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Segeberg Diese Stadt braucht ein Verkehrskonzept
Lokales Segeberg Diese Stadt braucht ein Verkehrskonzept
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16:59 13.09.2018
Abstimmungen und angeregte Diskussion der Anlieger und Politiker zur Planung einer neuen Kurhausstraße Quelle: GLOMBIK
Bad Segeberg

Es ist eine von Bad Segebergs wichtigen innerstädtischen Verkehrsachsen, die jetzt auf dem Prüfstand steht. Wie geht es weiter mit der Kurhausstraße? Soll nur das Bestehende saniert werden, mit neuem Pflaster und besseren Radwegen oder muss ein völliger Neubau her, mit einem ganz anderen Konzept? Bei den 40 Anliegern, Geschäftsinhabern aus der Kurhausstraße und Politikern, die sich am Mittwoch im Hotel Residence auf Einladung von dem Unternehmerverein „Wir für Segeberg“ (WfS) zum Gedankenaustausch trafen, war der Ausgang der Abstimmung eindeutig. Nur neun Anwesende, darunter mehrheitlich Politiker, waren für einen Neubau, dagegen 31 für den Erhalt der bestehenden Straßenstruktur, aber verbunden mit einer Sanierung.

An dieser Engstelle vor „Eis-Lotte“ muss dringend etwas passieren. Quelle: GLOMBIK

Doch so ein Votum könne ja nicht für ganz Bad Segeberg repräsentativ sein: SPD-Stadtvertreter Joachim Wilken-Kebeck stellte klar, dass über die Kurhausstraße „nicht nur Anwohner und Geschäftsleute reden, das interessiert alle Bad Segeberger, wie diese Straße künftig funktioniert“. Noch im Oktober soll das Thema in den politischen Gremien der Stadt diskutiert werden.

Losgetreten hatte die SPD vor Wochen die Debatte. Ihr Vorschlag, den Straßenquerschnitt mit Fahrbahn, Radwegen und Bürgersteig völlig auf den Kopf zu stellen und schöner zu gestalten, fand nicht nur Anhänger. In die Mitte der Straße möchten die SPD-Politiker Parkplätze und Bäume verlegen. Der bestehende Baumbestand soll verschwinden. Breitere Radwege sollten auf die Fahrbahn per weißer Linie abgegrenzt werden, für flanierende Fußgänger auf den Bürgersteigen gäbe es dann mehr Platz.

Bei einer kompletten Umgestaltung müssten die alten Straßenbäume gefällt und neue gepflanzt werden. Quelle: GLOMBIK

Nachteil: Die Haselnussbäume müssten gefällt werden, wogegen in der Versammlung („Die Bäume müssen unbedingt bleiben!“) schon Widerstand laut wurde. Unter Leitung von Moderator Marc Kostrzewa, der aus Preetz stammt und damit unbefangen die vielfältigen Meinungen sammeln konnte, wurde sachlich diskutiert. Für Roland Gleiss, Anlieger der Kurhausstraße, gleicht die Verkehrssituation rund um den Zebrastreifen einer „Explosion“. Er wundere sich, dass dort noch keine schweren Unfälle passiert seien. Auch die Parkplätze seien „ein einziger Murks“. Tatsächlich muss der Parkende beim Öffnen der Türen damit rechnen, einen vorbeifahrenden Radfahrer vom Sattel zu holen oder auf der anderen Seite angefahren zu werden, weil die Fahrbahn zu eng ist. Deutlich wurde, dass eine Einbahnstraßenregelung in der Kurhausstraße nicht unbedingt für mehr Platz sorgen würde, weil zwei Fahrspuren erhalten bleiben müssten. Als fast schon grotesk wird der extrem schmale Bürgersteig zwischen „Eis-Lotte“ und dem ebenso schmalen Radweg empfunden.

Doch wie lang wird eine bauliche Umgestaltung der Kurhausstraße dauern? Marlies Stagat, Vorsitzende vom Verein WfS, wandte ein, dass so ein Bauprojekt drei bis fünf Jahre dauern würde. „Ich habe in meiner Versicherungsagentur viele ältere Kunden, dann wäre ich weg vom Fenster.“ Der Appell der Anlieger war eindeutig: Bitte eine kostenverträgliche Lösung, zumal die Angst vor hohen Straßenausbaubeiträgen mitschwingt. Egon Klatt, der seit 60 Jahren in der Kurhausstraße wohnt, fragte in die Runde: „Warum ein Umbau? Wenn wir die Radwege auf 1,50 Meter verbreitern und die Bürgersteige glatt pflastern, sind wir bestens aufgestellt.“ Damals, Anfang der Siebzigerjahre, habe man nach Fällung der Linden den Baumhasel gepflanzt, weil der nicht so schnell wachse. Klatt: „Die Bäume müssen unbedingt bleiben.“ Andere meinten, dass das Fällen der Bäume nicht grundsätzlich infrage gestellt werden dürfe.

Die Kurhausstraße ist eine der belebten Hauptverkehrsstraßen Bad Segebergs. Quelle: GLOMBIK

Und Wolfgang Tödt (BBS) hat eine völlig andere Vision: „Ohne ein Verkehrskonzept werden wir in Bad Segeberg Schiffbruch erleiden.“ Da die Parkstraße ohnehin erneuert werden müsse, könne man darüber nachdenken, diese als Einbahnstraße durch den Landratspark an die Hamburger Straße heranzuführen. So könnte die Kurhausstraße entlastet werden. Für Marlies Stagat, die die Veranstaltung initiierte, ist klar, dass man den unteren Bereich der Kurhausstraße mit dem Zebrastreifen anders bewerten müsse als den oberen Teil. Ihr Verein „Wir für Segeberg“ werde das Thema weiter begleiten. Jetzt sei es wichtig, dass konkrete Vorschläge auf den Tisch kommen. Dabei fand sie die Idee von Ursula Michalak auch gut, einen städtebaulichen Wettbewerb mit Studenten durchführen zu lassen.

Wolfgang Glombik

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