heißt diese Skulptur, die Otto Flath 1958 schuf.
Die Otto-Flath-Halle öffnet wieder: Ursula Michalak vom Otto-Flath-Stiftungsbeirat lädt ein. Einige Ideen haben sich die Mitglieder zum 110. Geburtstag Otto Flaths bereits einfallen lassen. Quelle: Fotos: Silvie Domann
„Musik“ heißt diese Skulptur, die Otto Flath 1958 schuf.

Am 9. Mai würde Otto Flath (1906 - 1987) seinen 110. Geburtstag feiern, für den Otto-Flath-Stiftungsbeirat ein Grund für besondere Projekte. „Wir veranstalten einen Wettbewerb für Schulen“, sagt Ursula Michalak, stellvertretende Stiftungsratsvorsitzende. Schüler sollen sich künstlerisch mit Otto Flath auseinandersetzen.

Zeichnungen mit Bleistift, Kohle und Rötel sind ebenso möglich wie Malereien mit Wasserfarben oder Aquarell. Auch Skulpturen und Plastiken aus Gips, Metall oder Holz können angefertigt werden. Alle Schulen aus Bad Segeberg und dem Umland können sich am Wettbewerb beteiligen. So kann die Kunsthalle Otto Flath zum Beispiel Wandertagsziel für Schulen aus Trappenkamp, Bornhöved, Fahrenkrug, Nahe oder Leezen sein.

„Der Stiftungsbeirat möchte mehr Besucher in die Kunsthalle ziehen, deshalb werden die Schülerwerke in der Halle zwei Wochen vor den Herbstferien ausgestellt“, erklärt Ursula Michalak. Besucher und Stiftungsrat werden so zur Jury. Für die Sieger der unterschiedlichen Altersklassen gibt es Freikarten für die Karl-May-Spiele, Buchgutscheine und weitere Überraschungen.

An der Umsetzung weiterer Ideen arbeitet der Stiftungsbeirat noch. „Wenn die Leute nicht zu Otto Flath kommen, dann kommt Flath zu den Leuten“, sagt Ursula Michalak. So möchte der Beirat mit den Einzelhändlern der Stadt zusammenarbeiten. In jedem Schaufenster könnte zum 9. Mai ein Konterfei Otto Flaths und eine Malerei oder eine Zeichnung von ihm in DIN A3 hängen.

Und auch umweltbewusst kann der Segeberger mit Otto Flath sein: „Immer mehr Kunden verzichten auf Plastiktüten und nehmen einen Stoffbeutel zum Einkaufen. So könnte der Kopf von Otto Flath auf einer Seite eines Beutels gedruckt werden“, sagt Ursula Michalak.

Auch die offizielle Stadt Bad Segeberg erinnert sich an ihren Ehrenbürger, am 23. Juni wird es ein Konzert mit Festvortrag im Bürgersaal geben.

Da es zwar schon ein Interesse an Werken von Flath gebe, das Ausleihen aber kompliziert und der Verkauf nicht möglich sei, will der Stiftungsbeirat nun ein anwaltliches Gutachten bezüglich Testament und Verträge einholen. „Damit wir endlich Klarheit über die Rechtslage bekommen“, so die stellvertretende Beiratsvorsitzende. Michalak ergänzt: „Wenn Otto Flath so berühmt wie Salvador Dali oder Pablo Picasso wäre, dann würde sich auch ein Kalender mit Werken von ihm lohnen.“ Es gebe viele Leute, die der Meinung seien, dass Otto Flaths Erbe erhalten werden müsse, doch wenn es um die Umsetzung gehe, seien die plötzlich verschwunden. „Oder sie wünschen sich Dinge, die viel Geld kosten“, erzählt Ursula Michalak.

Die Otto-Flath-Halle mit Leben füllen, das möchte der Stiftungsrat. Er hat einige Ideen und sucht nun nach Partnern. Zum Beispiel für Schulen ein fächerübergreifendes Arbeiten mit anschließender Ausstellung in der Flath-Halle; für die Jugend Poetry-Slam oder Konzert; Tanzveranstaltungen, vielleicht Square Dance zwischen den Skulpturen. Auch der 111. Geburtstag Otto Flaths 2017 sei ein Grund zum Feiern, vielleicht bringt der Männerchor ein Geburtstagsständchen mit Liedern um 1906. „Wir leben davon, dass Bürger uns ihre Ideen mitteilen“, so Ursula Michalak. Außerdem würde sich der Stiftungsbeirat über zusätzliche Ideen vom Kulturbeauftragten der Stadt, Michael Meier, freuen. Auf Nachfrage der LN sagte Meier, dass er keine Veranstaltung zum Geburtstag Flaths plane, aber derzeit an noch nicht spruchreifen Ideen arbeite.

Ehrenamtliche können Verstärkung gebrauchen

850 Besucher kamen im vergangenen Jahr in die Kunsthalle Otto Flath. In den Vorjahren waren es stets nur etwa 500 Menschen. Die Kunsthalle ist von April bis Oktober immer sonnabends und sonntags von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet zwei, ermäßigt einen Euro. Auf Anfrage können auch Kleingruppen ab fünf Personen eine Führung außerhalb der Öffnungszeiten bekommen.

Derzeit kümmern sich acht Ehrenamtliche um die Besucher. „Wir freuen uns auf neue Personen, die uns helfen möchten“, sagt Dieter Blau. Es würden sich häufig gute Gespräche mit den Besuchern über Flath entwickeln, die Arbeit mache Spaß. Wer Interesse hat, sich zu engagieren, meldet unter der Telefonnummer 04551/ 4489. sd

Von Silvie Domann

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