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22:13 17.08.2017
Andreas Witt aus Klein Rönnau ist ein großer Herbie-Fan. Die Lieblingsszene des 38-Jährigen aus den Käfer-Filmen? „Als Jim Douglas gegen den Radkasten von Herbie tritt – und zu fluchen beginnt.“ Quelle: Fotos: Wulf (3), Dreu (4)

Natürlich war der erste Film der beste. Zumindest wenn man Andreas Witt nach seiner Meinung fragt. Der 38-Jährige aus Klein Rönnau kennt aber alle sechs „Herbie“-Filme in- und auswendig. „Ich kann mitsprechen“, sagt Witt nicht ohne Stolz. Seine Frau Nicole nickt zustimmend, zückt ihr Smartphone und fotografiert ihren Gatten vor dem flotten Käfer, der im Rahmen der großen LN-Aktion in Bad Segeberg auf dem Möbel-Kraft-Parkplatz Station machte.

Einen eigenen Käfer, den hat Witt (bisher) nicht besessen. „Das wäre mal ein Traum“, sagt er. Renate Christensen erfüllte sich diesen gemeinsam mit ihrem Mann einst im Jahr 1959. Zumindest ging die Bestellung raus. Zwei Jahre später, am 27. Januar 1961, wurde das Export-Modell ausgeliefert. „4500 D-Mark kostete das Modell“, erinnert sich die Bad Segebergerin. „Plus Schiebedach, amerikanischen Stoßstangen und anderen Extras sind wir aber am Ende bei 7000 Mark gelandet“, rechnet sie vor. Bis 1973 war der Käfer ihre Familienkutsche – bis nach Österreich in den Urlaub ging’s mit dem kultigen Volkswagen. „Die Wäsche für vier Personen unter die Haube zu quetschen, war schon ein Kunststück“, sagt Christensen und lacht dabei.

Seinen ersten Käfer hatte Hans-Jürgen Lebens 1960 gekauft. „Der hatte 34 PS und eine ganz kleine ovale Scheibe hinten. 3800 Mark habe ich dafür bezahlt“, erzählt der Senior, der bisher drei Käfer sein eigen nennen konnte. Gut kann er sich noch an die Urlaubsfahrten erinnern. „Zwei Tage haben wir für die 1000 Kilometer bis Oberstdorf gebraucht.“

Fotos vom ersten VW-Käfer ihres Onkels hatte Kerstin Hischer mitgebracht. „Der wurde damals allen vorgestellt und natürlich bestaunt. Ich war sechs Jahre alt. 1963 sind wir mit ihm in den Urlaub an den Gardasee gefahren“, denkt sie zurück. Ellen Wrages Augen leuchten, als sie im Film-Herbie Platz nimmt. „Das war 1979 mein erstes Auto. Wenn ich meinen Kindern davon erzähle, die wissen damit gar nichts anzufangen“, bedauert sie und schießt ein Foto, das sie ihren Kindern zeigen will. „Mein Traum wäre es, noch einmal mit einem solchen Käfer zu fahren.“ Auch für Anja Rother war der Besuch des LN-Herbies ein besonderes Erlebnis. „Ich habe die Filme geliebt. Mit dem Auto musste man einfach mitfiebern.“

Gerhard und Edeltraud Vergin schwärmen ebenfalls von ihrem Käfer, den sie 1964 gekauft hatten. Eines werden sie nie vergessen: „1965 haben wir mit ihm ein paar Runden auf dem Nürburgring gedreht. Damals war das noch möglich“, erzählt Edeltraud Vergin. Bilder von seinem ersten Käfer hatte auch Gustav Wandel mitgebracht. „Er war granadarot und der erste Käfer in Gnissau. Er hatte noch ,Winker’. Erst später habe ich Blinker nachgerüstet. Außerdem bekam er eine amerikanische Stoßstange. Das war ein schöner Wagen, immer zuverlässig“, schwärmt Wandel auch heute noch. Der Käfer war so etwas wie ein beruflicher Wegweiser, denn der einstige Bundeswehrsoldat wurde später Kfz-Meister.

Petra Dreu und Jan Wulf

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