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Segeberg Amtsumlage wird steigen – wie hoch, weiß nur die Glaskugel
Lokales Segeberg Amtsumlage wird steigen – wie hoch, weiß nur die Glaskugel
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21:59 22.09.2016

Im kommenden Jahr werden die Gemeinden im Amt Trave-Land ein wenig tiefer in die Tasche greifen müssen: Dass die Amtsumlage schon allein durch die Kosten für die Unterbringung von Flüchtlingen steigen muss, ist bereits jetzt klar. Nun liegt außerdem ein Gesetzentwurf vor, nach dem mit Beginn des neuen Jahres Ämter mit mehr als 15000 Einwohnern verpflichtet sind, eine hauptamtliche Gleichstellungsbeauftragte einzustellen – in Vollzeit. Auch dadurch wird die Kostenspirale weiter in die Höhe gedreht.

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Die Unterbringung von Flüchtlingen, eine hauptamtliche Gleichstellungsbeauftragte und die Umrüstung auf Digitalfunk treiben im Amt Trave-Land die Kosten in die Höhe.

„Auch wenn man die Sinnhaftigkeit nicht sieht, werden wir uns damit beschäftigen müssen“, sagte Amtsvorsteherin Gretel Jürgens. Wie der Leitende Verwaltungsbeamte Rainer Andrasch hofft sie darauf, dass die Amtsumlage um nicht mehr als ein Prozentpunkt erhöht werden muss, was einem Plus von 180000 Euro entsprechen würde. Ob diese Summe nach Verrechnung mit der Integrationspauschale von jeweils 2000 Euro für jeden Flüchtling ausreicht, weiß aber auch Rainer Andrasch noch nicht. Es gebe noch viel zu wenige Fakten, um die genauen Kosten ermitteln zu können. Rainer Andrasch nimmt es mit Humor: „Da hilft nur Glauben, Hoffen und der Blick in die Glaskugel.“ Mit Unverständnis reagierten die Ausschussmitglieder auf die hohen Kosten für die Umrüstung der Feuerwehrfahrzeuge auf Digitalfunk. Allein die Ausstattung der beiden Einsatzleitwagen verschlingt 54000 Euro.

Entzerrt habe sich dagegen die Unterbringungsproblematik der Flüchtlinge. Das sei zwar immer noch eine Herausforderung, gestalte sich aber deutlich entspannter als noch vor einem Jahr. 160 Migranten seien in diesem Jahr bis jetzt im Amtsbereich aufgenommen worden. 220 sollen es laut Plan bis zum Jahresende werden. Für das gesamte Jahr 2015 seien es 145 Asylsuchende gewesen. Derzeit leben in den Gemeinden des Amtes Trave-Land 310 Asylbewerber mit unterschiedlichem Status. Das Amt habe vorgesorgt und Unterbringungsmöglichkeiten in petto. Die Lösungen, für die viel Geld in die Hand genommen werden müsse, seien aber zurückgestellt worden.

Seinen besonderen Dank richtetet der Verwaltungsleiter an die Gemeinde Fahrenkrug. Mit 74 Personen habe sie die meisten Asylsuchenden aufgenommen. Glück habe man dabei mit der Personenauswahl und den vielen fleißigen Helfern gehabt. „Ohne das ehrenamtliche Engagement wäre alles zusammengebrochen“, so Andrasch.

Änderungen stehen dem Amtsausschuss nach den nächsten Kommunalwahlen im Mai 2018 ins Haus. Pro angefangene 250 Einwohner erhalten die Gemeinden eine Stimme. Dadurch erhöht sich die Stimmenanzahl von derzeit 34 auf 94 Stimmen. Die Gemeinde Seedorf hätte dann nicht mehr wie bisher drei Stimmen, sondern neun. Abgegeben werden müssen diese einheitlich.

Im nächsten Jahr wird sich das Personalkarussell in der Amtsverwaltung drehen. Zum 30. Juni 2017 geht Kämmerer Reinhard Jaacks in den Ruhestand, Rainer Andrasch folgt ihm Ende 2017. Er geht in den nächsten zwei Jahren von sechs bis acht Stellen aus, die neu besetzt werden müssten. Während die meisten Stellen zunächst intern ausgeschrieben werden sollen, einigten sich die Ausschussmitglieder darauf, bei der Neubesetzung der Verwaltungsleitung mit einem Testverfahren die Dienste einer Personalberatung in Anspruch nehmen zu wollen.

 Petra Dreu

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