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Segeberg Amok-Gefahr: Bad Segebergs Schulen sind vorbereitet
Lokales Segeberg Amok-Gefahr: Bad Segebergs Schulen sind vorbereitet
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00:00 20.12.2012
Bad Segeberg

Wie gut sind Bad Segebergs Schulen auf Amokläufe vorbereitet? Durch die Tragödie von Newton kommt dieses Thema wieder in das Gedächtnis zurück. In den Lehrerkollegien und bei den Eltern wird über Sicherheitsvorkehrungen diskutiert. Das Land hat schon früher Notfallwegweiser in den Schulen verteilt. Für Schulrätin Marianne Böttcher ist klar, dass nach den furchtbaren Eindrücken in den USA jetzt wieder alles „aufgefrischt“ werden müsse.

Nach den Amokläufen in Erfurt und Winnenden ist in Segeberg technisch aufgerüstet worden: In größeren Schulen können mit Lautsprecher-Durchsagen alle Klassenräume erreicht werden. Amokläufe werden in der Regel mit Codewörtern durchgesagt. Die Klassentüren werden dann sofort von innen verriegelt, Schüler und Lehrer legen sich auf den Boden warten auf Anweisungen. So ähnlich könnte das Szenario aussehen. Die Bad Segeberger Heinrich-Rantzau-Schule ist die größte Grundschule der Gegend. „Wir hatte bisher Lautsprecher nur auf den Fluren und aus Sorge über Amok den Schulträger gebeten, dass in jedem Raum Lautsprecherdurchsagen möglich sind“, sagte Schulleiterin Anja Look. Mit Erfolg. Aus jedem Raum haben Lehrkräfte sogar per Gegensprechanlage die Möglichkeit, bei ihr direkt Alarm zu schlagen. Look: „Wir haben einen schulinternen Krisenleitfaden für Amokläufe entwickelt.“ Auch die Franz-Claudius-Schule ist vorbereitet. Alle Klassen seien per Durchsage erreichbar, teilte Schulleiterin Göntje Braren mit. Forderungen, Schulen mit kontrollierten Zugängen abzuriegeln, erteilt sie eine klare Absage. „Hier kommen Eltern, Großeltern, das ist öffentlicher Raum, wie soll man das abschotten?“

Schulrätin Marianne Böttcher weiß von problematischen Schülern, die von Schulleitern bei der Schulpsychologin gemeldet wurden. Doch Segeberg scheint auf dem Feld unterversorgt: Auf 30 000 Schüler im Kreis kommt eine Psychologin. „Sie hat schon viel zu tun“, weiß Böttcher. Immerhin leiste sich jetzt Norderstedt eine eigene Schulpsychologin. Aber inzwischen gebe es an allen größeren Schulen Sozialarbeiter, die sich um Kinder mit Problemen individuell kümmern. Laut Marianne Böttcher sind immer mehr Kinder psychisch auffällig. „Aber vielleicht liegt das auch daran, dass wir mehr darauf achten.“

Rolf Kohlmeyer, Leiter des Berufsbildungszentrums mit 2500 Schülern, weiß, „dass es schwierig ist, sich auf Amokläufe vorzubereiten“. Immerhin habe die Schule eine Sozialpädagogin, die Einzelgespräche mit Schülern führt. Es sei schon schwer, bei der Schulpsychologin Termine zu bekommen, erzählt der Leiter des Schulzentrums, Bernd Falkenhagen. „In krassen Fällen, die wir vermehrt haben, suchen wir Verbindung zur Schulpsychologin oder verweisen die Eltern auf Praxen.“

Frank Ulrich Bähr vom Städtischen Gymnasium steht noch unter dem Eindruck der grausamen Taten an der Grundschule in Newton. „Ein Gedanke ist, dass so etwas niemals an der eigenen Schule passieren darf. Wir fragen uns, wie gut wir darauf vorbereitet sind.“ Notfallpläne mit genauen Verhaltensmaßregeln müssen aufgefrischt werden. Sinnvoll wäre neben der installierten Lautsprecheranlage auch noch eine Gegensprechanlage in den Klassen einzurichten, glaubt Bähr. Sein Kollege, Schulleiter Jochen Paustian von der Dahlmannschule, ist hingegen überzeugt, dass es wenig sinnvoll sei, im Extremfall Klassen mit Codewort zu alarmieren. „Davon halte ich nichts.“ Er setzt auf ein System mit einer Notfallnummer, die jeder Lehrer haben werde. Er und seine Vertreter seien über ein „rotes Telefon“

erreichbar und könnten dann gezielt auf die Gefahr reagieren. Aber Details zur Amok-Abwehr der Dahlmannschule bleiben natürlich geheim.

Unsere Schulpsychologin hat viel zu tun.“Schulrätin Böttcher

Wolfgang Glombik

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