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Anwältin der Menschen ohne Lobby

Bad Segeberg Anwältin der Menschen ohne Lobby

Astrid Schukat wird heute als Flüchtlingsbeauftragte des Kirchenkreises ins Amt eingeführt. „Der Segen ist für mich wichtig, er gehört zu meinem Glauben“, sagt die 48-Jährige.

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Ihre beiden Hunde Stöpsel und Murmel sind für die neue Flüchtlingsbeauftragte Astrid Schukat sehr wichtig. Sie erinnern sie immer daran, dass sie mal eine Pause machen soll.

Quelle: Fotos: Silvie Domann

Bad Segeberg. Seit einem halben Jahr arbeitet Astrid Schukat als erste Flüchtlingsbeauftragte des Kirchenkreises Plön-Segeberg. Heute wird sie offiziell in einem Gottesdienstes in Probsteierhagen eingeführt und erhält von Propst Erich Faehling den Segen.Durch den Akt der Segnung fühle sie sich geschützt, geborgen und aufgehoben. Denn auch sie erfahre wegen ihres Jobs Anfeindungen.

LN-Bild

Astrid Schukat wird heute als Flüchtlingsbeauftragte des Kirchenkreises ins Amt eingeführt.

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Als Flüchtlingsbeauftragte ist sie zuständig für die 38 Kirchengemeinden und Hunderte von ehrenamtlichen Flüchtlingsbetreuern, die sich mit Fragen rund um das Thema Flucht an sie wenden. „Es ist ein Kessel Buntes, jeder Tag ist neu und anders“, sagt Astrid Schukat. Das sei einerseits eine Herausforderung, andererseits auch der Reiz an ihrer Aufgabe. Flexibel und mobil sein, keine eintönige, langweilige Arbeit ausführen und die Freude über die Hilfsbereitschaft und Kreativität der Ehrenamtler bestimmen ihren Alltag. Sie informiert Interessierte über Fluchtursachen ebenso wie über Kirchenasyl. Führt Gespräche mit Anwälten und Migrationsstellen, organisiert Weiterbildungsangebote für Ehrenamtler und hört ihnen zu. „Mit ist die Unterstützung der Unterstützer wichtig“, sagt sie.

Anfangs habe sie gedacht, ein Leitfaden zum Thema Halt und Haltung in der Flüchtlingshilfe reiche aus. Doch rasch wurde ihr klar, dass die individuelle Beratung und Betreuung des Einzelnen wichtig ist. Und weil die Ehrenamtlichen Fantastisches leisten und Astrid Schukat weiß, welche Bedeutung heilsame Selbstfürsorge hat, schwebt ihr ein Entspannungswochenende für Flüchtlingsbetreuer vor.

Von der Ostsee bis zur Alster reicht Astrid Schukats Wirkungskreis, auch die Ostwest-Ausdehnung erstreckt sich über viele Kilometer, so dass sie täglich auf Segebergs und Plöns Straßen unterwegs ist.

Ihr Auto ist ihr zum mobilen Büro geworden, immer dabei ihre beiden Hunde Stöpsel und Murmel. „Die beiden tun mir gut, sie erinnern mich daran, eine Pause am Tag einzulegen, sonst würde ich durcharbeiten“, sagt sie und öffnet die Wagentür. Die Hunde springen ihr freudestrahlend entgegen.

Langjährige Erfahrung in der Flüchtlingsbetreuung bringt Astrid Schukat mit. Sechs Jahre lang war sie Abschiebebeobachterin der Diakonie Hamburg. Ihr Einsatzort war der Flughafen Fuhlsbüttel, immer morgens ab 4 Uhr. Wut, Verzweiflung, Enttäuschung, zerplatzte Träume, viele Schicksale sind ihr begegnet. „Es hat mich gereizt als Kirche dort zu sein, wo sonst kein Mensch ist“, sagt sie und ergänzt, dass sie diese Arbeit als hochchristliche, wichtige Aufgabe angesehen hat. Sie habe den Schwächsten am Rande der Gesellschaft ohne Lobby helfen wollen. Das sei auch der Auslöser vor über 16 Jahren gewesen. Damals habe sie ein berufsbegleitendes Studium der Sozialpädagogik am Rauhen Haus gemacht und in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Glasmoor hospitiert. „Neben dem Gebäude, das eher wie eine Jugendherberge als ein Gefängnis aussieht, standen Container mit Stacheldraht. Das war die Abschiebehaft“, sagt Astrid Schukat. Die ungerechten Verhältnisse habe sie nicht verstehen können, so dass sie sich in der JVA engagierte. Bis sie Abschiebebeobachterin wurde, eine psychisch und physisch stark belastende Arbeit. „Der neue Posten ist ein sinnvoller Abschluss. Ich freue mich sehr über die Aufgabe.“

Qualifiziert und geeignet

Astrid Schukat hat eine Ausbildung als Erzieherin, bevor sie berufsbegleitend ein Studium der Sozialpädagogik absolvierte. Seit 16 Jahren ist sie in der ehrenamtlichen Betreuung von Flüchtlingen aktiv. Von 2009 bis 2015 hat sie als Abschiebebeobachterin der Diakonie Hamburg auf dem Fuhlsbütteler Flughafen gearbeitet, bevor sie im September vergangenen Jahres zur Flüchtlingsbeauftragten des Kirchenkreises Plön-Segeberg ernannt wurde. Heute wird sie mit einem Segen offiziell eingeführt.

Von Silvie Domann

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