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Baggern für die bedrohte Zauneidechse

Trappenkamp Baggern für die bedrohte Zauneidechse

Die Stiftung Naturschutz hat die Kieskuhle Trappenkamp für die Tiere hergerichtet: Nun soll im Mai eine Herde Rinder auf die Fläche ziehen — um als wandelnde Rasenmäher das Gebiet in Stand zu halten.

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Mit dem Bagger wurden in der alten Kieskuhle Sandflächen und flache Gewässer angelegt — damit Zauneidechse und Co. überleben können.

Trappenkamp. Seit Jahrzehnten ist das alte Kalksandsteinwerk in Trappenkamp geschlossen. Die angrenzende Kieskuhle hat sich die Natur seither zurückgeholt. Bedrohte Zauneidechsen konnten sich auf den sandigen und kahlen Böden ansiedeln, dazu Kreuz- und Knoblauchkröten. Auch, weil sich ehrenamtliche Naturschützer wie Klaus-Dieter Haß aus Trappenkamp jahrelang um das Gelände kümmerten, Bäume kurz schnitten, zu hoch gewachsenes Gras mähten, flache Gewässer anlegten und sauber hielten. Aus Altersgründen haben die zuletzt verbliebenen Helfer rund um Haß diese Aufgabe nun abgegeben an die Stiftung Naturschutz(die LN berichteten). Und die kam mit dem Bagger.

„Wir haben wieder Auskieser gespielt“, sagt Björn Schulz von der Stiftung und räumt ein: „Das sieht immer erstmal schlimm aus.“ Sandberge statt üppig bewachsener Hügel. Mehrere Kleingewässer wurden von Schlamm befreit oder ganz neu angelegt. Wuchernde Weiden und Jungbirken wurden entfernt, um Sandflächen zu schaffen. „Das ist für den Laien zunächst schwer zu erklären“, sagt Schulz. Doch es sind gerade diese Ausbaggerarbeiten, die es den vom Aussterben bedrohten Zauneidechsen und Kreuzkröten überhaupt ermöglichen, hier weiter leben zu können. Denn sie brauchen dazu freie Sandflächen, besonnten Magerrasen und vegetationsfreie Gewässer.

Neben des zunehmend dichteren Bewuchses in der alten Kieskuhle, den die Naturschützer um Haß zuvor Jahr für Jahr per Hand gelichtet haben, waren auch die Teiche immer mehr verschlammt. „Da fallen Unmengen an Laub über die Jahre rein“, erklärt Schulz. Und wenn der Teich irgendwann nur noch aus „Modder“ besteht, gefalle das dem Frosch auch nicht mehr. Es gebe aber vom Land eine Erhaltungsverpflichtung für mindestens drei der in der Kieskuhle vorkommenden Arten: Zauneidechse, Kreuz- und Knoblauchkröte. „Die darf man nicht einfach aussterben lassen“, betont Schulz.

Der Bagger ist inzwischen wieder abgezogen und das Gelände eingezäunt. Tore im Zaun erlauben es Spaziergängern, die Fläche weiterhin betreten zu können. Voraussichtlich im Mai wird dann eine kleine Herde Robustrinder für einige Wochen auf die Fläche ziehen — sozusagen als wandelnde Rasenmäher. Von fünf oder sechs Tieren ist die Rede. Sie sollen in Zukunft dafür sorgen, dass die Fläche zugunsten der Echsen und Kröten nicht wieder zuwächst. Dann muss auch kein Bagger mehr durch das Biotop rollen. „Da sind mir Kühe lieber“, sagt Naturschützer Schulz. „Noch lieber wäre mir, wenn das Rothirsche und Pferde machen würden. Aber die haben wir nicht mehr in der Natur.“

Damit die Fläche hergerichtet und bald von Rindern beweidet werden kann, mussten viele Behörden ihre Zustimmung geben. Wasserbehörde, Untere Naturschutzbehörde, dazu die Untere und Obere Forstbehörde, die sich wiederum mit dem Landesamt abgestimmt habe, berichtet Schulz im LN-Gespräch. Das Kuriose nämlich sei: Sobald eine Waldfläche, wie die in der Kieskuhle, eingezäunt wird und eine Kuh darauf laufe, sei diese Fläche kein Wald mehr. Egal wie viele Bäume darauf stehen. Beinahe also hätte die Stiftung für die Echsen-Schutzmaßnahme noch eine Ausgleichsfläche schaffen müssen. „Das hätte die Maßnahme ganz schön teuer gemacht“, sagt Schulz. 20000 Euro sind für die Herrichtung veranschlagt.

Am Ende habe man einen Kompromiss gefunden: ein weiterer Zaun. Mit diesem wird in dem etwa sechs Hektar großen Gehege eine kleinere Gehölzgruppe „ausgezäunt“, erklärt Schulz. Dort kommt also auch in Zukunft kein Rind rein. Und so dürfen die Bäume darin weiterhin als Wald zählen.

Von Nadine Materne

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