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Amt will Flüchtlinge im Hotel „Busch & Busch“ unterbringen

Fahrenkrug Amt will Flüchtlinge im Hotel „Busch & Busch“ unterbringen

Mit bis zu 125 Asylsuchenden übernimmt Fahrenkrug mehr als ein Drittel des Kontingents für das gesamte Amt Trave-Land — Manche Bürger sind besorgt.

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„Kein weiteres großes Objekt in Fahrenkrug mehr!“ Rolf-Peter Mohr, Bürgermeister von Fahrenkrug

Fahrenkrug. Von den 337 Flüchtlingen, die das Amt Trave-Land nach bisheriger Zuteilung 2016 unterzubringen hat, werden über kurz oder lang bis zu 125 in Fahrenkrug wohnen — zusätzlich zu den 2000 Flüchtlingen in der Erstaufnahmeeinrichtung im benachbarten Levo-Park. Das sorgt für einige Unruhe im Dorf.

Zu dem vom Amt angemieteten ehemaligen Altenheim im Schackendorfer Weg (20 bis 25 Asylbewerber) kommt nun noch das Hotel „Busch & Busch“ samt zweier darin enthaltener Wohnungen (40 bis 60 Flüchtlinge) sowie ein Holzhaus in der Nähe, das früher einen Fahrradhandel beherbergte und das das Amt aufgekauft hat, um hier nach Umbauten bis zum Spätsommer weitere 30 bis 40 Flüchtlinge unterzubringen.

„Das ist schon sportlich, was hier in Fahrenkrug gemacht werden soll“, sagt Rainer Paul vom Getränkehandel in unmittelbarer Nachbarschaft. „Ich will nicht zu schwarz sehen, aber ich glaube, dass uns das in unserem Tagesablauf sehr stark einschränken wird“, so der Geschäftsmann. Er hätte sich einen besseren Informationsfluss vom Amt gewünscht. „Dass das Holzhaus vom Amt gekauft wurde, mussten wir aus der Zeitung erfahren. Erst nachdem wir das Gespräch gesucht haben, werden wir auf dem Laufenden gehalten“, so Paul. Es gebe zu wenig Transparenz. Er ist nicht der einzige im Dorf, der das so sieht, doch andere wollen nicht genannt werden, aus Angst, „in die rechte Ecke gestellt zu werden“.

„Natürlich haben wir für diese Planungen keine ,Standing Ovations‘ bekommen“, sagt Rainer Andrasch, Leitender Verwaltungsbeamter des Amtes Trave-Land, und räumt ein, dass eine solche Ballung von Flüchtlingen in einem Ort nicht glücklich sei. Es sei enorm, was Fahrenkrug für die Unterbringung von Flüchtlingen leiste. Von der Infrastruktur mit Bahn- und Busverbindungen und der Schule sei die Gemeinde ideal. Er sei sehr froh darüber, dass sich gleich ein ehrenamtlicher Helferkreis gebildet habe, und zwar schon, als überhaupt erst über die Möglichkeit gesprochen wurde, das Altenheim Schackendorfer Weg zu nutzen. „Wir sind derzeit etwa 20 Helfer und wir glauben, dass wir gut aufgestellt sind“, sagt Karin Peters vom Flüchtlingskreis.

Vom Konzept, alle Flüchtlinge in normalen Wohnungen unterzubringen, habe man abrücken müssen: „Für 337 Asylbewerber bräuchten wir 80 Wohnungen, das ist undurchführbar“, sagt Andrasch. Stattdessen fahre man jetzt dreigleisig: Wohnungen, wo möglich, dann Anmietung größerer Objekte wie in Fahrenkrug und zuletzt die Aufstellung von mobilen Wohneinheiten wie jetzt in Schieren. Bei einer Ballung wie in Fahrenkrug müsse man sich auch über Sicherheitskonzepte unterhalten, etwa darüber, ob der Komplex „Busch & Busch“ eine Videoüberwachung bekomme, die mit der späteren Polizeiwache im Levo-Park verbunden ist.

„Nun reicht es aber auch“, sagt Bürgermeister Rolf-Peter Mohr. „Kein weiteres großes Objekt in Fahrenkrug mehr!“ Immerhin aber seien Lösungen wie jetzt verträglicher als wenn etwa eine Sporthalle requiriert werde: „Dann könnte die Stimmung ganz schnell kippen.“ Von einer Einwohnerversammlung habe er sich nichts versprochen: „Das hatten wir doch schon im Vorjahr.“ Letztlich drehe man sich mit solchen Diskussionen im Kreis, außerdem hätte man kaum während laufender Verhandlungen Informationen herausgeben können. Da stünden auch Geschäftsinteressen dahinter.

Landrat Jan Peter Schröder erklärte gegenüber den LN, dass der Kreis sich bemühe, die Kommunen von möglichst vielen der rund 4000 erwarteten Flüchtlinge pro Jahr durch Gemeinschaftsunterkünfte (Schackendorf, demnächst Warder) zu entlasten. Schröder: „Wie die Unterbringung dann je nach Kapazitäten vor Ort umgesetzt wird, bleibt eine alleinige Organisationsentscheidung der Ämter und amtsfreien Gemeinden. Der Kreis wird diese eigenverantwortlichen kommunalen Entscheidungen weder bewerten noch kommentieren.“

Hier können Sie helfen
Wer sich für Flüchtlinge engagieren möchte, aber nicht weiß wie, kann sich an Leeza Lorenz wenden. Sie ist Ansprechpartnerin für Ehrenamtliche beim Kreis Segeberg, hat Kontakt zu gut 300 Flüchtlingshelfern in mehreren Helferkreisen und kann weitere Kontakte vermitteln. Zu erreichen ist Lorenz unter ☎ 04551/951762 oder per E-Mail:
Leeza.Lorenz@kreis-se.de
Weitere Kontakte:



Wahlstedt: E-Mail: fluechtlinge@wahlstedt.de
Trappenkamp: Harald Krille, ☎ 04323/91 4116
Amt Itzstedt: Silke Telemann, ☎ 04535/509-174.

Amt Leezen: Holger Pirdzuhn, ☎ 04552/997727.

Verein „Alleineinboot“: E-Mail info@alleineinboot.com; Internet: www.alleineinboot.com
DRK-Kreisverband Segeberg, Telefon 04551/99211, www.drk-segeberg.de; info@drk-segeberg.de
Verein Willkommen in Boostedt, E-Mail: info@willkommen-in-boostedt.de; Internet: www.willkommen-in-boostedt.de

Lothar Hermann Kullack und Heike Hiltrop

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