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Segeberg BBZ gegen Rassismus: „Vielfalt ist unsere Stärke“
Lokales Segeberg BBZ gegen Rassismus: „Vielfalt ist unsere Stärke“
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21:18 26.04.2016
74 Prozent der BBZ-Schüler haben sich verpflichtet, sich gegen Rassismus einzusetzen. Dafür haben unter anderem Julia Schanze, Jule Rohwedder, Manon Käthner und Schulsprecher Kilian Stadter geworben.

„Against Racism, Gegen Rassismus, Przeciwko Rasizmowi, Contra el Racismo“ steht mehrsprachig auf einem Plakat im Flur des Berufsbildungszentrums (BBZ) in Bad Segeberg geschrieben. Es ist Teil der Vorbereitung zum Projekt „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“. Zwei Jahre lang hat ein Schülerteam mit Unterstützung der Lehrkräfte daran gearbeitet, diesen Titel tragen zu dürfen. In der Kreissporthalle nebenan wurde gestern der Erfolg des Projekts mit bekannten Namen gefeiert: Fernsehmoderator Elton schickte als Pate eine Videobotschaft, „Kopfballungeheuer“ Horst Hrubesch kam sogar persönlich.

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Pate Horst Hrubesch brachte BBZ- Leiter Heinz Sandbrink signierte Trikots der Nationalteams mit.

49. Courage-Schule in SH

2029 Schulen bundesweit tragen den Titel „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“. Das BBZ ist in Schleswig-Holstein die 49. und die fünfte Berufsschule. In Bad Segeberg tragen auch die Dahlmannschule, die Schule am Burgfeld und das Städtische Gymnasium den Titel.

„Es ist auch dein Land und du bist schuldig, wenn du deine Augen davor schließt“, singen die sozialpädagogischen Klassen das Lied „Willkommen in Deutschland“ von den „Toten Hosen“. Gemeint ist Fremdenfeindlichkeit. 74 Prozent der fast 2500 Schüler am BBZ haben ein Bekenntnis unterschrieben, sich aktiv gegen Diskriminierung einzusetzen, sagte Schulleiter Heinz Sandbrink. Auch wenn dafür Überzeugungsarbeit nötig war. „Viele konnten sich sofort für das Projekt begeistern, manche fanden es albern“, erzählte Julia Schanze vom Projekt-Team. „Vielen mussten wir erklären, worum es überhaupt geht“, so Jule Rohwedder.

24 andere Nationen lernen und lehren am BBZ. Von Polen bis Afghanistan. 170 Schüler. „Und das auf dem Land, nicht in Kiel oder Hamburg. Wir sind in Bad Segeberg“, betonte Sandbrink. Vielfalt sei die Stärke der Schule. „Und wenn Rassismus in Deutschland zunimmt, müssen wir Haltung zeigen.“

„Rassismus ist scheiße“, brachte es Elton in seiner Videobotschaft auf den Punkt. Stolz sei er, Pate des Projekts zu sein. Auch Fußballlegende Horst Hrubesch habe sofort zugesagt, als er auf Wunsch der Schüler angefragt wurde. Sein Sohn war Schüler am BBZ. Als Fußballspieler habe er immer mit vielen Nationalitäten zusammengespielt. In der Nationalmannschaft haben viele Spieler Eltern aus fremden Ländern. „Doch die Jungs verstehen sich blind“, so der Trainer der U-21-Nationalmannschaft.

Schule ohne Rassismus, mit Courage. „Das ist kein Titel zum an die Wand hängen“, betonte Landes-Bildungsministerin Britta Ernst. Es sei die Verpflichtung, aktiv gegen Diskriminierung vorzugehen.

„Schule ohne Rassismus — das ist das Ideal“, betonte Projektkoordinatorin Medi Kuhlmann. Es gebe keine Schule ohne Rassismus. Wenn aber etwas vorfällt, müsse man widersprechen. Beeindruckt war sie vom weiten Definitionbegriff, den die Schüler von Diskriminierung haben. Fünf Blickwinkel brachten diese in Texten auf die Bühne: die Geschäftsfrau im Rollstuhl, das lesbische Mädchen, der transsexuelle Mann, der Jugendliche mit Migrationshintergrund, der Moslem — alle mit Diskriminierungserfahrung, aber auch positiven Begegnungen. Die Botschaft: Freundschaft ist unabhängig von Hautfarbe, Religion und Handicaps. Jeder hat ein Recht auf freie Entfaltung.

Von Nadine Materne

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