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Segeberg Anwohnern der Lornsenstraße drohen hohe Ausbaubeiträge
Lokales Segeberg Anwohnern der Lornsenstraße drohen hohe Ausbaubeiträge
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20:25 12.04.2016
Die Fahrbahn der Lornsenstraße ist marode. Die Kanaldeckel gehören ins Museum. Doch für die Anlieger ist ein Ausbau teuer. Quelle: Glombik

Benannt ist die Lornsenstraße nach „Befreier“ Uwe Jens Lornsen, er hatte es 1830 gewagt zu fordern, dass die Herzogtümer Schleswig und Holstein selbstständig neben Dänemark gelten sollten und wanderte dafür in den Knast. Nun ist die Frage, ob heute die Anwohner der Bad Segeberger Lornsenstraße in eigener Sache, wie einst ihr streitbarer Namensgeber, auf die Barrikaden gehen werden. Sie sollen für den anstehenden Ausbau ihrer Straße mächtig zur Kasse gebeten werden.

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Die Fahrbahn der Lornsenstraße ist marode. Die Kanaldeckel gehören ins Museum. Doch für die Anlieger ist ein Ausbau teuer.

Das Anlieger-Schreckgespenst heißt „Erhebung von Ausbaubeiträgen“. Es wird heute (18.30 Uhr, Bürgersaal) Thema im Bauausschuss sein. Nach Berechnungen der Stadtverwaltung fallen für die Lornsenstraße Beiträge von 20,61 Euro pro Quadratmeter Grundstück und im Bereich der Straße am Wiesengrund 16,66 Euro an. Bei einem Grundstück mit 1000 Quadratmetern könnte so auf den Eigentümer über 20 000 Euro zukommen. Die Anwohner wurden, wie berichtet, in mehreren Versammlungen über den Stand der Dinge informiert. Ihnen wurde früher die dringende Sanierung des Kanalsystems in offener Bauweise vor Augen gehalten. Lornsenstraße und die Straße Am Wiesengrund müssten dafür komplett aufgebaggert werden. Da sei es zweckmäßig, anschließend die Straße komplett zu sanieren. Doch jüngst wurde den Anliegern überraschend mitgeteilt, dass sich der Zweckverband Mittelzentrum gegen einen kompletten Austausch aller Rohre entschieden habe, diese nun in einem „teiloffenen Verfahren“ saniert werden. Statt über 1,7 Millionen Euro werde die Kanalsanierung so nur 670 000 Euro kosten. Horst Rönnau, Mitglied im Seniorenbeirat vertritt bei Versammlungen die Interessen seiner Schwiegermutter, die in der Lornsenstraße wohnt. Die Grundstücke seien dort meist 800 Quadratmeter groß, „dort wohnen viele Rentner, die wissen gar nicht, wie sie das bezahlen sollen“, meint er. Auch wenn die Stadt den Betroffenen hier zinsgünstige Abstotterungs-Modelle anbiete — nicht jeder hat 15 000 oder 20 000 Euro auf dem Sparbuch — viele möchten im hohen Alter nicht noch neue Schulden machen, gibt Horst Rönnau zu bedenken.

Erst habe es das „Wunschkonzert“ der Stadt mit der Idee gegeben, aus der „Schleichstrecke“ eine Spielstraße zu machen. Doch wenn es bei der Durchgangsstraße bliebe, müssten die Anlieger nur 65 Prozent der Baumaßnahme zahlen. Wenn es zur Anliegerstraße werde, seien es gar 85 Prozent. Nur weil die Straße für neue Kanäle aufgerissen werden sollte, sei ein Komplettausbau der Straße notwendig, sei von der Stadt immer behauptet worden. Horst Rönnau: „Jetzt sind es völlig neue Voraussetzungen, für die Anlieger ist wichtig, dass alles noch einmal neu beschlossen wird.“ Auch die von der Verwaltung zugesagte Verkehrszählung sei immer noch nicht erfolgt, kritisiert Rönnau. Die Anlieger möchten keinen Luxusausbau, sondern nur, dass die Oberfläche der Straße neu asphaltiert werde. Die teure Spielstraßen-Pflasterung der Straße sei nicht notwendig. 20 Zentimeter tief fräsen, neue Asphaltdecke: So würden die Grundstückseigentümer mit teilweise kleinen Renten nicht so heftig zur Kasse gebeten. Doch für die Stadt ist so eine Billig-Variante undenkbar, der Untergrund sei nicht tragfähig, heißt es.

Die Stadtvertretung müsse über das Thema neu befinden, da jetzt ganz andere Voraussetzungen vorlägen, fordert Stadtpolitiker Wolfgang Tödt (BBS). Bislang sollte der Entsorger den Umbau der Straße mitfinanzieren, weil Kanalisation und Regenwasserrohre komplett aufgebuddelt werden sollten. Das gehe jetzt plötzlich weniger aufwändig. Trotzdem werde das für die Anlieger „jetzt eine richtig teure Tasse Tee.“ Der Bauausschussvorsitzende fürchtet, dass so die Anlieger über den Tisch gezogen werden. „Da gehe ich nicht mit.“

Von Wolfgang Glombik

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