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Bad Segebergs Hallenbad: Teure Sanierung – oder Abriss?

Bad Segeberg Bad Segebergs Hallenbad: Teure Sanierung – oder Abriss?

Bauamtsleiterin Antje Langethal rechnet mit über einer Million Euro Kosten für die Sanierung. Bad Segebergs Politiker müssen jetzt zügig eine Grundsatzentscheidung zum Bad fällen.

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Sanieren oder abreißen? Nicht nur der Betrieb des Hallenbades kostet die Stadt viel Geld, jetzt drohen auch hohe Baukosten.

Quelle: Glombik

Bad Segeberg. Hiobsbotschaft von der beauftragten Ingenieurfirma: Die Sanierung des maroden Bad Segeberger Hallenbades würde rund eine Million Euro verschlingen. Jetzt müssen die Kommunalpolitiker entscheiden. Soll das Bad für viel Geld saniert werden, oder wäre ein Neubau sinnvoller? Oder wird die 50 Jahre alte Schwimmhalle geschlossen und ersatzlos abgerissen?

Bad Segebergs Bürgermeister Dieter Schönfeld (SPD) weist bei fast jeder Gelegenheit darauf hin, dass angesichts der Sparzwänge es sich die Stadt kaum noch leisten könne, jedes Jahr über 800 000 Euro in den Schwimmbetrieb der eigenen Halle zu stecken. Das Bad stehe jetzt bei ihm ganz oben auf der Rotstiftliste. Allenfalls könne sich Schönfeld vorstellen – so sagte er es im Juli den LN – den Badebetrieb in die Trägerschaft eines Vereins zu geben, ähnlich wie beim Strandbad Ihlsee. Zumal die Nachbarstadt Wahlstedt, Partner im Mittelzentrum, doch auch ein Hallenbad zur Verfügung stelle.

Das mögen Schönfelds berühmte „Denksportaufgaben“ gewesen sein, doch jetzt stellt sich tatsächlich die Frage, ob es angesichts des schlimmen baulichen Zustands überhaupt noch verantwortbar ist, das Schwimmbad zu erhalten. In der Bauausschusssitzung am 14. September, 18.30 Uhr, im Bürgersaal könnte es dazu eine Grundsatz-Debatte geben.

Die LN berichteten vor Wochen über den erheblichen Sanierungsbedarf im technischen Bereich der Halle, da war noch – als Zwischenstand – von 372 000 Euro Kosten die Rede. Jetzt hat die beauftragte Firma noch mehr marode Bausubstanz gefunden. Unter anderem müssen Kelleraußenwände saniert und Decken instandgesetzt werden, um eine weitere Nutzung des Hallenbades zu ermöglichen. Es stehe außer Frage, dass das „dringend behandelt werden muss“, heißt es von der Verwaltung.

„Wir geben nur den jeweiligen Ermittlungsstand der beauftragten Fachingenieure an die Politiker weiter“, sagt Bauamtschefin Antje Langethal. Bislang seien es fast eine Million Euro Kosten, sie selbst rechne mit über einer Million, weil noch längst nicht alles überprüft worden sei. „Zum jetzigen Zeitpunkt denkt noch niemand an eine Endsumme.“

Ob das alles noch lohne, auch angesichts des Alters der Schwimmhalle, sei eine politische Entscheidung. Langethal: „Das wird sicher sehr heftig und kontrovers diskutiert.“ Klar sei, dass man diese Entscheidung nicht aufschieben könne. Wie teuer ein neues, vergleichbares Hallenbad wäre, könne sie nicht sagen. „Verlässliche Zahlen dazu liegen uns noch nicht vor“, würden aber den Politikern noch vorgestellt. Wenn die Stadt das Schwimmbad behalten möchten, sei klar, dass im kommenden Jahr rund 370 000 Euro für erste dringende Maßnahmen bereitgestellt werden müssten. In den kommenden Jahren ginge es dann so weiter mit den Ausgaben. Alle Politiker könnten schon einmal überlegen, „wohin die Reise gehen soll“.

Von Wolfgang Glombik

Das haben die Ingenieure entdeckt

Kurzfristig müssen die Kellerwände auf der Westseite des Hallenbades saniert werden, außerdem sind mittelfristig die Beckenaußenseiten und Stahlstützen unterhalb der Empore im Sockelbereich fällig. Auch Deckenflächen von 1000 Quadratmetern stehen langfristig zur Sanierung an. Dazu kommen zahlreiche technische Erneuerungen und diverse Schäden, für deren Behebung die Kosten noch gar nicht beziffert sind. Geplant werden müsste auch der Rück- und Umbau des nicht mehr genutzten „Schwimmbiss“ im Bad.

LN-Bild

Kommentar: Holger Schwartz zum Sanierungsstau im Bad Segeberger Hallenbad

Quelle: Archiv

Kommentar: Freizeit, Schule, Sport – Stadt braucht ein ansprechendes Bad

Bevor jetzt die Bedenkenträger sofort das Feigenblatt „Finanzen“ vorhalten: Natürlich kostet ein öffentliches Hallenbad viel Geld, es ist nicht kostendeckend zu betreiben. Allein mit diesem Argument müssten viele öffentliche Einrichtungen geschlossen werden. Deshalb ganz eindeutig: Bad Segeberg muss sein Hallenbad erhalten, es soweit wieder in Schuss bringen, dass es eine attraktive Adresse für Kinder, Familien, Sportler, Senioren, kurzum für alle Wasserratten bleibt. Eine Stadt, die sich das Ziel gesetzt hat, bis 2025 die Marke von 20000 Einwohnern zu erreichen, muss auch eine ansprechende Freizeit-Infrastruktur bieten. Zudem sollte sie ihren Schulen weiter die Chance geben, Schwimmunterricht zu ermöglichen – ungeachtet der Tatsache, dass viele Schulen diese Chance nur rudimentär nutzen. Mittlerweile gelten 50 Prozent der Grundschüler als nicht sichere Schwimmer. Bundesweit haben ein Viertel aller Grundschulen keinen Zugang zu Schwimmhallen – in dieser unrühmlichen Statistik sollte Bad Segeberg nicht untergehen. Mit dem MTV Segeberg gibt es außerdem einen Verein mit einer regen Schwimmsport-Sparte, die unter anderem eine Nichtschwimmerausbildung anbietet. Auch dessen Mitglieder haben es verdient, dass Bad Segebergs Kommunalpolitiker intensiv darüber nachdenken, wie sein Hallenbad dauerhaft erhalten werden kann.

 

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