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Segeberg Kreative Parkplatzsuche in Bad Segeberg
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20:07 09.11.2018
An der Geschwister-Scholl-Straße in Bad Segeberg sollen für mehr Stellplätze acht Meter Knick gerodet werden. Quelle: Wolfgang Glombik
Bad Segeberg

Eines muss man den Bad Segeberger Politikern zugestehen: Das Thema Parkplätze steht bei ihnen, quer durch alle Fraktionen, obenan: Wie berichtet, hatten zuletzt die Grünen dafür gekämpft, dass bei dem geplanten Kreishaus im Gewerbegebiet jeder der 167 Mitarbeiter einen Stellplatz fürs eigene Auto zur Verfügung gestellt bekommt. Das war den anderen Fraktionen dann doch des Guten etwas zu viel.

Mit fast detektivischem Spürsinn und Zollstock wird jetzt auch am Hamdorfer Weg nach Parkplätzen im öffentlichen Grün gefahndet. Und auch bei den geplanten Mehrfamilienhäusern an der Geschwister-Scholl-Straße soll jetzt Natur planiert werden. Ursprünglich war man sogar im Bauausschuss bereit gewesen, für das hehre Ziel „ein Stellplatz pro Wohnung“ Sozialwohnungen zu opfern.

Aber noch weniger Wohneinheiten? Das sei für den Investor, die Wankendorfer Baugenossenschaft, „nicht mehr wirtschaftlich“, warnte Bauamtsleiterin Antje Langethal kürzlich in der Stadtvertretersitzung. Man rechnete noch einmal alles durch. Es funktioniere nur, wenn die Stellplatzbreite auf 2,30 Meter reduziert werde und acht Meter Knick wegfielen. Nur so könne die Forderung des Bauausschusses umgesetzt werden, so Langethal. Die Wankendorfer hatte vorab brieflich moniert, dass landesweit bei Baumaßnahmen mit öffentlich geförderten Wohnraum sich ein Stellplatz-Schlüssel mit 0,7 pro Wohnung als ausreichend erwiesen habe. „Auf dieser Grundlage haben wir bereits mehrere Gebäude in Kiel, Kronshagen und Preetz errichtet.“

Gerade, schräg oder senkrecht? Die Stadt möchte am Hamdorfer Weg zusätzliche Stellplätze bauen. Die Meinungen gehen darüber auseinander, ob dort sieben, 14 oder gar 18 Plätze hinpassen. Vorher holt der WZV aber erst den Sperrmüll ab. Quelle: Wolfgang Glombik

Aber in Bad Segeberg ticken die Uhren bekanntlich anders. Jetzt sollen für zusätzliche Stellflächen acht Meter geschützter Knick entfernt werden. Die Grünen zeigten wegen des spontanen Vorschlags der Verwaltung erst etwas Skrupel, wollten das Thema vertagen und entschieden sich nach fünfminütiger Sitzungspause folgendermaßen: Zwei Grüne enthielten sich der Stimme, zwei stimmten mit den anderen Fraktionen für die Knickrodung. Die acht Meter müssen nun mit 16 Metern Knick ausgeglichen werden, erklärte Langethal. Die könne die Stadt aber im Bereich Burgfelde nachweisen.

Zufrieden darüber, dass die „Stellplatz-Misere“ endlich angegangen wird, zeigte sich Bauausschussvorsitzender Wolfgang Tödt (BBS). Am Hamdorfer Weg, nahe dem Neurologischen Zentrum, möchte man auf Kosten eines Grünstreifens auf 45 Metern sieben zusätzliche Plätze bauen, schlägt die Verwaltung vor und schätzt die Kosten auf etwa 20 000 Euro. Die Grünen forderten, dass die Segeberger Kliniken als Haupt-Profiteur den vollen Kostenbeitrag für den Ausbau übernehmen sollten. Da intervenierte Bürgermeister Dieter Schönfeld (SPD): Er sei dagegen, dass einzelne „100 Prozent zahlen sollen und andere gar nicht“. Die Segeberger Kliniken seien bereit, von allen anderen Anliegern die dann fälligen Straßenausbaubeiträge zu übernehmen. Wohnanlieger müssen nicht befürchten, hier zur Kasse gebeten zu werden.

Das Vorhaben ging einstimmig durch. Zumal jetzt die Parkplatzdetektive in Aktion treten: Bauschussvorsitzender Wolfgang Tödt möchte mit dem Zollstock dem Bauamt zeigen, dass man durch Schrägaufstellung von Fahrzeugen am Hamdofer Weg nicht nur sieben, sondern 14 oder durch Senkrechtaufstellung gar 18 Stellplätze gewinnen kann. Wenn nur nicht wieder ein Knick im Wege steht. . .

Wolfgang Glombik

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