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Segeberg 30 Wohnungen frei: Neuer Schwalbenturm im Kastanienweg
Lokales Segeberg 30 Wohnungen frei: Neuer Schwalbenturm im Kastanienweg
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18:56 11.01.2019
Der Schwalbenturm wurde von dutzenden Besuchern begutachtet. Quelle: Irene Burow
Bad Segeberg

Kehren die Schwalben im Frühjahr aus Südafrika zurück, wird die Wohnungssuche in Bad Segeberg für manche ein wenig einfacher: Der örtliche Naturschutzbund (Nabu) hat im Kastanienweg einen Schwalbenturm installiert. Er ist direkt neben dem Schmetterlingsgarten zu finden. Platz ist hier für 30 Pärchen von Mehlschwalben. „Sie sind gefährdeter als Rauchschwalben“, erklärt die Vorsitzende des Nabu Bad Segeberg, Ruth Severin, am Freitag bei der offiziellen Einweihung. Deswegen ist der Turm speziell für diese Vögel gedacht. Zu erkennen ist das Zuhause der gefährdeten Tierart auch daran, dass die Nester bis auf kleine Einfluglöcher fast zugebaut werden. Bei Rauchschwalben ist die Einflugöffnung größer.

Nabu informiert an Kastanienweg

Mehlschwalben bauen normalerweise Lehmnester an Felswänden oder Klippen an der Küste. Längst haben sie sich aber an den Menschen gewöhnt und nutzen verputzte Hauswände oder Dachvorsprünge. „Die Zahl der Tiere geht zurück. Viele Leute sanieren ihre Gebäude energetisch. Dabei werden leider viele Nester abgeschlagen“, bedauert Ruth Severin. Die Tiere finden nicht nur aufgrund versiegelter Flächen weniger Lehmpfützen als Grundlage für den Nestbau. Die Menschen stören sich zudem am Kot der Jungtiere, der die Wände verdreckt. Naturschützer verwenden dafür Kotbretter, die etwa einen halben Meter unter den Nestern angebracht werden. Künstliche Nisthilfen, wie auch der neue Turm in Bad Segeberg, helfen beim aktiven Schwalbenschutz.

Im Kastanienweg können die in ihrer Art bedrohten Vögel in Zukunft ungestört und gesellig brüten, wie sie es gern haben. An ein bisschen Nachbarschaft anderer Spezies stören sie sich auch nicht: Im Inneren des Turms gibt es vier weitere Höhlen. Neben zwei Behausungen für andere Höhlenbrüter finden auch noch dutzende Fledermäuse dort Platz. Passend zu Europas Fledermaus-„Hauptstadt“ Bad Segeberg und zur Freude des Teams aus dem Fledermaus-Zentrum Noctalis, das neben Abgesandten der Stadt und zahlreichen Besuchern am Freitag ebenfalls bei der Eröffnung vertreten war.

Vögel kehren zu ihren Nestern zurück

Derzeit hatder Nabu in Bad Segeberg 415 Mitglieder. Der Schmetterlingsgarten wurde 1999 angelegt, ursprünglich als „Speisekammer“ für Segebergs Fledermäuse. Der Weidengarten kam 2003 dazu. Die Mehlschwalbe ist durch ihren mehlig weißen Bauch besonders gut von ihren Artgenossen, wie Rauch- oder Uferschwalben, zu unterscheiden. Es ist gesetzlich verboten, Schwalbennester zu entfernen. Das gilt auch für die Zeit, in der sie im Süden überwintern. Denn die Tiere kehren stets zu ihren Nestern zurück.

Anfang Dezember ist der Turm installiert worden. Ermöglicht worden ist diese Anlage durch die Zuwendung des Bad Segeberger Unternehmers Hanno Hagemann. Im Vorfeld sind einige Bäume und Büsche im direkten Umfeld gestutzt worden – als Einflugschneise. Außerdem musste Platz für einen Kran geschaffen werden. Das Gelände hat ein neues Tor erhalten, weil das alte bereits zusammenfiel. Der Sockel musste gegossen werden. Dazu werden in Zukunft Pfützen angelegt, damit die Schwalben mit Wasser und Lehm ausreichend Baumaterial bekommen. Die gesamte Maßnahme kostete mehr als 10 000 Euro. „Das ist ein großer Schritt für die Natur“, freut sich Ruth Severin. Der Turm ist bewusst im Winter eingeweiht worden. „Zu einem späteren Zeitpunkt hätten wir die Natur massiv gestört“, sagt sie.

Anlass ist das 20-jährige Bestehen des benachbarten Schmetterlingsgartens. Er wird derzeit erneuert und weiterentwickelt. Ruth Severin hat sich im vergangenen Jahr viele Stunden lang um den Garten gekümmert. Aufgrund von Vandalismus ist er für die Öffentlichkeit geschlossen worden, wird nur bei Führungen zugänglich. Das soll sich ändern. „Wir möchten Öffnungszeiten einführen“, erklärt der Projektkoordinator beim Nabu, Christoph Kröger. Auch sollen die Ehrenamtler besser organisiert werden. „Jede Stunde, die mit angepackt wird, hilft.“

Irene Burow

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