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Segeberg Auf dem Bock: Erst Dressur – heute Gelände
Lokales Segeberg Auf dem Bock: Erst Dressur – heute Gelände
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20:20 26.08.2016

„Fürs Protokoll: Es ist nicht heiß!“ Kutscherin Andrea Voß wickelt sich in die dicke Bockdecke, rückt den Hut ein Stück aus der Stirn, zupft am Jackett und schnalzt kurz mit der Zunge. „Appenzeller“, ihr Haflinger, trabt an. Beifahrerin Lotta Schneider hat Platz genommen, der Einspänner setzt sich in Bewegung. Fürs Protokoll: Es sind 30 Grad, und die Sonne brennt vom Mittagshimmel. Kutscher seien hart im Nehmen, sagt Tierärztin Heike Schwalenberg, deren volle Aufmerksamkeit dem Wohl der Tiere gilt. „Das hier sind alles Idealisten, die ihre Prüfung gewinnen wollen“, ergänzt Wertungsrichter Werner Lehmbruck.

High Noon für Norddeutschlands Gespannfahrer, gestern auf dem Landesturnierplatz in Bad Segeberg. Es geht um die Titel der Landesmeister für die Ein-, Zwei- und Vierspänner – Ponys und Großpferde.

Drei Einzelprüfungen stehen auf dem Programm beim „Fahrfest des Nordens“. Bei den gestrigen Dressurfahrten auf der Rennkoppel waren die über 70 Teilnehmer unter sich. Das dürfte sich heute ändern, denn neben den spektakulären Geländefahrten in der Ihlheide präsentieren Pferdezüchter in Bad Segeberg ihre Stuten.

Für das Publikum hat Andrea Voß sowieso keinen Blick. In voller Montur, zu der Kopfbedeckung und langes Beinkleid genauso gehören wie eben jenes kratzig-derb wirkende Wolltuch, steht ihr Gespann startbereit vor dem ersten Check. Die Achsenbreite ihres Gefährts wird für die Hinderniskegel, die Sonntag zum Einsatz kommen, gemessen. Da „Appenzeller“ ein Gebirgspferd ist, das zu den Ponyrassen gehört, dürfen 1,40 Meter Radabstand nicht überschritten werden (bei Großpferden 1,50 Meter). Richter Lehmbruck bemängelt bei der so genannten Ausrüstungsprüfung fehlende Reflektoren am Gespann.

Minuspunkte, aber im Dressurviereck läuft’s. Die Aufgaben bestehen aus der Präsentation verschiedener Tempi, zu denen Schritt und diverse Trabformen aber auch das Rückwärtsrichten gehören, die beim Umrunden und diagonalen Kreuzen gezeigt werden.

Turnierleiter Kurt Becker steht am Rand und verfolgt das Geschehen. Um die 80 Helfer habe er für dieses Wochenende eingespannt. „Sechs Landesmeister werden wir am Ende küren“, sagt er. Bevor er noch etwas ergänzen kann, wiehert sein Handy. Der Kingelton scheint Programm.

Gelände- und Hindernisfahrten geben mit der Dressur die entscheidenden Punkte, die nach einem vorgegebenen Schüssel multipliziert werden. „Und wer die wenigsten hat, der gewinnt“, erklärt Helfer Torsten Kronschewski. Er kennt sich bestens aus, saß schon bei den Weltmeisterschaften 2012 in Lissabon als Beifahrer im Einspänner. Und er erinnert sich noch an die Disqualifikation eines Kutschers, der in kurzen Hosen starten wollte und damit gegen die Regeln verstieß. Fürs Protokoll: Es ist nicht heiß . . .

Heike Hiltrop

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