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Segeberg Am wichtigsten ist ihm der Bachchor
Lokales Segeberg Am wichtigsten ist ihm der Bachchor
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20:19 30.12.2015
Roman Adam singt nicht nur in diversen Chören, er ist auch Musiker in Altenheimen und in der Krankenhausseelsorge. Sein Akkordeon begleitet ihn dabei.

Der Terminkalender ist im Dezember für Roman Adam prall gefüllt. Der Chorsänger ist Mitglied gleich dreier Chöre, und so jagt ein Weihnachtskonzert das andere. Hinzu kommen die Tätigkeiten als Musiker in der Krankenhausseelsorge und in Altenheimen. Außerdem ist Adam noch im Kreis-Chor und im Posaunenchor der Südstadt-Kirche aktiv.

Der 60-Jährige ist in Bischkul/ Nordkasachstan geboren und lebt seit 20 Jahren im Kreis Segeberg. „Meine Großeltern waren Schwaben und sind nach Kasachstan ausgewandert, auch sie waren schon musikalisch“, erzählt Adam. Musik und Lieder wurden mündlich überliefert, zu Hause wurde ohne Noten gespielt. In der Schule gab es Lehrer für einzelne Instrumente, die er und seine fünf Geschwister erlernten. „Wir haben untereinander konkurriert, aber auch das gesamte Dorf. Abends und am Wochenende wurde immer musiziert und getanzt“, sagt Adam. Man merkt, dass Musik ihm große Freude bereitet, bereits das Erzählen darüber zaubert einen besonderen Glanz auf sein Gesicht.

Musizieren ist selbstverständlich für ihn, es gehört zum Leben. So stellte sich für Adam auch nicht die Frage, Musik zu studieren. Stattdessen machte er einen Hochschulabschluss im Bereich Landwirtschaft. Die erste Zeit in Todesfelde arbeitete er als Fleischkontrolleur, hörte aus gesundheitlichen Gründen auf. Bereits in Todesfelde hatte er im Feuerwehr-Musikzug und in einer VHS-Akkordeongruppe mitgespielt. „Bei einem Gottesdienst saß ich neben Pastor Wagner, wir kamen ins Gespräch, er hat mich in die Kirchenmusik eingeführt. Das war pure Freude“, sagt der Vater zweier Töchter.

Adam singt Tenor und ist Mitglied im Segeberger Bachchor, im Männerchor Bad Segeberg von 1840 und im Segeberger Gospelchor. Er zeigt auf die unterschiedlichen Notenbücher: Mozart für den Bachchor, Volkslieder für den ältesten Chor der Stadt und eine moderne Komposition, „Die letzte Flut“ von Kirchenmusiker Jan Simowitsch.

Adam singt nicht nur, er spielt auch diverse Instrumente. Das Akkordeon auf dem Schoß spielt er sein Lieblingslied „Du liegst mir im Herzen“, ein Volkslied, um 1820 komponiert. „In jedem Raum der Wohnung steht ein Musikinstrument“, sagt Adam und zählt auf: Schlagzeug, Gitarre, Akkordeon, Posaune, Keyboard. Kein Wunder, dass häufig Freunde vorbeikommen und gemeinsam musiziert und getanzt wird.

„Ich singe, und alle freuen sich.“

Ein gutes Gedächtnis ist für Adam wichtig, um die Liedtexte nicht durcheinanderzubringen. So unterschiedlich das Repertoire der Chöre ist, so verschieden sind auch Adams Beweggründe. „Der Bachchor ist einfach meins. Bach, Mozart, da geht einem das Herz auf.“

Einen Auftritt des Männerchors hat er gehört, von der nächsten Probe an ist er dabei gewesen. Es sei schön, nur mit Männern zu singen. „Es ist sportlich, wenn starke Männer in einer Reihe stehen.“

Und in den Gospelchor ist Adam eingetreten, weil er den C-Kirchenmusikkursus machen wollte. „Dort singen wir Neues, selbstkomponiert. Das ist auch schön.“

Adam schätzt, dass er etwa 60 Mal im Jahr auf der Bühne steht. Im Dezember können es auch mal drei Termine an einem Tag sein. Da ist schnelles Umziehen gefragt, denn jede Gruppe hat ihr eigenes Outfit. Doch eines ist klar für den begeisterten Sänger: Höchste Priorität hat der Bachchor. Denn darauf freut er sich am meisten.

„Bach und Mozart, da geht einem das Herz auf.“
Roman Adam, Chorsänger
aus Bad Segeberg

Silvie Domann

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