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Segeberg Aus dem Musikzug wird die Dorfkapelle
Lokales Segeberg Aus dem Musikzug wird die Dorfkapelle
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20:42 21.08.2017
Das Musizieren macht ihnen auch ohne Feuerwehruniform Spaß: die neu gegründete Dorfkapelle Sülfeld beim Proben im Jugendhaus. Quelle: Fotos: Dreu

67 Jahre lang war der Musikzug ein fester Bestandteil der Freiwilligen Feuerwehr Sülfeld. Aus Protest gegen den bürokratischen Mehraufwand im Zuge der Einführung der Kameradschaftskassen kehrten die Musiker der Wehr zum 30. Juni den Rücken, um als „Dorfkapelle Sülfeld“ weiterzumachen.

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Die Musiker der Feuerwehr Sülfeld machen sich selbstständig. Sie haben keine Lust auf bürokratischen Mehraufwand.

Die Neuordnung der Kameradschaftskassen durch den Landesfeuerwehrverband war den 17 Musikern ein Dorn im Auge. „Der ganze bürokratische Aufwand, der auf uns zukommen sollte, darauf hatten wir keine Lust“, erzählt Kapellmeister Frieder Schwarz. Wie die aktiven Feuerwehrleute auch hätten die Musiker einen Haushalt mit Kassenführung und Abrechnung aufstellen müssen. „Für jede Ausgabe hätten wir vorher eine Unterschrift des Wehrführers gebraucht. Außerdem hätten wir nicht mehr der Musikzug der Gemeindefeuerwehr sein dürfen, denn die Feuerwehrkapellen dürfen nur noch einer Ortsfeuerwehr angehören. Das alles ging uns zu weit“, so Schwarz.

„Wir hätten es natürlich begrüßt, wenn sie weiterhin Teil unserer Feuerwehr geblieben wären“, bedauert Gemeindewehrführer John-David von Elm den Schritt der Musiker. Dass der Mehraufwand durch die Neuordnung der Kameradschaftskassen den Musikern überhaupt nicht gefallen hat, kann von Elm gut verstehen. „Uns gefällt das auch nicht, aber wir müssen uns nun mal an die Vorgaben halten.“

Der Unterstützung durch die Gemeinde, die sich in der Vergangenheit bereits das ein oder andere Mal an der Finanzierung neuer Instrumente beteiligt hat, können sich die acht Männer und acht Frauen auch weiterhin gewiss sein. „Immer donnerstags um 20 Uhr dürfen wir im Jugendhaus kostenlos proben. Wenn außergewöhnliche Sachen anliegen, will uns die Gemeinde auch unterstützen“, freut sich Kapellmeister Schwarz, der nicht nur den Ton angibt, sondern auch die Trompete spielt. Er versucht, die Kosten für die Musiker gering zu halten, denn Beiträge von den Mitgliedern des nicht eingetragenen Vereins werden nicht erhoben. „Deshalb machen wir auch alles selbst.“

Ausgeglichen ist in der Dorfkapelle das Geschlechterverhältnis: Acht Frauen stehen acht Männern gegenüber, die sich allesamt gut verstehen. „Wir sind alle befreundet. Das passt“, sagt Klarinettistin Karin Pump, die von Ute Rhode unterstützt wird. Wiebke Daniel spielt Tenor-Saxofon, Ursula Ahnfeldt und Birgit Liebert Alt-Saxofon. Matthias Klintzsch, Gerhard Rhode, Michael Schwarz und Karl-Heinz Krüger spielen Tenorhorn, Maike Voß, Anja Schwarz und Britta Hinsch unterstützen Frieder Schwarz an der Trompete. Alexander Gerke gehört zusammen mit Can Özren zur Tuba-Fraktion.

„Im Grunde hat sich nicht viel geändert“, meint Schlagzeuger Detlef Stolten, dessen Vater Ernst den Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Sülfeld vor 67 Jahren gegründet hat. Er und Gerhard Rhode sind in der Musikerrunde die einzigen aktiven Feuerwehrleute. Wie die anderen Musiker auch, werden sie künftig auf ihre Feuerwehr-Ausgehuniform bei Auftritten verzichten können.

Sechs bis sieben Veranstaltungen, vom Adventssingen bis hin zum Ständchen zu besonderen Anlässen, stehen im Laufe eines Jahres auf dem Terminplan der Kapelle. Der nächste Auftritt ist bereits am 8.

September. Dann nämlich wird die Dorfkapelle ab 19.30 Uhr im Garten von Barbara Schütze als „Vorband“ des Gitarren-Duos „Jessen & Melzer“ aufspielen.

Petra Dreu

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