Volltextsuche über das Angebot:

23 ° / 16 ° Gewitter

Navigation:
Ausbau der Dorfstraße teurer: Anlieger müssen zahlen

Wahlstedt Ausbau der Dorfstraße teurer: Anlieger müssen zahlen

Hauseigentümer werden verschärft zur Kasse gebeten – Stadt hat alle Prozesse gewonnen – Beträge bis zu 40 000 Euro pro Grundstück werden jetzt fällig.

Voriger Artikel
Sülfeld bekommt einen Wochenmarkt
Nächster Artikel
Baden und beachen: Zwei-in-eins-Party

Der Ausbau der Dorfstraße ist längst vollendet. Kürzlich sind die endgültigen Bescheide an die Grundstückseigentümer verschickt worden. Einige rieben sich die Augen angesichts der gestiegenen Kosten. Die Stadt beteuert, dass sie Anlieger nicht mit allen Mehrkosten belaste.

Quelle: Fotos: Glombik

Wahlstedt. Das dicke Ende kommt zum Schluss: Der Ausbau der Dorfstraße in Bad Segeberg zwischen Kühneweg und Hamdorfer Weg ist nach jahrelangem Streit und Verzögerungen wesentlich teurer geworden als geplant. Die Suppe müssen jetzt – zum Teil – die Anlieger auslöffeln. Ihnen flatterten kürzlich die endgültigen Bescheide von der Stadt Bad Segeberg ins Haus. Ihre zu leistenden Beiträge für den Ausbau der Stadt-Straße werden nun wesentlich höher angesetzt als erwartet.

LN-Bild

Hauseigentümer werden verschärft zur Kasse gebeten – Stadt hat alle Prozesse gewonnen – Beträge bis zu 40 000 Euro pro Grundstück werden jetzt fällig.

Zur Bildergalerie

Der Beitragssatz ist von 4,26 Euro pro Quadratmeter Grundstück um gut einen Euro mehr auf über 5,30 Euro gestiegen, teilte Stadtkämmerin Christiane Ostwald auf LN-Nachfrage mit. Für ein 1000-Quadratmeter-Grundstück an der Dorfstraße müssten Eigentümer jetzt 5314 Euro zahlen.

Auch Jürgen Dill, Inhaber des Schützenhofs 1806, ist betroffen. „Ich bin sehr enttäuscht, man rechnet schon mal mit fünf oder zehn Prozent Mehrkosten, aber das hier ist wesentlich mehr.“ Als Gewerbetreibender hat Dill einen extra hohen Ausbaubeitrag zu bezahlen. „Das sind fünfstellige Summen, die kann man mit einer Gastwirtschaft nicht erwirtschaften.“

Die zu zahlenden Summen werden bei den Anliegern je nach Größe ihres Grundstückes bis zum Spitzensatz 40 000 Euro Ausbaubeitrag liegen, schätzt Dill. „Dafür haben wir jetzt eine pompöse Straße.“ Er glaubt nicht, „dass die Bürgersteige in Berlin so breit sind wie hier in der Dorfstraße von Klein Niendorf“. Zwei Rollifahrer müssen sich überholen können – so sei die Rechtslage. Aber alles sei wasserdicht, das hätten ihm auch Anwälte gesagt. Kosten, Kosten – dabei hatte Dill unter den sich immer wieder verzögernden Bauarbeiten 2013 wohl am meisten gelitten. „Enorme Einbußen“ habe er gehabt. „Die Geschäftsleute in der Eutiner Straße beschweren sich, dass dort für eine Woche ihre Geschäfte wegen Asphaltarbeiten nicht gut zu erreichen sind. Ich war sechs Monate abgenabelt.“ Und hätte Dill die Bauarbeiter nicht „mit einem Grünkohlessen bestochen, hätte ich nicht einmal eine provisorische Auffahrt für meine Gäste bekommen“. Stadtkämmerin Christiane Ostwald gibt zu, dass es schon „schockierend“ sei, wen man die Abrechnung sehe. Statt 800 000 Euro sei die Baumaßnahme für die Dorfstraße auf über eine Million Euro gestiegen.

Im November 2012 hatte man bei der Stadt noch mit rund 600 000 Euro gerechnet. Christiane Ostwald betont aber, dass der Löwenanteil der Mehrkosten von der Stadt bezahlt werde. Insgesamt müssten die Anlieger zusätzlich insgesamt 51 000 Euro berappen. Ganz wichtig: Der Baustopp und die damit verbundenen Kosten – Grund waren Leitungsprobleme – sei nicht auf die Anlieger umgelegt worden. Das sei nicht Bestandteil der beitragsfähigen Kosten, die die Anlieger zahlen müssen, beteuert Kämmerin Ostwald. Problem sei auch gewesen, dass Eigentümer – rechtlich zulässig – durch geschickte Grundstücksteilung ihre Flächen zur Berechnung der Beträge reduziert hatten. Folge: Alle müssen mehr zahlen. Zwei Prozesse hätten Eigentümer wegen der Beitragberechnungen gegen die Stadt angestrengt, beide habe die Stadt gewonnen, so Ostwald.

Warum wurde es so teuer? Robin Arne Otten vom Bauamt berichtet von Ärger mit Baufirmen, mit einer nicht erreichbaren Telekom und Dingen, die nicht vorhersehbar waren. So hatten die Baufirmen in der Tiefe auch mit Resten einer Altkanalisation zu kämpfen. Ausschachtungsarbeiten mussten teilweise schonend und teuer mit einem Sauger oder mit Spaten durchgeführt werden. Leitungspläne seien ungenau gewesen. Wer in der Tiefe gräbt, weiß nicht was ihn erwartet: In der Dorfstraße waren die Überraschungen wohl besonders häufig.

Der Zeitplan geriet durcheinander

„Katastrophenbaustelle“ hieß es 2013 bei genervten Anliegern der Dorfstraße. Probleme mit Versorgungsleitungen warfen die Straßenbauer im Zeitplan immer wieder zurück. Die Stadtverwaltung „drehte am Rad“ wegen der Beschwerden, weil Telekom-Leitungen nicht funktionierten. Bei Arbeiten stellte man fest, dass Leitungen uralt und brüchig waren. Die mussten ersetzt werden. Bis aber die Telekom Material besorgte und die Kabel ausgetauscht waren, verging viel Zeit: vier Wochen Bauverzögerung.

Wahlstedter ziehen Klagen zum Straßenausbau zurück

Auch in Bad Segebergs Nachbarstadt ging ein Aufschrei durch die Reihen der Anlieger von Straßen, deren Ausbau dringend notwendig war. Als in Wahlstedt die Bescheide zu den Straßenausbaubeiträgen in der Dorfstraße und am Jördenberg bekannt wurden, holten sich die betroffenen Bürger ebenfalls juristischen Rat.

Ihre Argumentation fußte vor allem auf die unterschiedliche Bemessung der Beiträge. Manche sollten deutlich mehr pro Quadratmeter Grundstück bezahlen als andere. Dann nämlich, wenn ihr Teilstück zur Anlieger- und nicht Durchgangsstraße erklärt wurde. Sie wollten vor den Kadi ziehen. Nun haben sie ihre Klagen zurückgezogen. Der Grund: Die zuständige Richterin hat offenbar deutlich gemacht, dass ein Verfahren keine Aussicht auf Erfolg habe.

Ende Juni kam es zu einem Lokaltermin mit der Vertreterin des Verwaltungsgerichtes, der Verwaltung sowie Anwälten der Kläger am Jördenberg und in der Dorfstraße. Danach riet man von weiteren rechtlichen Schritten ab, um unnötige Mehrkosten für die Kläger zu verhindern. Das teilte Wahlstedt Bürgermeister Matthias Bonse jetzt erleichtert im Hauptausschuss mit. Was einen Fall aus der Dorfstraße angehe, stehe die Stellungnahme des Gerichts zwar noch aus, aber er rechne auch hier mit dem gleichen Ergebnis. hil

Wolfgang Glombik

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Segeberg
Reporter vor Ort

In einer fortlaufenden Galerie zeigen wir Ihnen jeden Tag die wichtigsten Bilder aus Lübeck und den umliegenden Kreisen. An dieser Stelle finden Sie die Galerie für den Juli 2017.

Sollte das Fliegen von Drohnen am Strand verboten werden?

Wie wollen wir wohnen, wenn wir einmal älter geworden sind? WG, ein Zimmer bei den Kindern, Servicewohnen, Seniorenheim? Die LN haben sich verschiedene Modelle im Kreis Segeberg angesehen. Zum Auftakt haben wir mit Experten gesprochen und Segeberger nach ihren Vorstellungen gefragt.

Wie wollen wir wohnen, wenn wir einmal älter geworden sind? WG, ein Zimmer bei den Kindern, Servicewohnen, Seniorenheim? Die LN haben sich verschiedene Modelle im Kreis Segeberg angesehen. Zum Auftakt haben wir mit Experten gesprochen und Segeberger nach ihren Vorstellungen gefragt. mehr

  • Lifestyle
    Unser Lifestyle-Portal

    Unser Lifestyle-Portal mit nützlichen News und Tipps: Informieren Sie sich über Mode, Beauty und aktuelle Trends. Mehr Schwung, mehr Spaß... mehr

  • Hochzeitszauber

    Alles zum Planen Ihrer Hochzeit - Tipps und Tricks zum Planen und Organisieren Ihrer Hochzeit. Ob Location, Dekoration, Trauringe, Flitterwoch... mehr

  • Events & Veranstaltungen

    Was? Wann? Wo? Hier finden Sie die Veranstaltungen und Events in Ihrer Nähe. mehr

  • Reisetipps
    Unser Reiseportal

    In unserem Reiseportal finden Sie viele Tipps & Tricks für Reisende und Urlauber. mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Termine

Ausstellungen, Theater, Konzerte und mehr in Lübeck und Umgebung.

Karl-May-Spiele

Nachrichten zu den Karl-May-Spiele am Kalkberg in Bad Segeberg.

Kinokritik

Kurz und knapp erklärt, ob sich ein neuer Film lohnt oder nicht.