Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Segeberg Bade-Gaudi im zwei Grad kalten Wasser
Lokales Segeberg Bade-Gaudi im zwei Grad kalten Wasser
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:37 02.01.2018
Rund 400 Zuschauer bibberten mit, als sich insgesamt 60 Wagemutige in den zwei Grad kalten Ihlsee stürzten. Einige hielten es nur einige Sekunden im Wasser aus. Quelle: Fotos: Petra Dreu
Bad Segeberg

Aber nicht nur die Anzahl der Schwimmer hatte sich verdoppelt. Auch die Zahl der Zuschauer ist von 300 auf mehr als 400 gestiegen. Während sie das Baden anderen überließen, nutzten sie die Gelegenheit, Bekannte zu treffen und mit ihnen auf das neue Jahr anzustoßen. Dazu gab es zwei Sorten Punsch, außerdem hatte Ihlsee-Restaurant-Chef Lutz Frank dem Förderverein des Ihlsee-Strandbades wieder Suppe, Currywurst und Bockwurst spendiert. Mit dem Erlös will der Verein Kindern die Schwimmprüfungen finanzieren.

Über doppelt so viele Teilnehmer wie bei der Premiere 2017 konnten sich die Organisatoren des Neujahrs-Anbadens am Strandbad Ihlsee freuen. Rund 60 Wagemutige schickten sich an, in das nur zwei Grad kalte Wasser des Ihlsees zu steigen. Eine Herausforderung für Körper und Geist.

Unter den Anbadern waren diesmal auch einige junge Leute zu finden. Ihnen fehlte es aber offenbar an Erfahrung: So schnell, wie einige ins kalte Wasser hineingelaufen waren, waren sie auch wieder auf dem Weg zur Umkleide. Einige ältere Damen und Herren hielten dagegen wesentlich länger aus. Unter ihnen die 68-jährige Ingeborg Reiser, die sich sogar ein Partyhütchen mit Schornsteinfeger aufgesetzt hatte. „Ich gehe das ganze Jahr über schwimmen, auch im Dezember“, erzählt sie. Einzige Bedingung: „Die Sonne muss scheinen.“

Auch Marianne Prien steigt fast jeden Tag in den Ihlsee, der quasi vor ihrer Haustür liegt. „Nur wenn es friert, bleibe ich zu Hause.“ Nach dem Bad blieb sie auf einen Schnack bei Gabriele Nausch, Iris Cornelius und Renate Blocksdorf stehen, die den Akt der Überwindung vom Ufer aus verfolgt haben. Marianne Prien schwärmt von den Mitgliedern des Fördervereins: „Das sie hier alles in Ordnung halten, ist einfach toll.“

Mehr durch Zufall hatten Bettina Walles aus Oldenburg, Joachim Strauß aus Nalbach bei Saarbrücken und Verena Hencken aus Cuxhaven von dem Anbaden gehört. Sie sind zur Reha in der Kalkbergstadt und haben sich spontan dazu entschlossen, es den Segebergern gleichzutun und das beheizte Schwimmbad der Klinik gegen den kalten Ihlsee einzutauschen. „Das war Adrenalin pur“, sagte Bettina Walles begeistert, als sie wieder dick eingepackt mit ihren zwei Mitreitern auf der Wiese stand und einen Punsch schlürfte. Stolz waren alle drei, nicht im letzten Moment gekniffen zu haben.

Ebenfalls nicht gekniffen hatte Rettungsschwimmer Winfried Falck. Als die ersten Schwimmer schon wieder in Hut und Mantel standen, sprang er ebenfalls in den Ihlsee. „Das war eine Solovorstellung“, ulkte der 62-Jährige. Gemeinsam mit Dieter Stut, Vorstandsmitglied des Fördervereins, freute er sich über die vielen Besucher des zweiten Anbadens am Ihlsee-Strandbad. „Wenn sich so viele Menschen nach einer durchgefeierten Nacht auf den Weg zum Ihlsee machen, ist das einfach toll. Das Anbaden könnte zu einem festen Treffpunkt am Neujahrstag werden“, glaubt Dieter Stut.

Das größte Lob aber gab es von dem SPD-Stadtvertreter Jens Lichte für Ursula Michalak, die ebenfalls in der Stadtvertretung die politischen Weichen stellt: „Auch wenn sie zur CDU gehört, gratuliere ich ihr zu dieser Idee. Das ist eine Bereicherung für Bad Segeberg.“

 Von Petra Dreu

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!