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Anlieger: „Wir möchten nicht auf eine Wand blicken“

Bad Segeberg Anlieger: „Wir möchten nicht auf eine Wand blicken“

Nachbarn am Nelkenweg sammeln Unterschriften gegen 120-Wohnungen-Bauwerk. Sie bitten Politiker, die Interessen der Anwohner nahe der geplanten Siedlung zu wahren.

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Noch erstreckt sich hinter dem Knick am Nelkenweg ein weites Feld. Hier sollen in dichter Bauweise 120 Wohnungen entstehen.

Quelle: Glombik

Bad Segeberg. Der Bad Segeberger Bauausschuss hat kürzlich mit sieben zu drei Stimmen empfohlen, die geplante Entwicklung von Wohnbauflächen am Nelkenweg auf die kommende Sitzungsrunde zu vertagen. Jetzt sollen die Stadtvertreter am heutigen Dienstag einen Beschluss fassen. 28 Anwohner des Nelkenwegs lassen nicht locker. Sie verfolgen die Entwicklung von Wohnflächen am Nelkenweg „mit Skepsis und Sorge“ teilten sie den Fraktionen in einem unterzeichneten Brief mit. Grundsätzlich sei man nicht gegen eine Bebauung, die Pläne würden aber „zu nicht akzeptablen Beeinträchtigungen der nachbarschaftlichen Interessen führen“.

 

LN-Bild

„Ich kann die Anwohner verstehen, das ist gewaltig, was da entstehen soll.“Annelie Eick (Grüne)

Quelle:

Wie berichtet, plant die IMR Consulting, ein Familienunternehmen von Manfred Ramthun, auf einem Acker ein für Segeberger Verhältnisse wohl einmaliges Vorhaben. Auf rund 13 000 Quadratmetern soll ein Quartier mit Mehrfamilienhäusern entstehen. An die 120 „hochwertige“ Wohnungen sind vorgesehen, über 150 Stellplätze sollen in einer Tiefgarage verschwinden. Geplant ist ein über 100 Meter langer Riegel mit Eigentumswohnungen, dreigeschossig, mit Staffelgeschoss. Durch die Hanglage des Grundstückes ist eine Tiefgarage möglich, Autos würden verschwinden, die Gebäude eine Höhe von 12, 50 Meter haben. Die aufgeschreckten Anwohner erinnern aber an einen im Jahre 2010 gefassten, einstimmigen Beschluss der Stadtvertreter, im nördlichen Bereich, wo vor allem Reihenhäuser und Einfamilienhäuser zu finden sind, nur eine Bauhöhe von 9,50 Metern zuzulassen. „Wir bitten Sie ausdrücklich, sich daran zu erinnern“, fordern die Nachbarn. Und selbst bei 150 Stellplätzen, so warnen die Anlieger, würden nicht nur der Nelkenweg, sondern auch Parkplätze des Beruflichen Bildungszentrum „dauerhaft zugeparkt werden“.

Zum Vergleich für verfehlte Stadtplanung führen die Anlieger den „Kubus-Bau“ neben dem alten Bahnhof an. Um sich einen Eindruck von der Mächtigkeit des geplanten Baukörpers zu verschaffen, sollte man sich diesen – dreigeschossig mit Staffelgeschoss – als durchgezogenen Baukörper von mehr als 100 Metern vorstellen. „Wir möchten nicht auf eine solche, durchgehende Wand blicken.“

Annelie Eick, Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen: „Ich kann die Anwohner verstehen, das ist schon gewaltig, was da entstehen soll.“ Die Verwaltung müsse hier noch einmal mit dem Investoren reden. Inzwischen mehren sich auch andere warnende Stimmen. So wird angesichts der Stellplätze, die der Investor nach Landesbauordnung in der Anzahl gar nicht zur Verfügung stellen muss, gefragt, ob dieser nicht doch mehr Wohnungen plane, als er angegeben habe. . .

Stadtvertretung

In der öffentlichen Stadtvertretersitzung geht es heute Abend ab 18.30 Uhr im Bürgersaal nicht nur um das große Bauprojekt Nelkenweg. Bürger Bad Segebergs können zu Beginn der Sitzung in der öffentlichen Fragestunde Anregungen und Fragen formulieren. Weitere Themen sind unter andrem die Städtepartnerschaften. Wie berichtet, plant die Stadt die Gründung eines Vereins pro Partnerstadt.

Auch hierzu gibt es unterschiedliche Meinungen. Einige B-Pläne sollen beschlossen werden. Thema ist auch ein Antrag der Unabhängigen, die vor der Heinrich-Rantzau-Schule Tempo 30 einführen möchten.

 Wolfgang Glombik

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