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Segeberg Angeklagter aus Mangel an Beweisen freigesprochen
Lokales Segeberg Angeklagter aus Mangel an Beweisen freigesprochen
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20:50 31.10.2013
Bad Segeberg

Wer den Totempfahl in der Segeberger Innenstadt beschädigt und einen Schaden von 150 Europ angerichtet hat, wird vermutlich ungeklärt bleiben.

Auch im Fortsetzungstermin gegen den wegen Sachbeschädigung angeklagten B. (21) aus Rickling vor dem Jugendgericht der Kreisstadt konnte der Tathergang nicht geklärt werden. B., der im ersten Verhandlungstermin die Tat bestritten hatte, wurde aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Der Hauptbelastungszeuge blieb dem Verhandlungstermin fern; auch eine von Richterin Silke Schneider veranlasste Vorführung gelang nicht. Der Zeuge hatte bei der Polizei zu Protokoll gegeben, an dem Tatabend Anfang Februar 2012 gemeinsam mit dem Angeklagten und anderen jungen Männern durch die Innenstadt von Bad Segeberg gezogen zu sein. Um seinen Kumpels zu imponieren, soll sich der schwergewichtige Angeklagte an den Flügel des vor der Volksbank befindlichen Totempfahl gehängt und diesen abgebrochen haben. Der Angeklagte soll stark angetrunken gewesen sein. Letzteres wurde im jetzigen Prozesstermin durch eine Zeugin, die Aufsicht der vom Angeklagten an jenem Abend besuchten Spielhalle, nicht bestätigt. Tanja F. (32), aus Rickling war sich sicher, dass der Angeklagte völlig nüchtern gewesen sei, als er die Spielhalle besucht habe. Ein weiterer Zeuge gab an, von den Geschehnissen nur vom Hörensagen zu wissen. Er sei zunächst selbst gegenüber der Polizei von dem ferngebliebenen Hauptzeugen als Täter genannt worden, dann habe ihm der Zeuge geraten, ebenfalls den Angeklagten zu belasten, ihn also zu einer Falschaussage überreden wollen. Da diese Zeugenaussagen, die nach Meinung der Richterin keineswegs abgesprochen wirkten, die Glaubwürdigkeit der Aussage des nicht erschienenen Hauptzeugen stark erschütterte n, könne dem Angeklagten nicht mit der für eine Verurteilung erforderlichen Sicherheit die Beschädigung des Totempfahls nachgewiesen werden.  

mak



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