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Segeberg Armenischer Asylbewerber will Feuerwehrmann werden
Lokales Segeberg Armenischer Asylbewerber will Feuerwehrmann werden
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22:18 16.01.2016
Der Armenier Karo Ghazaryan kam vor neun Monaten nach Klein Rönnau. Jetzt möchte er Teil der Feuerwehr werden. Quelle: Petra Dreu
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Klein Rönnau

Integration von Flüchtlingen: Was leichter gesagt als tatsächlich auch getan ist, bekommt gerade in der Klein Rönnauer Feuerwehr ein Gesicht. Es gehört Karo Ghazaryan (39), der in der armenischen Kleinstadt Ararat geboren wurde und in seiner neuen Heimat Teil der Freiwilligen Feuerwehr werden möchte.

Vor zehn Monaten war der großgewachsene Mann mit seiner Frau Kristina und der zweijährigen Tochter Maria von Armenien über die Ukraine und Polen nach Deutschland geflüchtet. Einen Monat war seine kleine Familie in der Erstaufnahme Neumünster untergebracht, bis er eine Wohnung in Klein Rönnau beziehen konnte. Seitdem gehört der Maler und Stukkateur mit seiner Frau zu den emsigsten Teilnehmern des Deutschkurses, den Ehrenamtler in der Gemeinde oranisieren.

Karo Ghazaryan büffelt nicht nur fleißig die neue Sprache, sondern nimmt mit seiner Familie auch rege am Dorfleben teil. Der Asylbewerber, der noch keine Arbeitserlaubnis hat, ist aber auch hilfsbereit. Als er mal wieder auf seinem Fahrrad die Gegend erkundete, legte er einen Stopp bei der Feuerwehr ein. „Das war im September. Wir waren gerade dabei, Restarbeiten am Anbau des Feuerwehrhauses auszuführen. Er sah uns kurze Zeit zu und hat schließlich einfach mitgeholfen“, erzählt Wehrführer Volker Urbschat, „Irgendwann haben wir ihn dann gefragt, ob er nicht Lust hat, bei uns mitzumachen.“

Karo Ghazaryan hatte Lust, große Lust sogar. Zu spüren bekam das am nächsten Tag seine ehrenamtliche Deutschlehrerin Monika Rybka. Die nämlich hatte er umarmt und mit den Worten „Ich werde Feuerwehrmann“ in die Luft gehoben. So begeistert war er von der Aussicht, Mitglied der Klein Rönnauer Feuerwehr zu werden. Gestern hatte sie im Klüthseehof über seine Aufnahme als Anwärter entschieden.

Bis zur Anwärterprüfung allerdings muss Karo Ghazaryan noch fleißig die deutsche Sprache büffeln. Zudem hofft er darauf, eine Arbeitserlaubnis zu bekommen und einen Job zu finden. Sollte sein Asylantrag positiv beschieden werden, möchte er mit seiner Frau und der kleinen Maria in Klein Rönnau wohnen bleiben. Seine Fürsorge gilt im Moment seiner Tochter, die demnächst an der Hüfte operiert wird und für zwei Wochen ins Krankenhaus muss.

„Er hat einfach mitgeholfen.“
V. Urbschat, Wehrführer

Petra Dreu

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