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Arschloch-Mahnmal mit Entfruster

Traventhal Arschloch-Mahnmal mit Entfruster

Veranstalter Harry Beiersdorf hat ein besonderes Werk zum Abreagieren auf dem Gut Traventhal aufgestellt. Gleich unter der Skulptur wartet ein „Entfruster“: Einfach den Namen eines ungeliebten Menschen auf einen Zettel schreiben, drauf rumtrampeln und einwerfen...

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Veranstalter Harry Beiersdorf hatte das metallene „Arschloch-Mahnmal“ bei „Giganten aus Stahl“ in Auftrag gegeben.

Quelle: Fotos: Dreu

Traventhal. Wenn die Landmärkte auf dem Gut Traventhal ganze Familien anlocken, um Kaninchen hoppeln zu sehen, mit der Postkutsche über das Kopfsteinpflaster zu rumpeln, den Schweinen beim Wühlen in der Erde zuzusehen oder Pferde zu streicheln, scheint die Welt noch in Ordnung zu sein. Mitnichten. „Arschlöcher gibt es überall“, sagt Landmarkt-Veranstalter Harry Beiersdorf, der für das Landgestüt ein „Arschloch-Mahnmal mit integriertem Entfruster“ in Auftrag gegeben hat, um „allen Arschlöchern dieser Welt die kalte Schulter zu zeigen“.

 

LN-Bild

Der „Entfruster“ ist Teil des Mals. Auf Zetteln können Besucher notieren, wer sie am meisten frustet.

Quelle:

„Man sollte sich durchaus einmal die Frage stellen, ob man nicht selbst ein ,Arschloch’ ist.“ Landgestüt-Hausherr Harry Beiersdorf

Überall lauern sie, jeder kennt sie. Manche müssen immerzu Schwierigkeiten machen, sind bösartig. Sie freuen sich, anderen das Leben schwer zu machen, werfen dem Nächsten Knüppel zwischen die Beine.

Sie sind Neinsager, Rechthaber, Ignoranten, Querulanten, Spießbürger – kurzum: so richtige Arschlöcher. „Der Ausdruck sagt doch alles“, glaubt der Veranstaltungsmanager, der sich selbst schon so manches Mal über die „Arschlöcher“ dieser Welt geärgert hat, mit seinem Mahnmal aber auch zum Nachdenken anregen will. „Man sollte sich durchaus die Frage stellen, ob man nicht selbst ein ,Arschloch' ist, ob es nicht angebracht ist, ein bisschen netter und umgänglicher zu anderen zu sein, und ob es nicht schöner wäre, wenn es weniger von uns gäbe“, so Beiersdorf, dessen Mahnmal stets während der Veranstaltungen im historischen Hengstsaal besichtigt werden kann.

Die eigenwillige Skulptur hat er bei den „Giganten aus Stahl“ in Auftrag gegeben, die schon aus Schrauben, Muttern, Wagenhebern und anderem metallenen Werkzeug ein Pferd, einen Rennwagen und weitere Skulpturen zusammengesetzt haben, mit denen sie auf den unterschiedlichsten Veranstaltungen zu finden sind. Das Traventhaler Werk, bei dem das, worauf es ankommt, durch einen roten Metallring sofort ins Auge fällt, soll dagegen einen festen Platz auf dem Landgestüt erhalten.

Dabei thront das Arschloch-Mahnmal sogar auf einem geschichtsträchtigen Sockel, auf dem in großen Lettern „Minus est plus“ (weniger ist mehr) geschrieben steht. „Die Sockelsteine sind Originale aus der Bauzeit um 1864. Die barocke Säule aus rotem Sandstein wurde um 1680 für ein Gut in Pommern erstellt“, weiß Beiersdorf zu berichten, der mit einem „Entfruster“ eine Möglichkeit geschaffen hat, mit den „Arschlöchern“ dieser Welt fertig zu werden. Man schreibt einfach den Namen des größten „Arschlochs“ auf einen Zettel, trampelt vielleicht noch ein paar Mal darauf herum und wirft den Zettel anschließend zum Kompostieren in die Mahnmal-Röhre, in die Harry Beiersdorf als Grundlage bereits eine Schicht Pferdemist gefüllt hat. „Danach fühlt man sich einfach erleichtert.“ Wenn’s denn wirklich so einfach ist . . .

 Petra Dreu

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