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Aufbruch in einen gemeinsamen Lebensabend

Nahe Aufbruch in einen gemeinsamen Lebensabend

Das Projekt „Miteinander Wohnen“ in Nahe stand auf der Kippe, hat nun aber wieder Fahrt aufgenommen.

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Beata von Hanxleden, Jürgen Matzen und Architekt Eckhard Meier (vorn) haben den ersten Spatenstich schon vollzogen.

Quelle: Fotos: Petra Dreu

Nahe. Langsam macht sich Aufregung unter den Senioren breit, die darauf brennen, dass endlich die Bagger anrollen und ihr Wohnprojekt Wirklichkeit werden kann. Im Wohnprojekt „Miteinander Wohnen“ möchten sie mit gegenseitiger Hilfe gemeinsam alt werden und den Lebensabend in Nahe genießen.

LN-Bild

Das Projekt „Miteinander Wohnen“ in Nahe stand auf der Kippe, hat nun aber wieder Fahrt aufgenommen.

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Es war im Winter 2007/2008, als Beata (heute 60) und Rüdiger (71) von Hanxleden bei Bratapfel und Eis zusammensaßen und Ideen schmiedeten, wie sie im Alter leben wollen. Eine befreundete Architektin brachte ihre Ideen zu Papier. Vieles davon war von der Größe und den Kosten her jenseits der Realität. Aber es war ein Anfang. Und es war „Gottvertrauen“, als Rüdiger von Hanxleden, der die Wohngruppe „Miteinander“ für Menschen mit Behinderungen in der Dorfstraße gegründet hatte, 3000 Quadratmeter des landwirtschaftlich genutzten Grundstücks kaufte. Langsam nahm das Wohnprojekt Gestalt an. Immer mehr Menschen begeisterten sich dafür. Die Gemeinde und vor allem Bürgermeister Holger Fischer erkannte die Möglichkeiten, die ein solches Wohnprojekt Senioren wie auch der Gemeinde bieten würde. Die Gemeinde brachte ebenfalls ihre Ideen ein und stellte Förderanträge für „offene Räume“, die sich für Kulturveranstaltungen anbieten und von der Gemeinde genutzt werden können. In einer ersten Bewilligung hatte die Aktivregion Alsterland 150000 Euro bereitgestellt – dann jedoch änderten sich die Förderbedingungen und es gab nur noch 100000 Euro Zuschuss.

Auch die Kirchengemeinde mit Pastor Eckehard Wulf zeigte sich begeistert und übernahm die Schirmherrschaft für das Projekt. „Durch meinen Beruf erlebe ich, wie Menschen im Alter leben müssen. Dazu sollte es Alternativen geben. Wenn sich Menschen unterstützen, ist vieles möglich“, ist der Pastor überzeugt, der den langen Weg von der Idee zur Verwirklichung eines Traums miterlebt hat.

2013 war das Wohnprojekt schon fast zum Scheitern verurteilt. Interessenten sprangen ab, weil sich ihr Gesundheitszustand verschlechtert hatte, die Investitionsbank aber wie bei einem ähnlichen Projekt in Garbek auf eine 100-prozentige Auslastung vor Baubeginn pochte. „Dann jedoch kamen neue Interessenten, und das Projekt hat wieder Fahrt aufgenommen“, erzählt Wulf. Die Initiatoren holten sich Rat beim Architekturbüro „Meier & Moss“ aus Bad Segeberg, das Erfahrung im Bau solcher Projekte hat. Am 14. Januar 2014 wurde mit 14 Genossen die Bau- und Wohnungsgenossenschaft Miteinander Wohnen e. G. gegründet, die Gemeinde stellte einen Bebauungsplan auf, inzwischen beginnen die Erschließungsarbeiten für das Wohnprojekt über die Straße Wischhoff, und fast alle der 23 teils frei finanzierten Wohnungen sind bereits vermietet.

19000 bis 20000 Euro hat jeder Senior als Einlage in die Genossenschaft eingebracht. Auch Christa Lau (81), die nach dem Tod ihres Mannes nach Travemünde gezogen war und jetzt wieder in Nahe lebt. „Ich hatte Heimweh“, erzählt sie und hofft, möglichst bald selbst in das Wohnprojekt ziehen zu können. Aber Christa Lau hat auch ihr Alter im Blick: „Ich brenne für dieses Projekt.

Selbst wenn ich es nicht mehr erleben sollte, bin ich wenigstens Vorreiterin für diese Sache.“

23 Wohnungen

Drei Millionen Euro kostet das Wohnprojekt im Wischhoff mit 23 barrierefreien Wohnungen. Jeder Mieter ist auch Mitglied der Bau- und Wohnungsgenossenschaft „Miteinander Wohnen“. Die Einlage für Alleinstehende beträgt 19000 Euro, Verheiratete zahlen 20000 Euro pro Person. Zwei Wohnungen sind 60 Quadratmeter groß, 21 umfassen 50 Quadratmeter. Bei den frei finanzierten Wohnungen beträgt der Mietpreis 8,40 Euro pro Quadratmeter. Die Wohnungen mit Sozialbindung sind für 5,35 Euro zu haben. Derzeit sind nur noch wenige Wohnungen frei. Nähere Informationen gibt es auf der Webseite www.nahe-wohnen.de. Reservierung sind bei Beata von Hanxleben unter der Telefonnummer 040/ 53904069 möglich. pd

 Petra Dreu

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