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Bad Segeberg will bis Ende 2014 raus aus der MZH

Bad Segeberg Bad Segeberg will bis Ende 2014 raus aus der MZH

Stadtvertretung beschloss die Herauslösung von Kalkberg GmbH und Stadtbus.

Bad Segeberg. Es ist ein Abschied auf Raten von der Mittelzentrumsholding (MZH): Erst geht der „Goldesel“, Winnetous Kalkberg GmbH, mit einer Million Euro Gewinn im Jahr, von der Holding zurück in den Schoß der Stadt Bad Segeberg. Dann will sich ein Jahr später die Kreisstadt gänzlich mitsamt der Bäder und der EWS aus der Holding zurückziehen. Den Rückzug von Kalkberg GmbH und Stadtbus aus der Mittelzentrumsholding zum 1. Januar 2014 beschloss vorgestern die Stadtvertretung in nichtöffentlicher Sitzung.

Das habe bei der MZH keine personellen Konsequenzen, erklärte Bad Segebergs Bürgermeister Dieter Schönfeld auf Anfrage. Gestern Abend sollte auch die Stadt Wahlstedt gleiches beschließen. Spätestens zum Jahreswechsel 2014/2015 will sich Bad Segeberg gänzlich aus der Holding verabschieden. Die Wahlstedter bleiben drin, haben kein Problem mit den „untreuen“ Bad Segebergern. Die „Ehe“ beruhte ohnehin auf getrennten Kassen und Gütertrennung. Sie war fast auf den Tag genau vor elf Jahren im September geschlossen worden.

Für Bad Segeberg sei die noch aus Zeiten seines Vorgängers stammende Holding fatal gewesen, ließ Schönfeld durchblicken: „Die MZH erwies sich für die Stadt als Geldvernichtungsmaschine.“ Leider sei damals missachtet worden, dass das Finanzamt schon bei Gründung der MZH Bedenken angemeldet habe, die Gewinne der Kalkberg GmbH mit den Verlustbringern (Bäder, Stadtbus) in der MZH zu verrechnen.

Schönfeld: „Da haben wir kräftig Steuern nachzahlen müssen, einschließlich der Verzugszinsen.“ Keiner könne heute erklären, warum damals trotz der Warnungen die Holding gegründet worden war. „Ich weiß nicht, ob es vertretbar gewesen war, den Politikern so ein Schreiben vom Finanzamt vorzuenthalten.“ Legal sei es, die Verluste des Stadtbusses mit den Gewinnen der Energie und Wasser Wahlstedt/Bad Segeberg (EWS), etwa eine halbe Million Euro jährlich, zu verrechnen. Das wäre aber auch ohne MZH gegangen.

Mit der Pacht des Spaßbades „Fehmare“ hatte sich die MZH endgültig verhoben, war alles außer Kontrolle geraten. Die Insolvenz konnte 2012 nur durch einen Sanierungsvergleich abgewendet werden. Jetzt sei es das Ziel, in einem weiteren Schritt zum Jahrewechsel 2014/2015 die Bäder „zurückzuholen“ und das jetzige Gemeinschaftseigentum innerhalb der Holding wieder klar den jeweiligen Städten zuzuordnen, erklärte Schönfeld. Die Gesellschaft werde als MZH Wahlstedt weitergeführt. Noch sei unklar, ob zum Beispiel das Ihlseebad aus der MZH in den städtischen Besitz übergehe oder einem Förderverein übertragen werden könne. „Wichtig ist mir, dass kein Mitarbeiter bei diesem Loslösungsprozess auf der Strecke bleibt“, so Schönfeld. Mit dem Herauslösen der Kalkberg GmbH ist es laut EU-Recht wieder möglich, dass die Stadt der MZH wieder Zuwendungen für ihre defizitären Bäder geben darf.

Schönfeld rechnet mit den Fehlern seiner Amtsvorgänger ab: Die Stadt habe sich der Illusion hingegeben, sie könne mit der Konstruktion der Holding Steuern sparen. Das eingesparte Geld wollte sie in ihre defizitären Schwimmbäder stecken. Dazu wurde ein kostenträchtiger Verwaltungsapparat aufgebaut. Die Stadt-Kämmerin Christiane Ostwald könne die Arbeit jetzt ohne großen zusätzlichen Aufwand miterledigen, betonte Schönfeld. Ab dem 1. Januar 2015 solle es dann nur noch eine MZH Wahlstedt geben. Damit wäre ein sehr teures Kapitel Bad Segeberger Stadtgeschichte abgeschlossen.

Wolfgang Glombik

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