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Segeberg Bad Segeberg: Trafo-Haus soll das kleinste Hotel der Welt werden
Lokales Segeberg Bad Segeberg: Trafo-Haus soll das kleinste Hotel der Welt werden
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16:57 13.03.2019
Dieses alte, marode Trafo-Haus soll zum Hotel umgebaut werden. Quelle: Glombik
Bad Segeberg

  Kaum zu glauben, aber der Bad Segeberger Wasserturm, der gerade aufwendig zum Event-Hotel umgebaut wird, soll einen „kleinen Bruder“ bekommen. Ein uraltes Trafo-Häuschen, das aber einen großen Standortvorteil hat: die Nähe zum Indian Village und dem Kalkbergstadion. So dicht konnte man als Karl-May-Fan noch nie bei Winnetou nächtigen. Der Platz? Ziemlich eng. Etwas für Frischverliebte. Drei Meter messen jeweils die Außenwände. Die Firsthöhe des Trafo-Häuschens liegt etwa bei sieben Meter. Zwei Etagen soll das Häuschen bekommen und avanciert so bei Fertigstellung möglicherweise sogar zum kleinsten Hotel der Welt.

Trafo-Haus 15 Quadratmeter auf zwei Ebenen

Noch beansprucht diesen inoffiziellen Titel ein Hotel im bayrischen Amberg, das sogenannte Eh’Häusl, das vor allem an Frischvermählte vergeben wird. Es ist mit 2,50 Breite etwas schmaler als das Bad Segeberger Trafo-Haus, hat aber sechs Stockwerke mit insgesamt 53 Quadratmeter. Das ist zu toppen: Das Bad Segeberger Apart-Hotel dürfte noch kuscheliger werden und höchstens 15 Quadratmeter auf zwei Ebenen aufweisen.

Pantry-Küche unten, Bett im Obergeschoss

Platz ist schließlich in der kleinsten Hütte. Michael Hintz von dem Unternehmen Argos, dass auch den Umbau des Wasserturms zum originellsten Hotel des Nordens vorantreibt, hat schon einige Ideen für das Ein-Zimmer-Apartment. Geplant sind im Erdgeschoss eine kleine Pantry-Küche und eine Nasszelle. Im Obergeschoss, das über eine Raumtreppe erreichbar sei, soll auch das Bett stehen. Dank großer Dachfenster wird man vom Bett aus einen schönen Blick in den Sternenhimmel haben. Im Obergeschoss sind große Fenster mit einem französischen Balkon geplant. Das ganze ist als „Boutique-Hotel“, also im besonders individuellen Stil, geplant.

Ausschuss mit spannender Tagesordnung

Es könnte in der öffentlichen Bauausschusssitzung der Stadt Bad Segeberg am Mittwoch (18.30 Uhr, Bürgersaal) spannende Debatten geben. Nicht um das geplante Hotel im alten Trafo-Häuschen. Das dürfte bei den Politikern ein Selbstgänger sein. Vielmehr steht auch der Ausbau der Straße Am Gasberg auf dem Plan der Sitzung. Hier muss noch geklärt werden, ob die Anlieger, und wenn ja in welcher Höhe die Kosten für den Ausbau der extrem maroden Straße tragen müssen. Denkbar ist auch, dass das Thema erst noch von der Tagesordnung genommen wird. Ein weiteres Thema ist die Verbesserung der Badeanstalt am Großen Segeberger See. Die Fraktion der Grünen stellen hier einen Antrag zur Errichtung einer Fotovoltaik-Anlage auf dem Dach des Anbaus der Dahlmannschule.

Doch vorher muss erst noch der eingerüstete Wasserturm fertig werden. Der Umbau zum Hotel werde wohl noch bis Herbst andauern, wird gemutmaßt. Dabei ist der Wasserturm nur ein Teil des geplanten Hotelkomplexes. „Wir wollen mit den Karl-May-Spielen leben – nicht dagegen“, hatte der Investor bei der ersten Vorstellung seiner Pläne gesagt.

Inzwischen wurden im Umfeld des Wasserturms weitere Häuser für den Hotelkomplex eingekauft, so auch das Trafo-Häuschen.

Bebauungsplan muss geändert werden

Am Mittwoch steht ab 18.30 Uhr die kleinste Herberge der Welt auf der Tagesordnung im Bauausschuss. Auch, wenn es nur um wenige Quadratmeter Fläche geht, Ordnung muss sein: Für das Häuschen muss der Bebauungsplan geändert werden. Auch ein Stellplatz für das Auto der Hotelgäste muss nachgewiesen werden. Und noch hat das Häuschen die Zweckbestimmung „Elektrizität (Trafostation)“. Bauausschussvorsitzender Wolfgang Tödt (BBS) sagt schmunzelnd: „Ich hoffe, dass über das Grundstück keine Fledermausroute führt.“ Denn naturschutzrechtliche Probleme hat Bad Segeberg bei seinen Bauvorhaben schon wegen des extrem schutzwürdigen Fledermaus-Winterquartiers in den Kalkberghöhlen an allen Ecken und Enden.

Früher Wochenstube für Fledermäuse

So ganz abseits mit seinem Fledermaus-Scherz liegt Tödt nicht. Tatsächlich war das Trafo-Haus vor 20 Jahren schon einmal ein „Hotel“, besser eine Wochenstube für eine Kolonie von Fledermäusen, der seltenen Breitflügelfledermaus, erinnert sich Alfred Ortmann vom Naturschutzbund (Nabu). Der Nabu bekam damals das ausrangierte Trafo-Häuschen von dem früheren Energieversorger Schleswag übereignet. „Wir haben damals Geld gesammelt und den Fußboden saniert.“ Die Fledermäuse waren eingezogen, weil es durch die Transformatoren dort immer so schön warm war. Doch später verschwanden die Gäste, das stromlose Trafo-Haus wurde zur Öko-Abstellkammer des Nabu. An der Fassade hatte man reichlich Mauersegler- und Staren-Kästen angebracht.

„Höchstens Platz für eine Etagenbett“

Inzwischen hat der Naturschutzbund das Häuschen über die Stadt als Grundstückseigentümer an den Investor Dr. Hanno Hagemann abgegeben, berichtet Bad Segebergs Nabu-Vorsitzende Ruth Severin: „Das Trafo-Haus war für uns ein Klotz am Bein, es ist stark sanierungsbedürftig.“ Aber Hotel? Ruth Severin, die den Miniturm von innen aus dem Effeff kennt, ist fassungslos. „Das ist unmöglich, da passt doch höchsten ein Etagenbett rein.“ Also wird es doch nichts mit den Liebesnächten im Mini-Hotel für Frischvermählte? Warten wir auf die Platz-Ideen des Investors...

Wolfgang Glombik

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