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Auch Garbeks Senioren möchten in ihrem Dorf alt werden

Wensin Auch Garbeks Senioren möchten in ihrem Dorf alt werden

Doch für kleine Wohnungsbau-Genossenschaften ist die Finanzierung nicht immer einfach – Die Hürden durch die Investitionsbank sind hoch – Ruf nach Lösungen wird laut.

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Auch Garbeks Senioren möchten in ihrem Dorf wohnen bleiben. Sie hoffen, dass ihr Wohnprojekt mit der GLS-Bank in zweieinhalb Bauabschnitten realisiert werden kann.

Quelle: Zeichnung: Meier+ Moss, Bad Segeberg

Wensin. Wenn die Senioren in Garbek von dem bereits realisierten Wohnprojekt in Fahrenkrug oder den Fortschritten der geplanten Anlage in Nahe lesen, wird ihnen das Herz schwer. Denn auch sie haben den Wunsch, im Alter in Garbek wohnen bleiben zu können, dem Ort, in dem ihre Kinder groß geworden sind und in dem sie den größten Teil ihres Lebens verbracht haben.

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Doch für kleine Wohnungsbau-Genossenschaften ist die Finanzierung nicht immer einfach – Die Hürden durch die Investitionsbank sind hoch – Ruf nach Lösungen wird laut.

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Wie wollen wir wohnen , wenn wir einmal älter geworden sind? WG, ein Zimmer bei den Kindern, Servicewohnen, Seniorenheim? Die LN haben sich verschiedene Modelle im Kreis Segeberg angesehen. Der sechste Teil befasst sich mit dem generationenübergreifenden Wohnprojekt in Garbek.

Ihre Geduld wurde bislang auf eine harte Probe gestellt. Von einer Finanzierung durch die Investitionsbank haben sie sich inzwischen verabschiedet. Stattdessen hoffen sie, ihr genossenschaftliches Wohnprojekt in zwei Bauabschnitten und mit der Finanzierung durch eine andere Bank verwirklichen zu können.

In einem von der Aktivregion „Holsteins Herz“ geförderten Leuchtturmprojekt hatten die Garbeker vor sechs Jahren bei den „Gesprächen am Küchentisch“ ihre Wünsche geäußert. Am häufigsten kam dabei der Wunsch, auch im Alter in Garbek wohnen zu können. Weil es keine seniorengerechten Wohnungen gab, wurde gemeinsam geplant und die älteren Garbeker waren Feuer und Flamme für ihr Wohnprojekt, für das auch ein geeigneter Standort auf dem alten Kapellengrundstück am Dorfeingang schnell gefunden war.

Ein Wohnprojekt mit seniorengerechten Wohnungen, Pflegestation, Tagespflege und Senioren-WG mit Gemeinschaftsräumen, Platz für den Friseur und andere Dienstleister planten sie. Als die Volksbank Eutin ihr Interesse angemeldet hatte, wurde noch einmal umgeplant, denn das Geldinstitut war ein willkommener Mieter. Dann jedoch kam alles anders: Das Geldinstitut zog sich aus Garbek ganz zurück, woraufhin die Genossen auch die Restfinanzierung über ein anderes Geldinstitut laufen lassen wollten. Das jedoch hatte weitreichende Folgen. Die Investitionsbank setzte die Förderbedingungen herauf und verlangte vor einer Finanzierungszusage eine Vermietung aller Wohnungen, was kaum zu bewerkstelligen war. Den Genossen blieb keine andere Wahl, als sich einen anderen Geldgeber zu suchen, das Wohnprojekt zu reduzieren und in zwei statt einem Bauabschnitt zu bauen.

Die hohen Hürden der Investitionsbank bedauert die Garbekerin Almut Wardin, die das Wohnprojekt beim Architekturbüro Meier und Moss betreut. „Wegen fehlender Investoren ist die Gründung einer Genossenschaft oftmals der einzig gehbare Weg. Kleine Genossenschaften lassen sich wirtschaftlich rechnen, aber sie haben keinen Puffer. Ihr Einkommen ist die Miete. Wenn die ausbleibt, ist sie pleite“, erläutert Almut Wardin. Sie sieht das Dilemma in dem sich Land, Genossenschaften und Investitionsbank als Finanzierer befinden und hofft, dass Lösungen gefunden werden.

„Das Land möchte neue Wohnformen für Senioren. Aber es ist eine Gratwanderung zwischen Befürwortung und Wirtschaftlichkeit“, weiß sie. Inzwischen hat sie die GLS-Bank (Genossenschaftsbank für Leihen und Schenken) als Finanzierer gefunden und hofft jeden Tag auf eine Zusage. „Die Bank geht anders an solche Projekte heran. Sie schaut nicht nur nach dem wirtschaftlichen Wert, sondern nach dem Mehrwert für die Region“, sagt sie.

Sobald die Zusage da ist, soll das Wohnprojekt in zweieinhalb Bauabschnitten realisiert werden. Zuerst sollen 14 Wohnungen und Räume für den ambulanten Pflegedienst gebaut werden. Fünf weitere Wohnungen, Küche, Hausmeisterraum sollen im Bauabschnitt I A folgen. Vier weitere Wohnungen, sechs Kleinst-Wohnungen für die Wohngemeinschaft, Gemeinschaftsräume und Tagespflege sollen später folgen.

Bei 14 Wohnungen beträgt die Kaltmiete 9,50 Euro pro Quadratmeter, bei 19 Wohnungen könnte der Preis auf 8,90 fallen.

Die Zahl

15604 pflegebedürftige Schleswig-Holsteiner über 70 Jahre zählte die Statistik 2013.

Die Beratung im Pflegestützpunkt ist kostenlos. Zentren gibt es in Bad Segeberg, Bornhöved, Kaltenkirchen, Bad Bramstedt, Norderstedt. Infos im Netz unter www.pflegestuetzpunkt-se.de.

Die Koordinierungsstelle für innovative Wohn- und Pflegekonzepte im Alter bietet neutrale Beratung zur Förderung besonderer Wohn-Pflegeformen im Alter. Mehr unter www.kiwa-sh.de.

Petra Dreu

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