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Segeberg Bad Segeberg: Hier lebe ich, hier kauf‘ ich auch online ein?
Lokales Segeberg Bad Segeberg: Hier lebe ich, hier kauf‘ ich auch online ein?
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21:16 11.03.2016
Etwa 60 Segeberger, auch einige Einzelhändler, informierten sich über Handel und Digitalisierung.

Laut einer Studie des Kölner Instituts für Handelsforschung werden bis 2020 etwa 45000 stationäre Geschäfte schließen. Wie sieht die Zukunft für die Bad Segeberger Geschäftswelt aus? Wird sich der Einzelhandel gegen den Einkauf im Internet behaupten können? Impulse und Ideen dazu lieferte eine Info-Veranstaltung, zu der die Wirtschaftsförderung Regionet, der Handelsverband Nord und der Unternehmerverein „Wir für Segeberg“ in den Rathaussaal eingeladen hatten.

Info-Veranstaltung befasste sich damit, wie der Einzelhandel sich gegen den Einkauf im Internet behaupten kann / Regionaler Online-Markplatz im Gespräch.

Knapp 60 Interessierte, darunter etwa ein Drittel Einzelhändler, hörten den verschiedenen Referenten zu. Besonderen Eindruck hinterließ Elmar Fedderke, Einzelhändler in Düsseldorf und Berater, der in einem flotten Tempo und unterhaltsam über das Thema „Handel(n) mit Profil — erfolgreich stationär im digitalen Zeitalter“ berichtete. So betonte er, dass das Internet zwar integraler Bestandteil des stationären Handels sei, sich aber jeder überlegen sollte, warum er dem Kunden den Wechsel zum Internet so leicht mache.

„Sie müssen aktiv werden. Der Kunde braucht uns nicht, wir sind leicht ersetzbar“, so Fedderke. Der Händler müsse das Internet durch gute Argumente entmystifizieren. Denn das scheinbar billigere Produkt im Internet sei nicht immer preiswerter. Denn Beratung, das Aufzeigen von Alternativen, Problemlösungen und vieles mehr liefere das Internet nicht. „Wir müssen unseren Kunden sensibilisieren, ihn aber auch in den Fokus rücken.“ Service und Freundlichkeit kombiniert mit kompetenter Beratung und dem Trumpf, dass der Einzelhändler vor Ort schneller sei als der Onlineversand.

Den Punkt will Michael Meier von der Bad Segeberger Marketing-Agentur „Kalkberg Konsorten“ aufgreifen. Ihm schwebt ein regionaler Online-Marktplatz vor. „MEINEINKAUF24.de — Lieblingsstücke aus meiner Stadt“ soll die Plattform heißen. Sie fungiere nicht nur als Bündelung des regionalen Einzelhandels, sondern zeige Kunden, welche Produkte es in der Stadt zu kaufen gebe, so Meier.

Ausbaufähig sei das Angebot auch: ein eigener Lieferservice und ein Kontor mit Abholung der Waren bis 22 Uhr seien möglich. Vier verschiedene Pakete will Meier anbieten, die monatlichen Kosten liegen zwischen zehn und 150 Euro, dazu kommen einmalige Gebühren und eine Umsatzbeteiligung von neun Prozent. „Der Online-Marktplatz kann nur bestehen, wenn viele von Ihnen mitmachen und Ihre Produkte einstellen“, betonte Meier.

Über Regionalität und Handel berichtete Martin Hülsmann von Regiocast/RSH. Er stellte die Aktion „Lass den Klick in Schleswig-Holstein“ des Radiosenders vor. Das Wir-Gefühl der Kunden solle angesprochen werden, eine bewusste Kaufentscheidung über emotionale Argumente erreicht werden. 750 Händler machen im Bundesland mit, in Bad Segeberg sind es 15. Mit dem Slogan „Hier lebe ich, hier kaufe ich“, wird die Kampagne beworben. Für die Mitglieder des Kalkbergringes (ehemalige Interessenvertretung der Bad Segeberger Innenstadt-Kaufleute) kein unbekannter Satz. „,Hier lebe ich — Hier kauf‘ ich ein‘ stand auf unserem Plakat zur 850-Jahr-Feier der Stadt“, sagte Reinhard Schweim gegenüber den LN. Das war 1984.

Alles müsse man nicht neu erfinden. Der Online-Marktplatz sei eine interessante Idee, jedoch sei es so schon schwierig, Aktionen mit allen Einzelhändlern zu bieten, sodass die Einrichtung einer gemeinsam Internet-Plattform problematisch sei. Auch könne der Service nur schlecht online dargestellt werden. „Eine Brötchentaste und ausreichend bezahlbare Parkplätze würden die Attraktivität der Innenstadt steigern“, so Schweim.

Von Silvie Domann

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