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Segeberg „Auch Empathie spielt wichtige Rolle“
Lokales Segeberg „Auch Empathie spielt wichtige Rolle“
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18:10 11.08.2018
Sozialminister Heiner Garg (r.) lobte bei seinem Besuch im Altenheim Meyer die gute Arbeit der ehrenamtlichen Altenpflege des Vereins „Bürger aktiv“ von Monika Grawitter (2.v.l.), daneben Heimleiter Oliver Meyer und Heimgründerin Christa Meyer. Quelle: Foto: Fuchs
Henstedt-Ulzburg

In der Sommerpause sei Zeit, sich einmal vom Kabinettstisch in Kiel aus im Land nach guten, vorbildlichen Initiativen umzusehen, begründete Sozialminister Heiner Garg seinen spontanen Besuch in Henstedt-Ulzburg. Dort informierte sich der Minister über den Besuchsdienst des Vereins „Bürger Aktiv“, der sich vor allem im Alten- und Pflegeheim Meyer um die dort lebenden Senioren rührend kümmert, sie begleitet, mit ihnen spricht und ihnen ein kleines Aktivitäts- und Bewegungsprogramm anbietet – und er war voll des Lobes.

Dass sich die Menschen in der stationären Altenpflege wohlfühlen, hänge nicht allein von der Qualität der Versorgung in dem Heim ab, sagte Garg. „Auch die menschliche Komponente, also Empathie und Mitgefühl innerhalb des Hauses spielt dabei eine wichtige Rolle. Patienten und zu pflegende Menschen brauchen Empathie und Zugewandtheit.“ Darum sei er auch ein klarer Befürworter des freiwilligen Sozialdienstes, wie es ihn in Deutschland seit einigen Jahren sehr erfolgreich gebe. „Ich möchte nicht von Menschen gepflegt werden, die dazu gezwungen werden“, erteilt der FDP-Politiker der aktuellen Diskussion um einen sozialen Pflichtdienst eine klare Absage. „Allen, die sich in der Altenpflege engagieren – ob professionell oder ehrenamtlich – gilt mein höchster Respekt und meine Anerkennung“, sagte der Minister, der sich in diesem Thema gut auskennt, wie er sagte. „Ich habe meine Doktorarbeit über die Pflegeversicherung geschrieben, die es damals noch gar nicht gab“, erläuterte er.

Gut für die alten, pflegebedürftigen Menschen sei es, wenn hauptamtliche Pflegekräfte und ehrenamtliche Helfer Hand in Hand arbeiteten. Dies sei besonders gut gelungen mit dem Verein „Bürger aktiv“

in Henstedt-Ulzburg, lobte der Minister. „Die gute Annahme des Besuchsdienstes zeigt, dass dort, wo professionelle Hilfe und Ehrenamt zusammenarbeiten, kranke und pflegebedürftige Menschen von Zuwendung profitieren“, sagte Heiner Garg nach seinem Rundgang durch das Heim, das Christa Meyer im Jahr 1979 mit zunächst vier Bewohnern in der Breslauer Straße gegründet hat.

Heute werden dort 63 pflegebedürftige Menschen rund um die Uhr betreut. Das Haus führt inzwischen Sohn Oliver Meyer. „Aber ich kümmere mich noch immer um die Bewohner, wenn sie Fragen haben“, sagt die Begründerin des Heims.

Den Besuchsdienst des Vereins „Bürger aktiv“ gibt es seit 2006 in Henstedt-Ulzburg. Ihn leitet Monika Grawitter. 16 ehrenamtliche Helfer hat sie in ihren Reihen, meist Frauen, die ihr aktives Berufsleben hinter sich haben. Sie träfen sich einmal im Monat, um die Besuchsgänge in den örtlichen Heimen abzustimmen und sich gegenseitig Anregungen für diese Sozialarbeit zu geben. „Vor allem für die alten Menschen, die keine Angehörigen mehr haben, sind unsere Besuche wichtig“, sagt Monika Grawitter. „Sie freuen sich sehr über unsere wöchentlichen Besuche.“

Anfangs habe es noch einige Berührungsängste mit den hauptamtlichen Pflegekräften gegeben. „Wir brauchen keine Unterstützung“, hätten die signalisiert, weiß Bürgermeister Stefan Bauer. „Das ist doch Quatsch“, wundert sich Heimleiter Meyer. In der Altenbetreuung könne es gar nicht genug Unterstützung geben, damit sich die alten Leute wohlfühlten. Den hauptamtlich Mitarbeitern fehle manchmal die Zeit und Ruhe, diese Aufgabe zu erfüllen. Insofern, schlussfolgerte Minister Garg, seien diese Besuchsdienste „eine wichtige Ergänzung zu dem hohen Engagement des Pflegepersonals, das viel mehr Wertschätzung erfahren sollte.“ Pflege sei mehr als alte Menschen „satt und sauber“ zu halten. „Pflege ist Zeit zu schenken, sich die Zeit zu nehmen, mit Menschen zu beschäftigen.“

Von Burkhard Fuchs

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