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Segeberg Auf dieses Kino dürfen die Segeberger sich freuen
Lokales Segeberg Auf dieses Kino dürfen die Segeberger sich freuen
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21:32 30.09.2016
Ein Prost auf den gelungenen Rohbau: Ute und Frank Häfner mit Zimmerermeister Jörg Jahn. Der Mann in Handwerkerkluft hatte sich extra eine eigene, originelle Rede fürs Richtfest einfallen lassen. Quelle: Fotos: Kullack

Eine 17 000-Einwohner-Stadt mit sieben Kinosälen unter einem Dach? Da muss man weit suchen, das gibt es auch in Bad Segeberg (noch) nicht. Wohl aber im späten Herbst oder im frühen Winter, wenn der Umbau des CinePlanert 5 (fünf stand damals für fünf Säle) beendet sein wird. Gestern war Richtfest.

Gestern war Richtfest im CinePlanet 5, das nun um 400 Quadratmeter mehr zum „CinePlanet 7“ heranwächst – Der Duft von Popcorn, drinnen wie draußen.

„Eine Fertigstellung im November hatten wir erhofft, aber das war zu sportlich gedacht“, sagt Frank Häfner, der das Kino gemeinsam mit seiner Frau Ute betreibt. „Dazu ist dann hier doch zu viel zu tun.“ Insgesamt sei man schon recht weit, wenn man bedenkt, dass mit den Erdarbeiten im März/April und mit dem Mauern des Anbaus erst Anfang Juli angefangen worden sei.

Eine viereinhalb Meter hohe Glasfront, 23 Meter lang und über Eck wird die neue, äußere Visitenkarte eines Kinos sein, dem auch Bürgermeister und Stadtvertretung stets das Beste wünschen und keine Steine in den Weg legen – trägt es doch zur Attraktivität der Kurstadt entscheidend bei.

Im Inneren wird die Besucher ein 200 Quadratmeter großes, neues Foyer empfangen – groß genug, um dort auch einmal Sonderveranstaltungen anbieten zu können. Kleiner Gag am Rande: Die dicken Rohre aus Leichtmetall sind nicht allein zum Heizen da – sie leiten den Popcorn-Duft sowohl nach draußen wie in die Kinosäle. Wer da wohl „Nein“ sagen kann . . .

Kino 6 wird zurzeit geopfert. Da das alter Foyer zum Teil während der Arbeiten stillgelegt ist, dient der Saal 6 gerade als Kassenraum. Der Kinobetrieb lief während der gesamten Bauarbeiten weiter. „Aber wenn wir den Durchbruch zwischen altem und neuem Teil durchziehen, werden wir wohl eine Woche lang schließen müssen“, sagt Häfner.

Ist erst alles fertig, wird Saal 6 wieder in Betrieb genommen und Saal 7 soll Platz für 70 bis 80 Zuschauer bieten. Gleich daneben: Ein neuer, acht Meter langer Tresen, der direkt von hinten von einer Küche mit Leckereien versorgt werden kann. Insgesamt beträgt der umgebaute Neubau-Teil stolze 400 Quadratmeter. Zimmerermeister Jörg Jahn musste extra eine Richtfest-Rede schreiben: „Für Kinos gab es keine Vorlagen – nur für Lichtspielhäuser.“

Man müsse sich schon anstrengen, so die Häfners, um trotz der Multiplex-Kinos in den Großstädten existieren zu können. Kleinere Säle wie die in Segeberg werden nur so lange als kuschelig empfunden, wie auch hier sämtliche technischen Neuerungen geboten werden. Das ist der verwöhnte Kinobesucher so gewohnt.

Frank Häfner hat vor drei Jahrzehnten im alten Segeberger Kinocenter angefangen, das von seinem späteren Schwiegervater betrieben wurde. Zunächst hat er den Hof gefegt, später durfte er selbst Filme vorführen. In jenen Jahren war Michael J. Fox noch als Marty McFly „Zurück in die Zukunft“ unterwegs und man lachte über „Otto“-Filme. Frank Häfners Lieblingsfilm über alle Jahre ist „Forrest Gump“

mit Tom Hanks.

Kino-Betreiber in dritter Generation

Das „Cine-Planet 5“ ist ein Familienbetrieb in der dritten Generation. 1938 hatte Wilhelm Rehder im Saal des Rehder-Hauses am Bad Segeberger Marktplatz begonnen, bewegte Bilder vorzuführen. Einige Jahre später begann auch dessen Tochter Helma in dem „Central-Lichtspieltheater“ mitzuwirken. Nachdem der Farbfernseher in den 1960er Jahren viele Kinos verdrängte, musste auch das Central-Lichtspieltheater 1968 schließen. Zehn Jahre blieb Bad Segeberg ohne Kino, bis im Oktober 1977 am noch aktuellen Standort an der Oldesloer Straße 34 ein neues Kino mit zwei Sälen entstand – gebaut von Helmut Fölster und seiner Ehefrau Helma Fölster, geborene Rehder.

Seit 1991 wird das Kinocenter von deren Tochter Ute Häfner und ihrem Ehemann Frank geführt. 1999 wurde der dritte Kinosaal mit erweitertem Foyer geschaffen. 2003 wurde ein umfassender Umbau eingeweiht, das rundum modernisierte Kino verfügte danach über fünf Säle mit 625 Sitzplätzen. Später kam noch ein kleiner Saal mit 40 Plätzen hinzu.

Lothar Hermann Kullack

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