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Segeberg Platzt der Traum vom Kunstrasenplatz?
Lokales Segeberg Platzt der Traum vom Kunstrasenplatz?
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17:29 04.12.2018
Aus der Traum: Der neue Kunstrasenplatz wird auf die lange Bank geschoben. Jetzt gibt es hier einen nicht mehr nutzbaren Rasenplatz. Auch das Flutlicht muss man nicht mehr anknipsen. Quelle: Wolfgang Glombik
Bad Segeberg

Wieder einmal ist der Naturrasenplatz in der Eintracht-Arena matschig, nicht bespielbar. Doch der Traum der Fußballer von einem weiteren Kunstrasenplatz droht zu scheitern. In den Ausschüssen wurde das Thema von der Tagesordnung genommen. Auch in den Haushalt wurde das Geld dafür gar nicht erst eingestellt. Nun könnten für Bad Segeberg Landes-Fördermittel verfallen, die für den Vereinssport vom Land bereitgestellt worden sind.

Doch überschattet werden alle diese Kunstrasen-Träume von staatsanwaltlichen Ermittlungen gegen Eintracht Segeberg. Konkret geht es dabei um den Betrugsverdacht durch falsche oder überhöhte Abrechnungen von Übungsleiter-Entschädigungen (die LN berichteten). Bei den Stadtpolitikern herrscht jetzt die Sorge, dass im Falle von strafrechtlichen Konsequenzen die ehrenamtliche Arbeit im Verein komplett wegbrechen würde, berichtet Hauptausschussvorsitzender Olaf Tödt (CDU). Politiker verfolgen reserviert die Wünsche des Vereins. BBS-Fraktionsvorsitzender Torsten Bohlmann: „Man fühlt sich betrogen und ist nicht gerade freudig dabei, dem Verein neue Zuschüsse zu geben.“

Das für Finanzen zuständige Eintracht-Vorstandsmitglied Hans-Heinrich Meins suchte am Dienstag im Vereinshaus bis zu sieben Jahre alte Finanzunterlagen seiner Vorgänger. Die Polizei habe danach gefragt. Meins betonte, dass der aktuelle Vorstand noch komplett im Amt sei und den Antrag für einen neuen Kunstrasenplatz aufrecht erhalte. „Wir müssen sonst einen Aufnahme-Stopp beschließen.“ Trainiert werde manchmal mit vier bis zu fünf Jugendmannschaften auf dem bestehenden Kunstrasenplatz. „Das ist kein Dauerzustand.“ Der Verein habe 16 bis 17 Mannschaften, so viele Trainingszeiten gebe es auf einem Kunstrasenplatz gar nicht. Meins sieht die Felle für Eintracht Segeberg wegschwimmen: Dreimal sei er in Ausschusssitzungen der Stadt eingeladen worden und musste nach dem Absetzen des Punktes von der Tagesordnung wieder gehen. Für 2018 sei der Fördertopf der Landesregierung noch voll gewesen, berichtet Meins. Eine erste Kostenschätzung für einen Kunstrasenplatz beläuft sich auf 420 000 Euro. 50 Prozent der Kosten wären Fördermittel. Die Eintracht selbst würde zehn Prozent (42 000 Euro) tragen. Für die Stadt blieben 141 000 Euro.

Und nun scheitert das alles an der „Übungsleiter-Affäre“. Vier Betreuer seien beschuldigt worden, falsch abgerechnet zu haben, für drei konnte nachgewiesen werden, dass sie korrekt handelten, so die Darstellung von Meins. Für das Fehlverhalten eines Betreuers sei Geld zurück an Stadt und Kreis überwiesen worden, insgesamt 2500 Euro. Meins: „Wir können jetzt alles für die letzten drei Jahre nachvollziehen.“ Es habe sich kein Ehrenamtlicher persönlich bereichert.

Aber es gibt noch einen weiteren, eher formaljuristischen Grund, den jetzigen Morast-Rasenplatz nicht zum Kunstrasenplatz umzubauen: Er gehört dem Schulverband. Bürgermeister Dieter Schönfeld, gleichzeitig Schulverbandsvorsteher, gibt auf LN-Anfrage zu bedenken, dass der Schulträger beim Bau eines Kunstrasenplatzes für Vereinszwecke die Verpflichtung eingehe, dieses Grundstück dem Sportverein für 25 Jahre zur Verfügung zu stellen. „Das ist normalerweise nicht akzeptabel.“

Wolfgang Glombik

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