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Babyboom: Trappenkamp gehen die Kita-Plätze aus

Trappenkamp Babyboom: Trappenkamp gehen die Kita-Plätze aus

Alle drei Kindergärten melden lange Wartelisten — Besonders im U3-Bereich steigt der Bedarf — Binnen sechs Monaten stieg die Zahl der Kinder unter drei Jahren im Amt um 55.

Trappenkamp. 2014 stiegen die Geburtenzahlen in Deutschland auf ein 25-Jahres-Hoch. Das merken jetzt auch die Kindergärten — insbesondere im U3-Bereich. Im Amt Bornhöved ist die Erhöhung von Kita-Plätzen drängendes Thema. Wie berichtet, ist es bereits beschlossene Sache, dass die beiden Bornhöveder Kindertagesstätten erweitern. Nun wird Trappenkamp höchstwahrscheinlich nachziehen. Wer dort momentan sein Kind anmeldet, müsste wahrscheinlich bis August 2017 warten, bevor ein Platz frei wird.

So berichtet es Christiane Stranghöner, Leiterin der evangelischen Kita „Arche Noah“. „Im U3-Bereich ist der Bedarf ganz, ganz groß. Da kann ich nichts anbieten.“ 57 Kinder werden in der „Arche Noah“ derzeit betreut. Fünf U3-Plätze stehen aber nur zur Verfügung — die Plätze wurden gerade erst 2014 geschaffen, für die neue Gruppe wurde extra angebaut. Zum Sommer, am 1. August, wo das neue Kita-Jahr beginnt, habe sie zehn bis zwölf Anmeldungen für Krippenkinder unter drei Jahren. „Wir können aber nur zwei aufnehmen.“

Auch die Kita Igelwiese hat sich mit dem Neubau in der Goethestraße erst um eine Gruppe vergrößert. Hier gibt es sechs U3-Plätze, von denen zum Sommer zwei oder drei noch frei seien, sagt Leiterin Kati Schenk. Dafür gebe es im Ü3-Bereich keine freien Kapazitäten. „Auch wir haben eine Warteliste.“

„Wir könnten locker noch zwei Krippengruppen und eine Elementargruppe für drei- bis sechsjährige Kinder aufmachen“, sagt Cordula Schultz, Leiterin des Familienzentrums Pusteblume, über den Gesamtbedarf in Trappenkamp. Man habe den Bedarf ermittelt und Doppelmeldungen abgezogen. Genaue Zahlen möchte sie aber erst im Bildungs- und Sozialausschuss der Gemeinde nächste Woche Montag (19.30 Uhr, Bürgersaal im Bürgerhaus) berichten. Doch auch bei ihr im Familienzentrum sehe es „dramatisch“ aus auf der Warteliste. „Ich kann nicht alle Dreijährigen aufnehmen, schon gar nicht alle unter drei Jahren“, so Schultz. Zehn Krippenplätze hat die Pusteblume.

Ob durch Geburten oder Zuzüge, die Zahl der Kinder im Amtsbereich ist im vergangenen Jahr enorm gestiegen. Zum 31. Dezember 2015 nahm die Zahl der Kinder unter drei Jahren gegenüber dem 31. Juli um 55 zu, sagt Johanna Kegel-Maier vom Amt Bornhöved. Durch Geburten und Zuzüge. Bei den Kindern über drei Jahren gab es ein Plus von 20 in nur sechs Monaten. Dies mache sich vor allem in den Großgemeinden bemerkbar. Ob diese Kinder auch alle einen Kita-Platz brauchen, hänge vom Elternwunsch ab. Für Kinder ab einem Jahr gibt es für Eltern einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz.

„Bisher war die Not der Eltern aber noch nicht so groß, dass dieser eingeklagt wurde“, so Kegel-Maier. Bisher habe sich das Problem zum neuen Kita-Jahr immer „zurechtgezogen“. Oft kümmerten sich Eltern um einen Platz in anderen Gemeinden. Zudem reagierten Einrichtungen auf den Bedarf — wie jetzt in Trappenkamp.

Bürgermeister Harald Krille geht davon aus, dass der hohe Bedarf anhalten werde. „Wir müssen uns ernsthaft Gedanken machen, wo und in welcher Form wir Plätze schaffen.“ Er gehe von zwei weiteren Gruppen aus. In der Gemeinde sei Wachstum gewollt, neue Bauplätze sollen geschaffen werden. „Wir sind eine Familiengemeinde“, so Krille. „Also müssen wir ein bedarfsgerechtes Angebot vorhalten.“ Auch wenn das bedeute, wieder viel Geld in die Hand nehmen zu müssen.

„Wir könnten locker noch drei Gruppen aufmachen.“
Cordula Schultz, Pusteblume

Nadine Materne

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