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Segeberg Anlieger im Theodor-Heuss-Ring fühlen sich abgehängt
Lokales Segeberg Anlieger im Theodor-Heuss-Ring fühlen sich abgehängt
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09:56 07.10.2016
Im Habichtshorst werden gerade Leerrohre für Glasfaser verlegt, doch nicht alle Anlieger im Ihlseegebiet werden laut neuester Planung schnelles Internet bekommen. Einige Straßenzüge werden – anders als ursprünglich geplant– zum Unwillen einiger Anlieger beschnitten. Quelle: Fotos: Glombik

Sie wollen „Schnelles Internet“ und nicht hinterm Mond leben. Sie haben die Werbetrommel für die Deutsche Glasfaser gerührt, haben unterschrieben und stehen nun auf dem Schlauch, weil sie befürchten, selbst leer auszugehen: Peter Lüthje, Heinz Tölle und Herbert Tyburcy, alles Nachbarn im Theodor-Heuss-Ring, sind empört. Jüngst klickten sie auf www.deutsche-glasfaser.de den sogenannten Online-„Verfügbarkeitscheck“ an – dort sind alle anschließbaren Adressen hinterlegt – und mussten zu ihrem Schrecken feststellen, dass für ihre Häuser kein Ausbau des Glasfasernetzes geplant ist, wenige Grundstücke weiter im Ring hingegen aber schon.

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Ihre Grundstücke wurden aus dem Glasfaser-Versorgungsgebiet Ihlsee einfach herausgeschnitten – Deutsche Glasfaser wirbt hier noch um weitere Kunden.

„Das ist nicht nur unglücklich, sondern unlautere Werbung des Unternehmens.“ Herbert Tyburcy, Anlieger

Die Zeit drängt: In der nahen Straße Habichtshorst sind die Männer von der Tiefbaufirma schon dabei, die orangefarbenen Rohre unter dem Bürgersteig zu verlegen. Das geht blitzschnell.

Nun ist der Theodor-Heuss-Ring kein Gehöft im Außenbereich oder eine einsam gelegene Gegend, in der sich Hase und Igel „Gute Nacht“ sagen, sondern eine normale Eigenheimsiedlung in Bad Segeberg, in der sogar prominente Stadt- und Kreisgrößen wohnen. Und dennoch soll ein Teil dieser Straße kabellos bleiben, obwohl seitens der Firma immer gesagt worden sei, dass Glasfaser für die gesamte Bad Segeberger Ihlsee-Siedlung geliefert werden solle. Ohne Anschlussgebühr zum günstigen Preis. So haben es die Drei verstanden. „Wir fühlen uns abgehängt“, sagt Anlieger Heinz Tölle.

Er schätzt, dass etwa ein Drittel seiner Straße nicht erschlossen werden soll, auch die benachbarte Ostpreußenstraße nicht. „Wir waren alle dafür und haben noch andere Nachbarn dafür gewonnen“, sagt Herbert Tyburcy. Das könne doch jetzt nicht an fehlenden 100 Metern Kabel scheitern. Der Theodor-Heuss-Ring habe immer zum Ihlseegebiet gehört. Das sei auch so von der Deutschen Glasfaser in Broschüren propagiert worden. Wenn das jetzt nicht mehr gelte, „ist das nicht nur unglücklich, sondern unlautere Werbung des Unternehmens“, zeigen sich Tyburcy und Tölle empört. Auch Peter Lüthje ist enttäuscht: „Wir haben uns nicht nur angemeldet, sondern auch Leute geworben. Nun erfahre ich, dass meine Anschrift nicht im Ausbaugebiet liegt, eine große Frechheit.“

Tatsächlich ist der Glasfaser-Anbieter von seinen ursprünglichen Plänen abgerückt. Andreas Dankert von der Unternehmensgruppe Deutsche Glasfaser: „Wir mussten einige Bereiche herausnehmen, weil da keine ausreichende Akzeptanz war. Wir haben das Gebiet beschnitten“. Es fehle an Verträgen. Auch wenn nicht überall 40 Prozent der Haushalte sich für einen Glasfaseranschluss entschieden haben, fange man jetzt aber an zu bauen. Dankert: „Sie können sich den Mund fusselig reden, wir haben bis jetzt nur ein Gefühl verkauft, jetzt sollen die Leute die Leitungen sehen.“ Seine Erfahrung: Stehe erst der Minibagger vor der Haustür, meldeten sich viele Neukunden.

Auf die empörten Kunden im Theoder-Heuss-Ring angesprochen, spricht Dankert von einem „schwierigen Thema“. Die Deutsche Glasfaser verlege erst die Hauptleitung, gehe dann in die „Feinplanung“ und prüfe jeden Hausanschluss. „Unser Ziel bleibt es, jeden Kunden in der Ihlseesiedlung mit Glasfaser zu versorgen“, versichert er. Wer jetzt unterschreibe, bekomme noch den Sonderpreis von 34,95 Euro monatlich.

Berufsabschluss für „Zukunftstarter“

In vielen Branchen werden Fachkräfte knapp. Andererseits haben ein großer Teil der Arbeitslosen keine abgeschlossene Berufsausbildung. Im Kreis Segeberg sind dies fast 45 Prozent.

Das sind Aussagen, die die Arbeitsagentur Elmshorn, die auch für Segeberg zuständig ist, in ihrem jüngsten Monatsbericht getroffen hat. „Vor einigen Jahren sah der Ausbildungsmarkt noch wesentlich schlechter für Jugendliche aus, da sind viele nicht zum Zuge gekommen. Manchmal konnte auch aus familiären Gründen keine Ausbildung gemacht werden oder das schnelle Geldverdienen war erstmal wichtiger“, sagt Agenturleiter Thomas Kenntemich. Doch Ungelernte seien öfter und länger arbeitslos, verdienten weniger und sie fehlten unseren Betrieben als Fachkräfte. „Beim Nachholen des Berufsabschlusses unterstützen wir deshalb jetzt noch besser“, so Kenntemich.

Mit dem Programm „Zukunftsstarter“ habe sich die Bundesagentur das Ziel gesetzt, in den kommenden vier Jahren bundesweit 120000 Arbeitslose für eine Qualifizierung mit einem Berufsabschluss zu gewinnen. Arbeitsagenturen und Jobcenter im Kreis Segeberg beraten interessierte Arbeitslose jetzt dazu. Außerdem werden auch noch betriebliche Ausbildungsmöglichkeiten für ältere Azubis gesucht.

Unternehmen können sich an den Arbeitgeber-Service unter der kostenfreien Telefonnummer 0800/45555 20 wenden.

 Wolfgang Glombik

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