Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Segeberg Aus der interkulturellen Begegnung für das Leben lernen
Lokales Segeberg Aus der interkulturellen Begegnung für das Leben lernen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:34 21.10.2013
Lieder aus Russland sangen die Frauen vom Verein zur Förderung von Kindern mit Migrationshintergrund. Quelle: Kronlage
Bad Segeberg

Durchhalten, nicht aufgeben, nie den Mut verlieren — das ist es, was viele Asylbewerber und anerkannte Flüchtlinge auszeichnet. Wer weiß schon wie es ist, acht Jahre lang in einer Asylbewerberunterkunft zu leben, nicht arbeiten, nicht studieren, nichts lernen zu können, immer wieder neu zu hoffen, wenn der Mitarbeiter der Ausländerbehörde gerade den Ablehnungsbescheid über den Tisch geschoben hat. Fryad Hussein (32) lebt seit 2005 als Asylbewerber in Schleswig-Holstein. „In Lübeck habe ich damals den Antrag gestellt“, sagte er. Seitdem vergehen für ihn Tage, Wochen und Monate in einer Art Schwebezustand. Er skizzierte sein Schicksal gestern zur Eröffnung der Interkulturellen Woche im Foyer des Kreishauses. Mittlerweile spricht Fryad, der aus dem Irak vor den Kriegswirren geflüchtet ist, recht gut Deutsch. „Er dolmetscht auch für uns“, sagte Migratenberaterin Gisela Dell. Sie und viele andere Frauen und Männer haben die zweite Interkulturelle Woche gestaltet (wir berichteten). Landrätin Jutta Hartwieg stellte das Erdgeschoss und den ersten Stock des Kreishauses für eine Ausstellung zur Verfügung. Sie dokumentiert, was Vereine und Verbände im interkulturellen Rahmen schon getan haben. Und was auch deutlich sichtbar für die Öffentlichkeit ist.

Zum Beispiel die Jungen und Mädchen der Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme der JobA an der Marienstraße. Sie haben sich im vergangenen Jahr des alten jüdischen Friedhofs angenommen und unter der Anleitung von Walter Blender, dem Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde, dort Schönheitspflege vollzogen. Und dabei einiges aus einer fremden Religion gelernt. „Dass zum Beispiel einige Pflanzen nicht auf einem jüdischen Friedhof wachsen dürfen“, erklärte Janina Golchert (JobA). Und genau das ist das Ziel — und das Motto — der Interkulturellen Woche: offen sein und etwas erleben. „Ein wichtiges Anliegen der Kreisverwaltung ist die interkulturelle Öffnung, um Menschen mit Migrationshintergrund den Zugang zu den Dienstleistungen der Verwaltungen zu erleichtern“, erklärte Jutta Hartwieg.

Deshalb würden auch die Mitarbeiter der Kreisverwaltung zu entsprechenden Schulungen geschickt. Die Eröffnung der Interkulturellen Woche mit vielen Gästen, darunter auch Bernd Jorkisch, Vize-Präses der Industrie- und Handelskammer, endete mit einem Film, den Nils-Holger Schomann mit Migranten gedreht hat unter Federführung der Handwerkskammer Lübeck. Der Film handelt von Flüchtlingen, die demonstrieren, was sie alles können — wenn man sie lässt. „Wir wollten mal nicht das Elend hoch und runter zeigen, sondern das Positive“, sagte Schomann.

„Ich finde es toll, dass Du Deinen Mut nie aufgegeben hast.“
Gisela Dell zu Fryad Hussein

Ursula Kronlage

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Gewinnspiele im Segeberger Einrichtungshaus.

21.10.2013

Polizei bald mit neuem

Trainingszentrum

Segeberg — Die Ausbildungs- und Trainingsmöglichkeiten für Schleswig-Holsteins Polizei werden sich bald verbessern.

21.10.2013

Die Interessengemeinschaft „Wir für Segeberg“ (WfS) veranstaltet mit Möbel Kraft am 3. November, 12 bis 17 Uhr, den letzten verkaufsoffenen Sonntag in diesem Jahr.

21.10.2013
Anzeige