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Ausbau der Seestraße — ein heißes Eisen

Bad Segeberg Ausbau der Seestraße — ein heißes Eisen

Stadtverwaltung fürchtet Proteste der Anlieger, wenn sie die Neugestaltung in Angriff nimmt.

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Auch der Investor der neuen Seniorenwohnanlage müsste Straßenausbau-Beiträge zahlen, wenn die Politik entscheiden sollte, dass die Große Seestraße saniert werden soll.

Bad Segeberg. Die Idee ist bestechend: Die Große Seestraße mit der noch im Bau befindlichen Seniorenwohnanlage Am Gasberg könnte zu einer Art Flanier-Achse von der Innenstadt zur neuen Seepromenade werden. Dafür wäre es ideal, die zurzeit nicht gerade zum Spazierengehen einladende Seestraße im unteren Bereich zu einer verkehrsberuhigten Zone umzuwandeln. Auch die äußerst malträtierte Straße Am Gasberg müsste dringend saniert werden. Die Stadtverwaltung legt nun den Politikern erste Entwürfe und Kostenvorstellungen vor. Die Gesamtkosten für die Straße Am Gasberg, sowie die Große Seestraße betragen 825 000 Euro. Viel Geld für zwei kleine Straßen.

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Einladend ist diese Verbindung zum Großen Segeberger See und zur neuen Seepromenade nicht gerade: Die Große Seestraße müsste man umbauen.

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Die Vorfreude, dass ihr löchriger Damm zur schönsten Straße der Stadt werden könnte, dürfte sich bei den Anliegern in Grenzen halten. Diese müssen nämlich zum größtenTeil den Umbau der Straße mit Anliegerbeiträgen selbst bezahlen. Die Beiträge der Grundstückseigentümer für Anliegerstraßen liegen derzeit bei 85 Prozent der Baukosten. Zum Vergleich: Die Grundstückseigentümer der Dorfstraße, die zurzeit ausgebaut wird, protestieren schon heftigst, weil sie 60 Prozent zahlen müssen. Das Thema Große Seestraße sollte gestern Abend im städtischen Bauausschuss diskutiert werden.

Bad Segebergs Bürgermeister Dieter Schönfeld weiß um den brisanten Inhalt des Beschlussvorschlags aus seiner Verwaltung. „Natürlich wäre das eine ideale Sache, wenn die Straßen neu gestaltet und ausgebaut werden.“ Das sei bislang aber nur ein Prüfauftrag von den Fraktionen. „Der Impuls, sich damit zu befassen, ist aus der Politik gekommen.“ Verkehrsberuhigung und Neuausbau würden sicher „nicht nur auf Wohlwollen“ bei den Anliegern treffen, befürchtet Schönfeld. „Aus meiner Sicht müsste hier noch einiges bedacht werden.“ Er wisse auch nicht, ob die Anlieger dort überhaupt Verkehrsberuhigung wünschten, selbst gar Schrittgeschwindigkeit fahren würden. Immerhin: Einzelne Seestraßen-Anlieger hätten die Stadt schon aufgefordert, ihre Straße zu sanieren: Doch die wüssten ja nicht, dass die Stadt sie daran laut Gesetz mit Beiträgen beteiligen müsste. Schönfeld: „Spätestens in dem Augenblick finden sie die Idee dann nicht mehr so gut.“

Der Bürgermeister weiß wie sensibel Bürger reagieren, wenn es ihnen ans Portmonee geht. Er persönlich könne sich das „im Moment“ nicht vorstellen. „Wenn man so etwas vorhat, sollte man den Betroffenen eine längere Vorlaufzeit anbieten, damit sie sich vorbereiten können.“ Schließlich gehe es darum, Rücklagen zu bilden. In seiner „persönlichen Prioritätenliste“ stehe das Thema nicht an.

„Bei aller Freude für perfekten Straßenbau kann ich mir das im Moment nicht vorstellen.“ Letztendlich müsse das die Politik entscheiden.

Robin Arne Otten vom Bad Segeberger Bauamt hat den Plan im Auftrag ausgearbeitet. Für ihn gebe es jetzt die Chance, zwei Straßen zu sanieren, die seit Jahrzehnten nicht angerührt worden sind und die in einem entsprechend schlechten Zustand sind. Für eine verkehrsberuhigte Zone der Unteren Großen Seestraße sei ein niveaugleicher Ausbau ohne Bürgersteig angedacht. Die Straße am Gasberg und die Große Seestraße im oberen Bereich solle weiterhin Tempo-30-Zone bleiben. Auch Otten würde bei einem derartigen Projekt die Bürger „an die Hand nehmen und sie davon überzeugen“. Aber zurzeit sei die Straße „ja noch funktionsfähig — wenn auch nicht gerade schön.“

Wolfgang Glombik

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