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Segeberg Baggern für das schnelle Internet
Lokales Segeberg Baggern für das schnelle Internet
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23:08 30.05.2018
Am Mittwoch schaute Finanzministerin Monika Heinold in Bad Segeberg nach dem Stand der Dinge. Quelle: Glombik
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Bad Segeberg

Das ist doch mal handfester, als im Büro Exceltabellen zu studieren! Schleswig-Holsteins Finanzministerin Monika Heinold (Grüne) gerät der Pressetermin in Bad Segeberg über das Investitionsprogramm „Schulen ans Netz“ zum Schnupperprogramm „Ministerin an den Baggerhebel“. Denn gebuddelt werden muss vorher: In diesem Jahr stellt das Land Schleswig-Holstein allein 15 Millionen Euro für den Anschluss an das schnelle Internet zur Verfügung. Zu mehr als 100 Schulen ist Glasfaser schon verlegt, mehr als 400 weitere werden in den kommenden beiden Jahren noch angeschlossen. 960 Schulstandorte sollen bis 2025 mit Glasfaser versorgt sein, berichtet Rolf Jobst von IT-Dienstleister Dataport. Jede Woche sollen nun fünf bis zehn Schulen im Land – egal ob Grundschule, Gemeinschaftsschule oder Gymnasium – ans Glasfasernetz gehen. Dafür muss gebaggert und gebohrt werden, bis die Leerrohre unterirdisch an die Schulmauer stoßen.

In diesem Jahr stellt das Land 15 Millionen Euro für das Programm „Schulen ans Netz“ bereit. Bis 2020 sollen fast alle Schulen im Land mit dem „schnellen Internet“ versorgt sein. Am Mittwoch schaute Finanzministerin Monika Heinold in Bad Segeberg nach dem Stand der Dinge.

Am Mittwoch informiert sich die stellvertretende Ministerpräsidentin beim Städtischen Gymnasium auf der Glasfaser-Baustelle und genießt den Plausch mit den Tiefbauern. Sie lässt sich auch nicht zweimal bitten, die eine oder andere Baumaschine selbst auszuprobieren, stellt sich im Minibagger nicht schlecht an, schaufelt sogar etwas Sand. „Baggerführerin“ Heinold: „Es ist für mich ein total schöner Tag zu sehen, wie aus dem Geld eine so gute Maßnahme wird.“

Denn darin sind sich alle Experten vom Land einig: Der Glasfaseranschluss sei für die digitale Zukunft der Schulen lebenswichtig, das schnelle Internet Voraussetzung für einen zukunftsorientierten Unterricht. Der Schulleiter des Städtischen Gymnasiums, Frank Ulrich Bähr, berichtet, dass bei ihm aktuell zwar in einigen Klassenräumen Internet per Kupferkabel zu empfangen sei, aber längst nicht flächendeckend. „Bis jetzt ist es nur sehr begrenzt möglich, mit dem Internet Unterricht zu gestalten. Wir haben schon lange auf Glasfaser gewartet.“ Doch bis Kindern und Jugendlichen Chancen, aber auch Risiken dieser Technik nahegebracht werden können, müssen die Lehrkräfte entsprechend ausgebildet werden, sagt Bähr. Bei den jüngeren Kollegen sehe er da keine Probleme. Und andere? „Wir sind mit der freiwilligen Fortbildung bisher ganz gut gefahren“, sagt er.

Doch er gehe nicht davon aus, dass mit dem Glasfaseranschluss nun auch die interaktiven Smart-Boards, das Nonplusultra des digitalen Klassenzimmers, sofort in allen Räumen aufgehängt werden können.

Da seien finanzielle Ressourcen erforderlich, die der Schulträger einfach nicht habe, räumt er ein. Noch behelfe man sich mit Beamer und Laptop. Trotzdem: Bähr selbst hält „die Tafel nach wie vor für ein gutes Instrument für den Unterricht“. Mit Glasfaser sollen auch W-Lan-Hotspots auf dem Schulgelände des Städtischen eingerichtet werden. Mit Einschränkung: Für die Schüler soll es ein „gefiltertes Internet“ geben – ohne Zugriff auf gewaltdarstellende oder pornografische Inhalte. Diese werden für Schüler gesperrt. Über das Ausmaß der Filterung könne die Schule übrigens selbst bestimmen, erklärt Dirk Bornhöft vom Ministerium für Digitalisierung. Realisiert wird die Verlegung der Glasfaserstrecken von dem Unternehmen 1&1 Versatel. Ist der Bauabschnitt fertiggestellt, kann der Anschluss in der Schule erfolgen. Noch im Juni soll das schnelle Internet im Städtischen Gymnasium für alle Klassenräume gleich verfügbar sein.

Bald haben alle Schulen schnelles Internet

Fünf bis zehn Schulen pro Woche sollen ans Netz angeschlossen werden. Für die Dahlmannschule steht noch kein Termin fest. Das sei „in Planung“, heißt es vom Land. Gleiches gilt für die Gemeinschaftsschule am Seminarweg. Die Schule am Burgfeld bekommt noch im zweiten Quartal 2018 Glasfaser, Franz-Claudius-Schule und Goldenbek auch. Die Heinrich-Rantzau-Schule soll bis Mitte des Jahres schnelles Internet erhalten. Die Theodor-Storm-Schule kann damit erst 2019 rechnen. Die Grundschule Fahrenkrug gleich zu Beginn des Jahres 2019. Das erste Quartal 2019 können sich auch die Schulen in Wahlstedt ankreuzen. Für die Schulen in Leezen, Neuengörs, Warderfelde steht kein Termin fest, sind aber in Planung. Für die Grundschule Schlamersdorf liegt kein Antrag vor.

 Wolfgang Glombik

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