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Auftakt für zwei große Festwochen

Trappenkamp Auftakt für zwei große Festwochen

180 Gäste waren zur Auftaktveranstaltung der beiden Festwochen gekommen, in denen Trappenkamp sich und seinen 60. Geburtstag feiern möchte. Musikalisch begleitet wurde die Feier von Volker und Philip Hogrebe, Tim Kröger (Foto) und Harry Kretschmer.

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Der Mann am Klavier: Tim Kröger gab der Geburtstagsfeier zusammen mit seinen Bandkollegen den musikalischen Rahmen.

Quelle: Fotos: Petra Dreu

Trappenkamp. Neben den Bürgermeistern der umliegenden Gemeinden waren mit Eberhard Grosser, Gert Pechbrenner, Werner Schultz und Harald Krille gleich vier Trappenkamper Bürgermeister vertreten, die allesamt wie auch die Ehrenbürger Erwin Wengel und Hermine Daniels ihre Handschrift in Trappenkamp hinterlassen haben.

LN-Bild

Nette Worte und Erzählungen aus der Geschichte beim Start der Reihe zum 60-jährigen Bestehen Trappenkamps.

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„Wir haben nicht viel Geld, das Ehrenamt aber macht uns reich.“ Harald Krille, Bürgermeister

Innerhalb von 15 Jahren schnellte die Einwohnerzahl von 800 auf 4000 Einwohner in die Höhe, die Infrastruktur habe die Gemeinde dabei stetig verbessern können. Aber es habe auch schwierige Zeiten gegeben, vor allem dann, wenn Arbeitsplätze verloren gingen. „Wir haben es aber immer wieder geschafft, uns neu aufzustellen“, so Krille, der auch die Außenwirkung Trappenkamps ansprach.

„Trappenkamp, die Industriegemeinde mit ihren Wohnblöcken, Hochhäusern und Menschen aus vielen Ländern und Kulturen wirkte auf die Alteingesessenen in den Nachbardörfer lange Zeit fremd — wie ein kleines Stück Ruhrgebiet in Schleswig-Holstein.“

Seine Außenwirkung habe Trappenkamp Schritt für Schritt verbessert. Besonders wichtig sei dabei das Leitbild „Trappenkamp — die Familiengemeinde“ gewesen. Dieses Leitbild für eine bunte und offene Gemeinde werde von Kommunalpolitikern und Einwohnern gleichermaßen gelebt. „Inzwischen ziehen Familien bewusst hierher, weil sie erkennen, dass Leitbild und Wirklichkeit in Trappenkamp zusammenpassen“, so Krille, für den das Zitat Oscar Wildes „Die Zukunft gehört denen, die die Möglichkeiten erkennen, bevor sie offensichtlich werden“ genau auf Trappenkamp passt.

Mut habe die Gemeinde auch bewiesen, als sie das Hochhaus in der Gablonzer Straße 11 abreißen ließ. Die jetzt vorgesehenen 51 betreuten Wohnungen und die Tagespflege des Landesvereins würden Trappenkamp weiter aufwerten. Die Gemeinde habe immer den Mut gehabt, sich weiterzuentwickeln und neu zu erfinden. Wichtig sei dabei die aktive Beteiligung der Einwohner. Krille: „Trappenkamp hat nie viel Geld gehabt, das Ehrenamt aber macht die Gemeinde reich und erfolgreich.“

„Wenn ich eingeladen werde, geht es meistens um Jahrhunderte alte Städte. Hier in Trappenkamp ist das freilich etwas anders. Trappenkamp ist eine der jüngsten Gemeinden in Schleswig-Holstein. Das ist fast schon ein Alleinstellungsmerkmal unter den Kommunen“, sagte Professor Dr. Oliver Auge, der sich an der Kieler Uni der Regionalgeschichte des Landes widmet. In seinem Vortrag riss er alte Wunden wieder auf, als Trappenkamp noch ein Ortsteil von Bornhöved war und die Alteingesessenen ihre Vorbehalte gegen die Flüchtlinge hatten, die in Trappenkamp eine neue Heimat gefunden haben. Nach Kriegsende kamen in Bornhöved 1677 Flüchtlinge auf 1275 Dorfbewohner. „Die Einwohner hatten Sorge, Fremde im eigenen Land zu werden“, so Professor Auge. Auch die lange verschwiegene SS-Vergangenheit von Dr. Gerhard Gerlich ließ der Professor nicht unerwähnt: „Seine Geschichte kann man sich nicht aussuchen. Man muss sie aushalten und sich damit auseinandersetzen.“

Von Petra Dreu

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