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Segeberg Bad Segeberger Stadtvertreter müssen 50 Punkte abarbeiten
Lokales Segeberg Bad Segeberger Stadtvertreter müssen 50 Punkte abarbeiten
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21:52 10.10.2017
Kita oder weiter Bilder-Ausstellungen? Bei der Villa Flath hat die Stiftung hierüber das Sagen.
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Bad Segeberg

Die Jüdische Gemeinde in Bad Segeberg möchte – wie berichtet – in der Villa Flath, Bismarckallee 5, eine weitere Kita einrichten. Kindergarten- und Krippenplätze sind sehr begehrt.

50 Tagesordnungspunkte umfasst die „Arbeitsliste“ der Bad Segeberger Stadtvertretung, die heute um 18.30 Uhr im Bürgersaal tagt. Es wird mit zahlreichen Zuschauern gerechnet, weil zumindest mit der Villa Flath ein „heißes Eisen“ unter den zahlreichen zu behandelnden Themen ist.

Dieser Vorstoß führt hingegen zu energischen Protesten bei Mitgliedern des Flath-Freundeskreises, die die Villa unbedingt als Ausstellungsstätte für bildende Kunst erhalten möchte. Über die teilweise sehr hitzig geführten Debatten hierzu zwischen Stiftungsrat und Freundeskreis hatten die LN kürzlich berichtet. Offen ist, ob es heute Abend im Rathaus erneut zu emotionalen Ausbrüchen der Beteiligten kommen wird. Letztlich wurde im Hauptausschuss dem Vorschlag von Jens Lichte (SPD) einhellig zugestimmt, dass man zuerst grundsätzlich dafür sei, wenn die Jüdische Gemeinde eine weitere Kita einrichte. Zusätzlich soll die Verwaltung prüfen, ob die Nutzung der Villa als Kita mit dem Testament von Otto Flath rechtlich vereinbar sei. Auch solle geprüft werden, ob weitere bauliche Veränderungen denkmalschutzrechtlich möglich wären. Nach LN-Recherchen hat die Prüfung seitens der Stadt schon begonnen. Auch sollen hierzu Stellungnahmen von Kreis und dem Landesstiftungsrat schon der Stadt vorliegen.

Die Stiftung hat bei diesem Thema ein gewichtiges Wörtchen mitzureden. Die Stadt steht hier nur am Rande. Wichtig ist, wie die Flath-Stiftung, die für die Verwaltung des Hauses von Otto Flath zuständig ist, entscheidet. Geld hat die Stiftung kaum noch. Deshalb wollen die Stadtvertreter klären, wer für die Um- und Anbaukosten des Kindergartens aufkommen soll. Das könnte sehr teuer werden, schon weil die Villa unter Denkmalschutz steht. Hier gibt es also noch viele Fragezeichen zu klären.

AAls zweiter wichtiger Brocken ragt das Thema Ihlwaldkapelle aus dem Wust an Tagesordnungspunkten heraus. Hierüber wurde schon in den Ausschüssen ausgiebig diskutiert. Es bleibt die entscheidende Frage, ob die Kapelle saniert werden soll oder gleich ein Neubau ansteht. Ein Architekt der Kirche hatte angemahnt, schnell zu handeln, weil die Stahlträger einer hohen Fensterfront des Hauses immer mehr rosten. Zuletzt gab es in den städtischen Gremien eine klare Tendenz zugunsten einer billigeren Sanierung der Kapelle.

AWeitere Punkte bei den Stadtpolitikern sind Zuschussanträge unter anderem vom MTV Segeberg für die Kinder und Jugendlichen der Schwimmsparte und ein Zuschussantrag für das Evangelische Bildungswerk.

ADie aktuellen Zahlen zur Unterbringung von Geflüchteten und Obdachlosen in Bad Segeberg werden von der Stadtverwaltung vorgetragen.

AUm die etwas veränderte Schulhofumgestaltung der Gemeinschaftsschule am Seminarweg muss sich auch das höchste Gremium der Stadt kümmern. Hier sollen fast 300 000 Euro für die Maßnahme von einem Sperrvermerk befreit werden.

ADie Verwaltung wird zudem über ihre Finanzprobleme bei den Schulkostenbeiträgen von 2012 bis 2016 berichten. Hier sind Zahlungsforderungen an Umlandkommunen von rund 200 000 Euro durch Fehler im Rathaus verjährt. Der neueste Stand der verwaltungsinternen Aufklärungsarbeit wird vorgestellt.

 Von Wolfgang Glombik

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