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Autogenes Training gegen Rathaus-Stress

Bad Segeberg Autogenes Training gegen Rathaus-Stress

CDU kritisiert hohe Kosten für Gesundheitskurse in Behördenstuben.

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Hohe Fehlquote bei der Stadt: Macht die Arbeit im Rathaus krank? Dem versucht man mit Gesundheitsförderung vorzubeugen.

Quelle: Foto: Glombik

Bad Segeberg. Was ist los in den Bad Segeberger Behördenstuben? Hoher Krankenstand, viele Fehltage. Die Bad Segeberger Verwaltungsspitze reagiert fürsorglich: Jetzt werden für gestresste Rathauskollegen kostenlose Kurse, unter anderem für Autogenes Training, angeboten, um gesundheitlichen Problemen vorzubeugen.

Der Steuerzahler soll das finanzieren. In der Hauptausschusssitzung stolperten Henning Jensen (Grüne) und Ursula Michalak (CDU) bei den Beratungen zum Nachtragshaushalt über das Stichwort „Kurse“

unter der Überschrift „betriebliches Gesundheitsmanagement“. Ausgaben von 5000 Euro seien dafür „versteckt worden“, ohne näher erläutert worden zu sein, so der Vorwurf von Petra Kröger (CDU).

Zusätzlich ging es um 7500 Euro an Sachverständigen-Kosten für das betriebliche Eingliederungsmanagement. Ursula Michalak gönne den Mitarbeitern ja ihre Entspannungsübungen „von ganzem Herzen“, sie habe aber Probleme, wenn diese dafür keine eigenen Beitrag leisteten. „Ich als Beamtin müsste so ein Gesundheitsprogramm selbst bezahlen.“ Bei anderen Berufsgruppen wäre so ein Programm „absolut unmöglich“. Sie selbst ist Lehrerin.

Amtsleiter Carsten Schleicher, der für das städtische Personal zuständig ist, berichtet von einem dreistufigen Programm, das zu großen Teilen von einer Krankenkasse finanziert werde. In einer Art „Wellness Check“ wird bei dem einzelnen Kollegen nach persönlicher Begutachtung erforscht, was ihm fehle. Danach werde je nach Fall Autogenes Training oder Physiotherapie empfohlen. Das sei kostenlos. In einem zweiten Schritt gebe es ein Bewegungs- und Entspannungsprogramm, das man — ebenfalls für die Stadt kostenlos — in der Mittagspause absolvieren könne. Da haben schon, so berichtete Schleicher, 46 Mitarbeiter von 84 aus dem Rathaus mitgemacht. „Ich halte das für sehr, sehr sinnvoll.“ Es sei wichtig, dass die Leute durch die Arbeit gar nicht erst krank würden. „Wir wollen dem vorbauen.“ „Leckerbissen“ sei ein sechsstündiger Kursus mit Entspannungstechniken für die Mitarbeiter. Das müsse aber die Stadt bezahlen. Schleicher würde gerne „Autogenes Training“ auf Dauer anbieten, zum Beispiel jeden Montag im Rathaus ab 16 Uhr. Doch das ginge nicht ohne städtische Finanzierung. Jens Lichte (SPD) betonte, dass der Krankenstand sehr hoch sei. Da mache es Sinn zu untersuchen, warum es zu den vielen Fehltagen komme.

Sehr ernst genommen wird von der Stadt auch das gesetzlich vorgeschriebene betriebliche Eingliederungsmanagement. Wenn hier jemand mehr als sechs Wochen krank war, soll er behutsam an die Arbeit zurückgeführt werden. Zusätzlich engagiert die Stadt für kompliziertere Fälle auswärtige Experten, die für 2000 Euro pro Person, den oder die Kollegin wieder ins Arbeitsleben zurückführen. „Wir reden hier nicht über Wellness oder Spaßprogramm“, betonte Björn de Vries (SPD). Hier gehe es darum, die hohe und damit teure Krankheitsquote abzusenken.

„Das ist kein Wellness oder Spaßprogramm“
Björn de Vries (SPD)

Wolfgang Glombik

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