Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -1 ° Schneeregen

Navigation:
Anwohner: Ruine ist Gefahr für Kinder

Bornhöved Anwohner: Ruine ist Gefahr für Kinder

Helmut Boettner drängt die Behörden beim Gebäude an der Mühlenstraße 16 in Bornhöved zum Handeln. Doch niemand fühle sich zuständig. Der Eigentümer selbst sichert das Haus nicht.

Quelle: Nadine Materne

Bornhöved. Es ist genau zwei Jahre her, dass es im Gebäude an der Mühlenstraße 16 in Bornhöved gebrannt hat. Schon damals stand es leer, und so ist es heute noch.

LN-Bild

Der Bornhöveder Helmut Boettner drängt Behörden zum Handeln — Eigentümer sichert das Haus nicht.

Zur Bildergalerie

Schlimmer: Die Haustür steht sperrangelweit offen, Fenster im Erdgeschoss sind eingeschlagen, Scherben stecken in den Rahmen. „Man kann hier überall rein“, schimpft der Bornhöveder Helmut Boettner.

Normalerweise müssten doch die Fenster mit Brettern gesichert sein. Oder zumindest der Gehweg vor dem Haus abgesperrt werden, betont er. „Bevor einem Schulkind eine Glasscherbe im Kopf steckt.“

Tatsächlich liegen auf dem Boden viele Scherben, und wer sich die halb eingeschlagenen Fenster im Obergeschoss anschaut, dem kann schon mulmig werden, angesichts der spitzen Scheibenstücke, die dort im Rahmen hängen. Polizei, Ordnungsamt, Kreis — überall, so Boettner, habe er die Gefahrenquelle bereits gemeldet, doch niemand fühle sich zuständig.

Die Polizei soll bereits mehrfach auf den Sicherungszustand des Gebäudes aufmerksam gemacht haben, was die Leitung der zuständigen Station aber nicht kommentieren wollte. Das Ordnungsamt weiß Bescheid, das Thema sei bereits mehrfach angesprochen worden. „Zuständig ist aber die Kreisbauaufsicht“, sagt dort Tim Andresen auf LN-Anfrage. Denn es handele sich um eine bauliche Anlage. Eine Antwort, die auch Boettner bereits mehrfach zu hören bekommen hat. Er reagiert mit Unverständnis: „Ich habe bei anderen Ämtern nachgefragt, die würden das sofort sichern“, habe man ihm mitgeteilt. Es gehe um die Abwehr von Gefahren, da müsse das Ordnungsamt doch etwas machen können. „Muss denn erst etwas passieren?“

Die Verkehrssicherungspflicht, erklärt Peter Kruse vom Amt Bornhöved, liege beim Hauseigentümer. Man dürfe ein Grundstück nicht einfach betreten und dort Sicherungsmaßnahmen vornehmen, wenn es jemanden gebe, der das machen könne. Der Hauseigentümer sei bekannt, so Kruse, und der Kreis sei „scharf dran“ am Bußgeldverfahren. Erst wenn das im Sande verlaufe, könnten „Ersatzvornahmen“ angeordnet werden.

factbox

„Es ist leider oft schwierig, ortsferne Eigentümer von leerstehenden Gebäuden zu den notwendigen Maßnahmen zu veranlassen.“ Stellungnahme des Kreises

Wie der Kreis schriftlich auf Nachfrage mitteilt, gab es im Fall „Mühlenstraße 16“ bereits im Oktober 2014 eine Sicherungsanordnung. Die aber lief ins Leere, da der Eigentümer verstorben war. Es folgte ein Nachlassinsolvenzverfahren. Erst seit Oktober 2015 gibt es laut Auskunft des Kreises einen neuen Eigentümer, der mitgeteilt habe, das Gebäude abreißen zu wollen. Der angekündigte Termin Mitte März sei aber nicht eingehalten worden. Auch habe es keine Sicherung gegen unbefugtes Betreten gegeben, daher sei am 23. Februar eine „Sicherungsanordnung unter Anordnung der sofortigen Vollziehung“ erlassen worden. „Das Gebäude soll bis zum Abriss mit einem geschlossenen Bauzaun abgesichert werden.“

Die Frist dafür war bereits am 4. März abgelaufen, weshalb am 9. März ein Zwangsgeld als behördliches Druckmittel festgesetzt wurde. „Es ist leider oftmals schwierig und langwierig, ortsferne Eigentümer von leerstehenden Gebäuden, deren Erhalt unwirtschaftlich ist und aufgegeben wurde, zu den notwendigen Maßnahmen zu veranlassen.“ Zuletzt habe der Eigentümer angekündigt, den Bauzaun bis zum 29. März aufzustellen. Die von Boettner kritisierten Zustände wie die Scherben jedoch, so der Kreis, fallen in die Zuständigkeit des Ordnungsamtes.

Da bisher nichts passiert ist, nahm Boettner die Sache selbst in die Hand, sperrte das Gebäude mit Flatterband ab und informierte die Behörden darüber. „Nicht zulässig“, nennt Jan Gintel vom Amt die Maßnahme. Flatterband würde auch kaum Eindruck machen. Trotzdem habe er nach Absprache mit dem Kreis den Bauhof beauftragt, das Gebäude „fachgerecht“ zu sichern, da der Eigentümer wohl nicht zeitnah tätig werde. Boettners Flatterband wurde nun durch beleuchtete Absperrbaken erweitert.

Von Nadine Materne

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Reporter vor Ort

In einer fortlaufenden Galerie zeigen wir Ihnen jeden Tag die wichtigsten Bilder aus Lübeck und den umliegenden Kreisen. Klicken Sie hier, um die Galerie für den Dezember 2017 zu sehen!

Jetzt geht es los - Aber wann ist der perfekte Zeitpunkt zum Weihnachtsbaumkauf?

Wie wollen wir wohnen, wenn wir einmal älter geworden sind? WG, ein Zimmer bei den Kindern, Servicewohnen, Seniorenheim? Die LN haben sich verschiedene Modelle im Kreis Segeberg angesehen. Zum Auftakt haben wir mit Experten gesprochen und Segeberger nach ihren Vorstellungen gefragt.

Wie wollen wir wohnen, wenn wir einmal älter geworden sind? WG, ein Zimmer bei den Kindern, Servicewohnen, Seniorenheim? Die LN haben sich verschiedene Modelle im Kreis Segeberg angesehen. Zum Auftakt haben wir mit Experten gesprochen und Segeberger nach ihren Vorstellungen gefragt. mehr

  • Shopping & Lifestyle
    Unser Lifestyle-Portal

    Unser Lifestyle-Portal mit nützlichen News und Tipps: Informieren Sie sich über Mode, Beauty und aktuelle Trends. Mehr Schwung, mehr Spaß... mehr

  • Hochzeitszauber

    Alles zum Planen Ihrer Hochzeit - Tipps und Tricks zum Planen und Organisieren Ihrer Hochzeit. Ob Location, Dekoration, Trauringe, Flitterwoch... mehr

  • Events & Veranstaltungen

    Was? Wann? Wo? Hier finden Sie die Veranstaltungen und Events in Ihrer Nähe. mehr

  • Urlaub & Reisen
    Unser Reiseportal

    In unserem Reiseportal finden Sie viele Tipps & Tricks für Reisende und Urlauber. mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Termine

Ausstellungen, Theater, Konzerte und mehr in Lübeck und Umgebung.